Was wir unserem Planeten angetan haben

Die Fakten zuerst: Die Zahl der Land- und Meeresbewohner ist den vergangenen 40 Jahren um 39 Prozent zurückgegangen, meldete der WWF. Die der Süßwassertiere sogar um 76 Prozent. Schuld daran ist? Na ratet mal. 

© Guillaume SouvantAFP/Getty Images

Glückliches kleines Koala-Baby: Bald nur noch im Zoo? © Guillaume SouvantAFP/Getty Images

Der meistgehasste Mann der Welt ist derzeit Zahnarzt James Palmer. Er tötete den Löwen Cecil und mindestens 43 andere Wildtiere. Erst schoss er Cecil mit Pfeil und Bogen an, hetzte ihn dann 40 Stunden lang durch die Steppe. Am Ende köpfte und häutete er das Tier.

So etwas machen wir Menschen. Das und noch mehr.

Nur noch halb so viele Wildtiere

Heute gibt es 52 Prozent weniger Wildtiere als noch im Jahr 1970. Besonders schlimm ist die Lage in den Tropen: 56 Prozent weniger wildes Leben gibt es hier,  schrieb im Herbst der World Wide Fund for Nature (früher nannte er sich World Wildlife Fund, WWF) in seinem Living Planet Index. In Lateinamerika sind es sogar 83 Prozent weniger.

Landbewohner, Süßwassertiere, Meerestiere. Es werden immer weniger. Die Grafik stammt von www.panda.org
Landbewohner, Süßwassertiere, Meerestiere. Es werden immer weniger. Die Grafik stammt von wwf.panda.org

Für die Studie zählte der WWF Tierpopulationen. In einem früheren Bericht hatte der WWF noch geschätzt, dass die Tier-Populationen nur um 28 zurückgegangen seien, schreibt vox.com.  Damals hatten sie die Bestände in Europa überbewertet. Doch gerade die so schwer geschädigten Tropen sind der Lebensraum der Wildtiere – gewesen.

Die größten Bedrohungen der Tierwelt laut WWF: Die Ausbeutung des Planeten, Veränderung und Verlust der Lebensräume, Klimawandel. Alles Dinge, für die wir Menschen verantwortlich sind.

Die größten Bedrohungen der Tierwelt: Die Ausbeutung des Planeten, Veränderung und Verlust der Lebensräume, Klimawandel. Die Grafik stammt von wwf.panda.org.
Die größten Bedrohungen der Tierwelt: Die Ausbeutung des Planeten, Veränderung und Verlust der Lebensräume, Klimawandel. Die Grafik stammt von wwf.panda.org.

In Deutschland bedroht vor allem der CO2-Ausstoß die heimischen Tiere, aber auch die Umwandlung natürlicher Flächen in Ackerland, sowie die Rodung der Wälder. Mehr Details stehen im Report.

Die größten Bedrohungen der Tierwelt: Die Ausbeutung des Planeten, Veränderung und Verlust der Lebensräume, Klimawandel. Die Grafik stammt von wwf.panda.org
Der Tierbestand halt sich mehr als halbiert. Die Grafik stammt von wwf.panda.org

Forscher und Tierschützer schlagen Alarm, aber sie kämpfen gegen Jäger und eine ignorante Öffentlichkeit. Jane Goodall gilt als Pionierin der Affenforschung. Auf ihrer Homepage veröffentlichte sie dieses Statement:

“I was shocked and outraged to hear the story of Cecil, Zimbabwe’s much loved lion. Not only is it incomprehensible to me that anyone would want to kill an endangered animal (fewer than 20.000 wild lions in Africa today) but to lure Cecil from the safety of a national park and then to shoot him with a crossbow…? I have no words to express my repugnance. He was not even killed outright, but suffered for hours before finally being shot with a bullet. And his magnificent head severed from his wounded body. And this behaviour is described as a “sport.“ Only one good thing comes out of this – thousands of people have read the story and have also been shocked. Their eyes opened to the dark side of human nature. Surely they will now be more prepared to fight for the protection of wild animals and the wild places where they live. Therein lies the hope.”

Löwe Cecil ist tot. Und vielleicht war sein Tod nicht umsonst. Vielleicht haben wir diesmal etwas gelernt.