Was ist eigentlich aus deinem ersten BFF geworden?

Die erste beste Freundin, der erste beste Freund: Was ist eigentlichen aus ihnen geworden? Und hat die Freundschaft bis heute gehalten? Wir haben uns umgehört.

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Erste Freunde: Hat die Verbindung gehalten? © ze.tt/Philip Buchen

Schul- und Uni-Freunde kommen und gehen, aber die Erinnerungen an die erste beste Freundin oder den ersten besten Freund, die bleibt. Und oft ist es diese erste Freundschaft, die alle anderen späteren Bekanntschaften prägt. Uns haben fünf junge Leute von ihrer ersten großen Freundschaft erzählt – und was daraus geworden ist.

Mirjam Brauer, 25

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Alle Fotos: © ze.tt/Philip Buchen

Mit meiner damals besten Freundin Judith habe ich meine ersten Kindergarten-Abenteuer erlebt. Einmal sind wir zusammen aus dem Hort abgehauen, die Erzieher mussten wegen uns die Türen austauschen – sowas verbindet. Auch in der Schulzeit waren wir zusammen, leider hat sie irgendwann die Schule gewechselt und unser Kontakt wurde weniger. Zwischen uns hat die Chemie immer gepasst, wir sehen uns etwa zwei Mal im Jahr. Man kann schnell an die alten Gespräche anknüpfen. Wir schreiben und skypen sehr viel, um die Zeit zu überbrücken. Für mich ist jede Freundschaft verschieden, aber auf Judith kann ich mich auch heute noch gut verlassen, das ist ein schönes Gefühl. Im Herbst ziehen wir in Barcelona wieder zusammen. Ich bin sicher, dass Zusammenwohnen unsere Freundschaft verändern wird: Wir werden uns natürlich viel mehr sehen, und auch mehr zusammen unternehmen. Das kann dann ja eigentlich nur besser werden.

Marek Majewsky, 21

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Mein erster bester Freund hieß Dennis. Wahrscheinlich hat es sich so in der zweiten Klasse herauskristalisiert, dass wir gut miteinander können. Wir hatten die gleichen Interessen, waren zusammen im Fußballverein, haben Pokémon gespielt. Bei ihm haben wir immer viel Playstation gezockt, während wir bei mir meistens draußen im Garten rumgerannt sind und mit Spielzeug-Waffen gespielt haben – diese Mischung hat’s so spannend gemacht. Nach dem Schulwechsel haben wir uns ziemlich schnell aus den Augen verloren. Weil sich das zwischen uns damals so plötzlich verlief, änderte sich auch meine Sicht auf Freundschaft: Freunde können sehr flüchtig sein, heute da, morgen weg. Deshalb habe ich heute lieber viele gute Freunde als einen einzigen sehr guten Freund. Heute sind Dennis und ich nicht mal Facebook-Freunde, manchmal sehe ich ihn in meinem Heimatdorf mit dem Roller durchfahren, vielleicht wohnt er da noch.

Jelena Hok, 26

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Mein erster bester Freund hieß Martin und war zugleich auch meine erste kleine Liebe. Martin war unglaublich lustig, süße Haare – einfach ein Spitzentyp. Wir waren unzertrennlich, haben alles zusammen gemacht. Wenn man nach mir gesucht hat, konnte man eigentlich auch direkt nach Martin suchen. In der Grundschule ist der Kindergarten-Zauber dann ein bisschen vergangen – plötzlich waren da so viele Leute, die auch interessant waren. Vor ein paar Jahren habe ich ein bisschen nach Martin gesucht: Offenbar ist er zu so einem Alternative-Rock-Fan mutiert, also gar nicht mein Typ. Das hat mich schon überrascht, wie sich Martin verändert hat. Die Vertrautheit und die Nähe, die ich mit Martin hatte, will ich heute auch in engen Freundschaften haben.

Anna Schwendler, 25

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Yvonne und ich haben uns beim Kinderbodenturnen kennengelernt. Es hat direkt gefunkt! Wir waren sofort auf einer Wellenlänge, das ist bis heute so geblieben. Wir sind heute zwar nicht mehr beste Freundinnen, aber immer noch sehr gut befreundet. Yvonne und ich sind nie zusammen zur Schule gegangen, das Turnen war unser einziger Kontaktpunkt. Als Yvonne mit 14 dann mit dem Turnen aufgehört hat, ist das Kontakt-Halten plötzlich deutlich schwieriger geworden. Wir haben es aber irgendwie hinbekommen, uns nicht aus den Augen zu verlieren. Yvonne ist ein Mensch, der mich besonders gut kennt und einschätzen kann. Ich kann ihr alles anvertrauen. Eine erste beste Freundin zu haben, ist bestimmt ein sehr prägender Moment.

Max Kalkbrenner, 26

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Ich kann mich gar nicht an eine Zeit vor Louis erinnern. Er war der Sohn von einer Freundin meiner Mutter und zwei Jahre älter. Ich hab ihn immer als eine Art großer Bruder gesehen. Ein bisschen Kontakt haben wir noch: Wenn ich bei meiner Familie zuhause bin, gehen wir Kaffee trinken. Im Gegensatz zu mir verdient er heute schon ganz gut Geld. Wegen des Altersunterschieds ist unsere Freundschaft schon während der Schulzeit langsam auseinandergegangen: Jeder hat lieber Zeit mit den Gleichaltrigen aus der eigenen Schulklasse verbracht – zwei Jahre Altersunterschied können bei kleinen Kindern schon eine Welt sein. Ein bisschen schade finde ich es schon, dass wir uns so auseinandergelebt haben. Aber wahrscheinlich gehört das einfach zum Älterwerden dazu.


Hast du noch Kontakt zu deinem ersten BFF? Oder habt ihr euch auseinandergelebt? Schreibt uns eure Freundschaftsgeschichten in die Kommentare oder per Mail ans Team.