Was du dich fragen solltest, bevor du an den See gehst

Damit der erste Tag am Baggersee so wohltuend wird, wie du es dir vorstellst, solltest du ein paar Dinge beachten. Hier kommen Antworten auf die fünf Fragen, die du dir garantiert zu selten stellst. Welche Bademode in diesem Jahr angesagt ist, gehört nicht dazu.

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Bevor du im See abtauchst, solltest du zuerst checken, ob er clean ist. @ dpa

Das hier ist keiner dieser Kacktexte, die dir vorschreiben, welche Badehose oder welchen Bikini du in diesem Jahr tragen solltest. Es interessiert sowieso keinen, was du am See anhast. Überhaupt bin ich dafür, dass du das Zeug gleich zu Hause lässt und an einen Nudisten-See gehst. Nacktbaden ist super und macht fröhlich.

Jetzt, da wir das geklärt haben, kommen wir zu den Fragen, die du dir stellen solltest, bevor du zum ersten Mal an den Baggersee fährst:

Wie verhindere ich, dass die Blutsauger mich auffressen?

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Stechmücken sind fies und haben etwas mit uns gemeinsam: Sie stehen auf Baggerseen. Feuchtigkeit zieht die Tiere an. Allerdings ist es nicht richtig, dass sie nur Menschen mit „süßem Blut“ stechen. Viel mehr nutzen sie ein kompliziertes Zusammenspiel aus Geruch, Wärme und Feuchtigkeit der Haut, um ein attraktives Ziel zu finden. Die Mücke kann eine Anzapfstelle nur dann erkennen, wenn die Körpertemperatur zwischen 36,45 und 37,85 Grad Celsius liegt. Also immer schön abkühlen!

Mücken stechen gerne Menschen mit dünner, gut durchbluteter Haut. Sie mögen Schweißgeruch – den können Mücken schon aus 20 Metern wahrnehmen. Bevor es an den See geht, heißt es also: nicht stinken. Oder mit Schutzmitteln einsprühen. Am besten helfen Sprays mit dem Wirkstoff Bayrepel oder Mittel mit ätherischen Ölen. Der Duft vertreibt die Mücken.

[Außerdem bei ze.tt: Freizeitstress? Mach doch einfach mal das, was du willst!]

Falls du keine Lust hast, so ein Zeug zu verwenden, geht auch das: Nimm die Quoten-Mimose aus deinem Freundeskreis mit, die immer rumheult, weil sie so krass zerstochen ist. Dann lassen dich die Viecher mit etwas Glück in Ruhe, weil du ihr Traumziel schon mitgebracht hast.

Wer cremt mir den Rücken ein?

Wenn ich euch eine Sache im Leben empfehlen darf, ist das: verwendet Sonnencreme. Das wusste schon der australische Regisseur Baz Luhrmann, als er seinen großartigen „Sunscreen Song“ im Jahr 1999 aufnahm. Und er hat nach wie vor Recht, du möchtest ja nicht aussehen wie krebsrote Engländer*innen im Mallorca-Urlaub. Aber wie kommt das Zeug auf deinen Rücken, falls du gerade alleine unterwegs bist?

Die ultimative Lösung liefert uns das Magazin Brigitte: Geh in den Baumarkt und hol dir eine kleine Rolle mit Stiel. So eine, mit der du sonst dein Zimmer streichst. Da schmierst du deine Sonnenmilch ran und schon kannst du deinen Rücken minutiös einschmieren.

Ok, nein. Bitte tu das nicht! Es wäre nicht nur für dich peinlich. Alle, die um dich herum am Baggersee liegen und sich entspannen wollen, werden sich schlagartig fremdschämen. Such dir jemanden, der dir behilflich sein könnte – eventuell eine Person, die du attraktiv findest? So sollen schon Beziehungen entstanden sein. Wenn du dafür zu schüchtern bist, dann lass dich von deinen Mitbewohner*innen oder Eltern am Rücken eincremen, bevor du an den See gehst.

Sollte ich mir eine Stulle schmieren?

