Was ihr noch nicht über das Alphabet wusstet: Buchstaben haben ein Geschlecht

Schon gewusst? Das V ist weiblich, das O männlich und das I geschlechtslos. Das hat ein findiger Programmierer aus Weimar herausbekommen.

Screenshot: Martin Schneider/bitcraftlab

Das Alphabet ist ein hauptsächlich männlicher Buchstabenclub. Screenshot: Martin Schneider/bitcraftlab

Die – Luft holen! – Geschichte der Entdeckung der Geschlechter der Buchstaben des Alphabets beginnt im August 2013. Der dänische Entwickler Casper Strømgren veröffentlicht ein Tool namens Genderize.io. Dessen Zweck: Kinderleicht soll man damit das Geschlecht der Vornamen aus 88 Ländern ermitteln können. Sind Bengi, Kali oder Latif nun überwiegend männliche oder weibliche Namen? Genderize.io soll’s klären – oder zumindest annähernd die Häufigkeit der Verwendung in weiblicher oder männlicher Form bestimmen. Eine offene Schnittstelle ermöglicht es zudem, das Tool an verschiedene Datenbanken zu koppeln.

Strømgrens Seite findet Anklang. Ein paar User prüfen mit Genderize.io, wie viele Teilnehmer von Entwicklerkonferenzen weiblich oder männlich sind. Andere analysieren damit ihre Twitter-, wieder andere ihre LinkedIn-Follower.

Der schönste Einsatz des Tools gelingt allerdings Martin Schneider vor ein paar Tagen: Statt komplette Vornamen in das Tool einzuspeisen, füttert der Programmierer Genderize.io mit einzelnen Buchstaben. Schließlich schreibt er ein Skript, um die Wahrscheinlichkeit des Geschlechts abzufragen, in dem die Buchstaben auftreten. Die Emojis 🚺, 🚹 und 👻 verwendet Schneider, um die Geschlechter zu bebildern. Das Ergebnis ist eine – noch mal Luft holen! – Darstellung der Wahrscheinlichkeit der Geschlechter der Buchstaben des Alphabets.

alphabet-letter-gender

Das V ist zum Beispiel überwiegend weiblich, das E überwiegend männlich, die Buchstaben I, X und Y sind geschlechtsneutral. Auffällig: Genderize.io versteht das Alphabet als hauptsächlich männlichen Buchstabenclub.

Selbst das Skript benutzen

Wer eine eigene Anfrage an die Genderize.io-Schnittstelle schicken und das Geschlecht von Buchstaben bestimmen zu lassen, kann das unter Linux und OS X einfach auf dem Terminal beziehungsweise über die Kommandozeile tun. Einfach folgenden Code eingeben:

icons=50
n=$(printf „👻 %0.s“ $(seq -s “ “ 1 $icons))
f=$(printf „🚺 %0.s“ $(seq -s “ “ 1 $icons))
m=$(printf „🚹 %0.s“ $(seq -s “ “ 1 $icons))
for i in {1..26}
do
char=$(printf „\x$(printf %x $[$i + 96])“)
json=$(curl -s https://api.genderize.io/?name=$char)
gender=$(echo $json | sed ’s/.*“gender“:“\(.\).*/\1/‘)
if [[ ${#gender} > 1 ]]; then echo „$char: $n“; continue; fi
percent=$(echo $json | sed ’s/.*“probability“:“\(.*\)“,.*/\1/‘)
x=$(echo „$percent * ${#m} * $icons / $icons / 2“ | bc)
if [[ $gender != „f“ ]]; then x=$[$icons – $x]; fi
printf „$char: ${f::$x*2}${m:$x*2}\n“
done