Was würdest du tun, wenn dir zwei Tage lang 20.000 Bienen folgen?

Was tun, wenn 20.000 Bienen auf deinem Auto sitzen, weil sie darin ihre Königin vermuten? Die falsche Antwort: Einkaufen gehen und hoffen, dass sich die Sache von selbst erledigt.

© GinnyatABPI/Twitter

Ach, die wollen nur spielen. © GinnyatABPI/Twitter

Bienen sind treue Insekten. Vor allem ihrer überheiligen Königin würden sie überall hin folgen. Das musste Carol Howarth selbst erfahren, als sie vom Shoppen zurückkam und merkte, dass sich ein ganzer Bienenschwarm auf ihrem Auto niedergelassen hatte. Ungefähr 20.000 Honigmacher*innen belagerten die rechte hintere Seite ihres Mitsubishis. Was zu diesem Zeitpunkt noch niemand wusste, ist, dass die werte Königin im Kofferraum eingesperrt war.

Zunächst hatte die 65-jähirge Autobesitzerin gar nicht mitbekommen, wie viel Aufsehen ihr Bienenauto erregte. Dass die drei Imker*innen, der Nationalpark-Ranger und die vielen Passant*innen gerade versuchten, einen Bienenschwarm von ihrem Auto in eine Kartonbox umzusiedeln, bekam sie erst mit, als sie von ihrem Einkauf zurückkam.

Tom Moses, Aufseher im Nationalpark Pembrokeshire Coast in Wales, hatte das Bienenauto gesehen und den Vorfall gemeldet. Aus Sorge, jemand würde den Bienchen etwas antun, kontaktierte er den Imkerverband der Stadt. „Ich fuhr gerade vorbei, als ich einen dunklen Fleck auf dem Auto bemerkte. Als ich realisierte, dass das ein Bienenschwarm war, stoppte ich. Da das Auto mitten in der Stadt und vor einem Pub stand, hatte ich Angst, dass jemand auf eine dumme Idee kommt, verletzt wird oder andersrum die Bienen verletzt.“ Bei der Umsiedlung trug Moses etliche Stiche am Kopf, Hals und hinter den Ohren davon. Nach ein paar Antihistaminika wären die aber nicht mehr so schlimm, sagte er zu DailyMail.

Dabei wollten die Bienen doch eigentlich nur zu ihrer geliebten Königin, so ist zumindest die Theorie. Roger Burns vom Imkerverband: „Es ist möglich, dass die Königin von irgendwas im Inneren des Autos angezogen wurde. Vielleicht von etwas Süßem.“ Er war es, der den Karton zum Tatort brachte und vorsichtig versuchte, den Schwarm in die Box zu bürsten. 15 bis 20 Stiche später ließ er die Box auf dem Dach des Autos stehen, damit die letzten paar hundert Bienen von selbst in ihr neues Zuhause finden konnten. Das klappte ganz gut, bis ein Windstoß die Box vom Autodach fegte. Im Zuge dessen kroch die Königin vermutlich wieder zurück in den Kofferraum.

Das alles geschah am vergangenen Sonntagmorgen. In dem Glauben, die Sache wäre erledigt, fuhr Carol nach Hause – nur um am darauffolgenden Montag den Bienenschwarm wieder an ihrem Auto kleben zu sehen. Sie bat ein weiteres Mal die Imker*innen um Hilfe, die die surrende Truppe schließlich bis 18 Uhr entfernten. „Ich bin seit 30 Jahren Imker, aber so etwas habe ich noch nie gesehen“, sagte Roger. „Es ist normal, dass ein Bienenschwarm seiner Königin folgt, aber es ist schon seltsam und überraschend, dass sie einem Auto für zwei Tage folgen. Es war eigentlich ganz amüsant.“

Ob die gefangene Königin wirklich der Grund für ihren Ausflug war, weiß allerdings niemand. Denn tatsächlich hat sie niemand gesehen.

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Quelle: Gif