Bienen kuscheln sich im Winter zusammen, um zu überleben

Eben sah man sie noch auf den Blumen sitzen und fleißig Nektar einsammeln, jetzt sind sie plötzlich weg. Wo sind all die Bienen hin? Winterschlaf? Schockstarre?

© Georges Gorbet/AFP/Getty Images

Im Winter gibt es für die blütenliebenden Bienen nicht viel zu holen. © Georges Gorbet/AFP/Getty Images

Man sieht sie nicht – man hört sie nicht. Und das ist auch kein Wunder: Bienen überleben den Winter in ihrem Bienenstock in einer Wintertraube, einem Gebilde aus sehr vielen Bienenkörpern. Bei Kälte kuscheln sich die Bienen dort ganz eng zusammen, um sich gegenseitig Wärme zu geben.

Bienen sind ein soziales Völkchen

Das Bienenvolk ist ein soziales Völkchen: Bienen verstehen sich als Sozialgemeinschaft, die von der Arbeitsteilung und Kommunikation lebt. Das Volk besteht im Sommer aus 30.000 bis 70.000 Bienen. Ihm gehören die Arbeiterinnen, die Drohnen und die Königin an. Die Drohne ist die männliche Biene. Jetzt im Herbst, wenn es kälter wird, haben die Drohnen ihren Dienst getan und werden nicht mehr gebraucht. Die Arbeiterinnen drängen sie ohne Futter in eine Ecke und zerren sie anschließend aus dem Bienenstock, wo sie bald absterben. Männer, geht es euch bei uns gut!!!

© Joe Raedle/Getty Images
© Joe Raedle/Getty Images

Die Bienen halten eine Winterruhe

Das bedeutet: Den Herbst überleben nur die weiblichen Bienen und die Königin. Bienen halten keinen Winterschlaf, wie oft angenommen wird. Sobald der Sommer vorbei ist, ziehen sich die Bienen in die Mitte des Bienenstockes zu einer Wintertraube zusammen. In der Mitte der Traube sitzt die Königin, dort ist es auch am wärmsten.

Bienen, die sich in der äußeren Schicht der Traube befinden, erzeugen Wärme durch schnelles Flügelschlagen und Wackeln mit dem Hinterteil. Kalt ist es dadurch in der Traube nicht – dort hat es innen zwischen 20 und 30 Grad, außen nicht unter 15 Grad. Die Bienen tauschen auch öfters ihre Plätze von außen nach innen und umgekehrt. Wird es bei uns im Winter mal wärmer als 12 Grad, wird die Traube gelockert – die Bienen machen einen kurzen Spazierflug, um ihren Darm entleeren. Danach finden sich die Bienen in neuer Konstellation in der Traube wieder zusammen.

Bienen sind aufgrund ihrer Vorratshaltung in der Lage, dass sie den Winter gut überleben

Wir haben beim Institut für Bienenkunde in Celle nachgefragt, wie Bienen den Winter überleben. Wir sprachen mit Martina Janke, die als Wissenschaftlerin im Institut arbeitet. Sie erklärte uns, dass viele Imker den Bienen den gesammelten Honig vollständig abnehmen und sie mit Zuckerwasser füttern. Manche Imker bieten auch fertiges Futter an. Dieses Futter ist in der Regel besser, weil es auf die Bedürfnisse der Bienen abgestimmt ist.

Das Futter benötigen die Bienen, um Wärme zu produzieren. Deshalb lagern sie es in die Waben ein. Der Vorrat muss allerdings groß genug sein, damit er für den ganzen Winter reicht. In der Traube bleiben die Bienen meist bis zum Frühjahr, wie uns Frau Janke erklärte. Wann die Bienen wieder ausfliegen, hängt von der Außentemperatur und der Verfügbarkeit ihrer Vorräte ab. Jedoch nicht alle Bienen überleben den Winter. In Deutschland haben etwa 30 Prozent der Bienen den vergangenen Winter nicht überlebt.

Übrigens: Seit ein paar Jahren gibt es in Städten zunehmend Hobby-Imker, die auf ihren Balkonen und Terrassen Bienenkästen aufstellen. Dieser Stadthonig ist weniger mit Pestiziden belastet. Gut so! Schmeckt noch besser!