Wie Flüchtlinge an der mazedonischen Grenze leiden

Seit der Schließung der griechisch-mazedonischen Grenze spitzt sich die Lage an den Grenzübergängen zu. Heute stürmten Geflüchtete eine Eisenbahntrasse bei Idomeni. Die mazedonische Polizei setzte Tränengas ein.

© Louisa Gouliamaki/AFP/Getty Images

Syrische und irakische Flüchtlinge versuchen, dem Tränengas zu entkommen © Louisa Gouliamaki/AFP/Getty Images

Hunderte Geflüchtete haben heute die Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien gestürmt. Zunächst hatten sie für die Öffnung der Grenzzäune protestiert.

Syrische und irakische Flüchtlinge protestieren an der Grenze zu Mazedonien für die Grenzöffnung © Louisa Gouliamaki/AFP/Getty Images
Syrische und irakische Flüchtlinge protestieren an der Grenze zu Mazedonien für die Grenzöffnung © Louisa Gouliamaki/AFP/Getty Images

Doch die Grenze blieb geschlossen. Mithilfe von Stangen und Mästen beschädigten sie den Zaun.

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Die mazedonische Polizei setzte Tränengas ein, um sie vom Übertritt abzuhalten. Einigen gelang es trotzdessen, ihn zu überqueren.

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Wie kam es dazu?

Ein Gerücht hatte den Sturm auf den Grenzzaun ausgelöst, berichtet Zeit Online. Es hieß, die Grenze in der Nähe der griechischen Stadt Idomeni sei offen. Nachdem Ende Januar die Balkanstaaten und Österreich ihre Grenzen fast komplett geschlossen hatten, machten sich tausende Flüchtende auf den Weg nach Idomeni – und harren dort seit Wochen aus.

Trotz geschlossener Grenzen kommen weiterhin Menschen nach Idomeni – in der Hoffnung, von dort nach Mitteleuropa weiter reisen zu können. Das inoffizielle Camp ist überlastet, die Lage angespannt. In der vergangenen Woche hatten knapp vierhundert Flüchtlinge für eine Grenzöffnung protestiert.

In der Nacht auf Montag durften 305 Menschen die Grenze überqueren, danach wurde sie wieder geschlossen. Die Stimmung hitzte sich in den folgenden Stunden immer weiter auf.

Wie viele Menschen waren betroffen?

Schätzungen zufolge harren derzeit 6500 Menschen in dem Camp aus, das für maximal 1500 Schutzsuchende ausgerichtet ist. Wie Spiegel Online berichtet, hatte die griechische Regierung schon vor einigen Tagen versucht, das Lager zu räumen, um die Situation zu entspannen.

Von den Tränengasangriffen waren heute zirka 300 Iraker und Syrer betroffen. Sie hatten es zuvor geschafft, die Polizeisperren zu überwinden, wie die Tagesschau berichtet.

Bereits im August und Dezember hatten Grenzpolizisten Tränengas in Idomeni gegen Flüchtlinge eingesetzt.