Was wir von Rory Gilmore lernen können

In sieben Staffeln „Gilmore Girls“ habe ich mit Rory gelacht, gelitten und ihr dabei zugeschaut, wie sie langsam erwachsen wird. Dabei hat nicht nur Rory unfassbar viel gelernt – auch ich. Hier sind neun Lektionen. 

Gilmore Girls

Rory im zweiten Trailer zur neuen Staffel "Gilmore Girls" © Netflix

Inmitten all der Vorfreude auf den Start von vier neuen Folgen der „Gilmore Girls“ ist es Zeit für eine kurze Rückschau. Was ist damals noch gleich alles passiert? Und vor allem: Was haben wir auch Jahre nach dem Ende der Serie unerschütterlich in unserem Leben behalten?

Besonders Rory hat im Laufe der Serie eine beeindruckende Entwicklung hingelegt und ist ein ziemlich gutes Vorbild.

Hier sind die wichtigsten Lebens-Lektionen von Rory Gilmore:

1. Kämpfe für deine Ziele

Rory hat nie geglaubt, dass ihr die Dinge in den Schoß fallen oder das Schicksal irgendwie schon seinen Lauf nehmen wird. Stattdessen hat sie sich stets den Arsch aufgerissen und hart an sich und für ihre Ziele gearbeitet. Dass man beim aufwärts Klettern stürzen kann, hat auch Rory erfahren müssen – nämlich als Medienmogul Mitchum Huntzberger ihr einreden wollte, dass sie niemals Journalistin werden könne. Wichtig ist, sich nach Niederlagen wieder aufzurichten und dann das angepeilte Ziel umso beharrlicher zu verfolgen.

2. Setze Prioritäten

Rory, das Kleinstadtmädchen und die Tochter einer Selfmade-Frau hat sich niemals mit dem Zweitbesten zufrieden gegeben. Du willst nach Harvard? Alles klar! Aber dann sollten deine Prioritäten eben nicht auf Make-Up, Fashion und Partys liegen. Wenn du dir klarmachst, was dir wirklich wichtig ist, fällt dir Verzicht auf anderes nicht allzu schwer.

3. Lerne, nein zu sagen

Damals, als Stadtrat Taylor Doose versuchte, Rory zu manipulieren, damit sie sich als Maskottchen für seine Retro-Eisdiele hergibt. Doch obwohl Rory gern anderen Menschen hilft, blieb sie standhaft und weigerte sich, Icecream Queen zu sein. Irgendwie hat doch jede*r einen Taylor im Leben. Jemanden, der so fordernd und übertölpelnd sein kann, dass einem das Nein einfach in der Kehle stecken bleiben möchte. Dabei ist es wahnsinnig befreiend, es nicht immer allen recht machen zu wollen.

4. Niemand ist perfekt

Auch ein Everybody’s Darling wie Rory macht dumme, gravierende Fehler. Wie zum Beispiel, als sie mit ihrem verheirateten Ex-Freund Dean geschlafen hat und hinterher alle litten. Oder als sie aus einer – durch eine tiefe Demütigung verursachten – Kurzschlusshandlung heraus mit ihrem späteren Freund Logan einfach eine Yacht klaute und im Knast landete. Auch, wenn solche Aktionen dämlich sind: Jeder darf mal die Kontrolle verlieren und sich daneben benehmen. Das ist menschlich und okay. Jedenfalls, so lange dabei niemand verletzt wird.

5. Mach Pausen vom Alltag

Einer der wohl bekanntesten Sätze ist der Beginn von Rorys Abschlussrede: „Ich lebe in zwei Welten: Die eine ist die Welt der Bücher.“ Damit bringt sie auf den Punkt, was jeder Bücherwurm weiß: Aus dem Alltag aus- und in eine völlig andere Welt einzusteigen, hat mitunter eine heilsame Wirkung. Rory hat diese Exit-Strategie in ihr Leben integriert, indem sie stets gleich mehrere Bücher bei sich trägt. Studien beweisen übrigens: Menschen, die regelmäßig lesen, sind glücklicher, fühlen sich weniger allein und erholter. Ha!

6. Sei immer du selbst

Rory hat nie viel Wert darauf gelegt, den coolen Kids zu gefallen. Stattdessen hat sie sich auf die Menschen konzentriert, die sie so lieben, wie sie ist. Eine Lektion, die wir alle hoffentlich irgendwann einmal lernen. Je früher, desto besser – schließlich kostet es viel Kraft, sich dauerhaft zu verstellen. Und diese Energie spart man besser für die Umsetzung von Lektion 1, 2 und 4.

7. Hör auf deine Mutter

Zumindest, wenn es sich um eine Mutter wie Lorelai handelt. Die hat Rory nämlich nicht nur beigebracht, wie man die kleinen Freuden des Lebens (Fastfood und alte Filme) gebührend zelebriert, sondern auch, wie man ein guter, mitfühlender, herzenswarmer Mensch wird. Und das ist etwas, von dem diese Welt besonders momentan einfach nicht genug gebrauchen kann.

8. Pflege deine Bindungen

Mit Lane verbindet Rory seit den frühen Kindertagen eine innige Freundschaft; Paris betreut sie seit der Sache mit Tristan in fast jeder Hinsicht trotz aller Neurosen wacker; ihren Großeltern ist sie eine Vorzeige-Enkelin und Stars Hollow und seinen verrückten Bewohner*innen steht Rory auch nach ihrem Umzug nach Yale zuverlässig zur Verfügung. Im Gegenzug hat Rory immer Menschen, auf die sie sich verlassen kann und die sie von Herzen gern unterstützen. Loyalität ist eine nicht zu unterschätzende Sache.

9. Sag, was du denkst

Auch, wenn Rorys Kulleraugen es nicht vermuten lassen: Ihre Schlagfertigkeit verdient einen goldenen Stern auf dem Walk of Fame. Es gibt nichts, worauf Rory keine Antwort hätte. Vielleicht liegt’s am vielen Kaffee – vielleicht aber auch daran, dass sie einfach ein enorm kluger und zugleich mitfühlender Kopf ist. Gelernt haben wir daraus: Schlagfertigkeit und Direktheit bedeuten nicht zwingend, unverschämt und verletzend zu sein.

Ach Rory! Süße, kluge, kämpferische Rory Gilmore – wir sind so gespannt zu erfahren, wie es dir in der Zwischenzeit ergangen ist. Wer hat dein Herz erobert? Wie ist dein Leben als Journalistin? Was macht dich froh, was traurig? Zum Glück ist es nur noch eine Frage von Tagen, bis wir dich endlich wiedersehen.