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Wirst du schnell zur Diva, wenn du hungrig bist? Dann bist du ganz normal. Essen hilft meistens. So ein Tag am See kann mit An- und Abreise schon mal länger dauern; ein Snickers ist für den See aber ungeeignet, da es in der Sonne ziemlich sicher schmelzen wird. Viel besser: Check vorher aus, ob es an dem See einen Kiosk oder einen Imbiss gibt. Das kannst du mit dem See-Finder.

Falls nicht: Nimm dir ein Lunchpaket mit. Am besten etwas Leichtes und Erfrischendes, wie Obst und Gemüsesticks. Dazu ein leckerer Dip, fertig.

[Außerdem bei ze.tt: Was wir über das Baden wissen sollten]

„Mit vollem Bauch darf man nicht ins Wasser.“ Falls du immer noch diesen alten Spruch deiner Omi oder Mutter nachplapperst: Das ist Blödsinn. Es besteht kein Zusammenhang zwischen Essen, Schwimmen oder Magenkrämpfen – auch wenn sich dieses Gerücht hartnäckig hält. Also iss was, bevor du zickig wirst.

Darf ich meinen Hund mitnehmen?

Auch Hunde wollen sich abkühlen, wie uns Walter mit der Kamera auf seinem Rücken schon eindrucksvoll bewiesen hat. An vielen deutschen Badeseen ist es allerdings mittlerweile verboten, seinen vierbeinigen Freund mitzunehmen. Das ist auch teilweise verständlich, wer will schon aufpassen müssen, dass er*sie nicht in einen Hundehaufen tritt? Falls du deinen Hund mitnehmen möchtest, solltest du offizielle Badestrände meiden, denn hier ist er ganz sicher nicht gerne gesehen. Eine Auflistung von den (wenigen) hundefreundlichen Baggerseen findest du hier.

[Außerdem bei ze.tt: Nein, das sind keine Aliens. Das sind nasse Hunde.]

Falls du deinen haarigen Kollegen mitnimmst, gibt es ein paar Regeln, an die dich halten solltest, damit du anderen Badegästen nicht auf den Sack gehst. In deinen Rucksack gehören unbedingt Tütchen, damit du Häufchen sofort entfernen kannst. Such dir außerdem einen Platz etwas weiter weg von den Menschenmassen. So kann der Hund niemanden nassspritzen, wenn er sich schüttelt. Positiver Nebeneffekt: Wo weniger Menschen sind, ist es ruhiger.

Bevor du an den See gehst, sollte das Fell deines Hundes nicht geschoren werden. Langes Fell hält ihn warm und schützt ihn vor Unterkühlung. Und: Such dir einen Schattenplatz. Auch dem Hund kann zu viel Sonne zu schaffen machen.

Werden Keime mich zugrunde richten?

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Das soll dir jetzt nicht die Lust auf den See verderben, aber sei dir über eine Sache klar: Mit dir schwimmen da drin auch üble Fäkalbakterien, Keime oder Pilze. Teilweise ist das sogar so schlimm, dass du davon krank werden könntest, wie der ADAC in seinem Badeseen-Test aus dem Jahr 2013 feststellte. Ein Bericht der EU-Kommission entschärft das wieder ein wenig. Darin heißt es, dass 94 Prozent der europäischen Badeseen unbedenklich sind. Dennoch kannst du mit etwas Aufmerksamkeit schnell herausfinden, ob ein See eventuell gefährlich sein könnte.

Wenn das Wasser trüb ist, könnte das auf eine Verschmutzung hinweisen. Du solltest zumindest deine Füße im Flachwasser erkennen können. Gibt es viele Algen im See, ist das ein Hinweis auf ein gestörtes ökologisches System – geh da also besser nicht oder nur kurz rein.

Das sollte sich eigentlich von selbst verstehen, aber: Wenn der See modrig riecht, dann geh unter keinen Umständen ins Wasser. Schlechter Geruch ist ein Zeichen für bakterielle Prozesse im Wasser – und die sorgen manchmal dafür, dass du später Magenkrämpfe oder Ähnliches bekommst.

[Außerdem bei ze.tt: Seehund reitet Wal]

Wenn du diese fünf Dinge beachtest, steht deinem perfekten Tag am See nichts mehr im Weg – ob du dabei nun Badebekleidung trägst oder nicht. Und falls du die vergessen hast, geh trotzdem ins Wasser. FKK rules!