Welche Eigenschaft eurer Eltern ihr nie übernehmen wolltet – und sie jetzt doch habt

Wir haben in die Runde gefragt: In welchen Situationen ähnelt ihr euren Eltern mehr, als euch lieb ist?

Eine Familie: Same, same but different. © Catt Liu/Unsplash.com

Bei dem Gedanken an die Zukunft wollen es die Jüngeren immer anders machen als die Generationen zuvor. Voller Inbrunst wehren sie sich innerlich dagegen, die Spleens ihrer Mütter und Väter zu übernehmen – und laufen am Ende mitten in sie hinein, sei es die übertriebene Präzision beim Spülmaschine einräumen oder der Hang zum Labern. „So werde ich nie sein“, rufen die Jungen und stellen am Ende doch fest: Manche Eigenschaften schleichen sich in unseren Charakter, auch wenn wir das nicht geplant haben.

Wir haben euch gefragt, wo ihr euch ähnlich wie eure Eltern verhaltet, obwohl ihr das eigentlich gar nicht wollt. Eure Antworten habt ihr uns anonym per Tellonym zugesandt. Und auch wenn manche Charakterzüge tatsächlich nerven können, sind die meisten Eigenschaften doch eigentlich ganz charmant.

Welche Charakterzüge ihr von euren Eltern übernommen habt:

„Jähzorn mit mir wichtigen Menschen.“

„Perfektionismus, dem ich niemals gerecht werden könnte.“

„Sich über völlig unwichtige Dinge Sorgen machen und dann die ganze Nacht nicht schlafen können.“

Mir selbst im Gesicht rumzufummeln, wenn ich mich konzentriere.“

„Meine Mutter hat immer einen Wirbel darum gemacht, wie die Spülmaschine einzuräumen ist. Ich dachte immer, sie soll doch froh sein, dass wir es überhaupt tun. Wir haben nun seit zwei Wochen selbst eine Spülmaschine und ich habe meinen Mann schon genaustens eingewiesen, was wie wohin gehört.“

„Den Wunsch, es allen recht zu machen, ohne sich selbst zu berücksichtigen. Das ist das, was mich an meiner Mutter immer am meisten stört und doch erwische ich mich dabei.“

„Das Rauchen, welches ich als Kind vehement verabscheut und mit 18 Jahren dann doch angefangen habe (die ersten Jahre heimlich).“

„Die Wortneuschöpfungen und Redensart meiner Mutter. Ich habe sie furchtbar gefunden, als ich noch zu Hause lebte. Jetzt übernehme ich ihre Ausdrucksweise und Wörter, werde lauter, sobald ich etwas erklären will und falte sogar die Wäsche genau so, wie sie es immer tut. Ich liebe meine Mom.“

Die schlechte Haltung von meinem Vater.“

„Ich wollte nie so laut sein, wie meine Mutter es oft ist – in der neuen Wohnung bin ich die Lauteste.“

„Dass ich mein Herz zu doll an Gegenstände hänge.“

[Außerdem auf ze.tt: Ihr habt uns in einem Satz gesagt, warum eure letzte Beziehung zu Ende ging]

„Ich wollte nie ein Weiberheld wie mein Vater werden und habe dann doch alle meine Freundinnen betrogen.“

„Meine Mutter braucht Aufmerksamkeit und das Gefühl, dass andere Menschen sie bewundern. Deswegen ist sie oft sehr laut und erzählt viele Geschichten, die sie selbst gut darstellen. Wenn ihr jemand nicht die Beachtung schenkt, die sie sich wünscht, ist sie beleidigt. Das war mir als Kind und Jugendliche oft peinlich – auch weil ich sie in solchen Situationen immer schnell durchschaut habe. Mittlerweile erwische ich mich manchmal selbst dabei, wie ich dasselbe Verhalten an den Tag lege. Das gefällt mir gar nicht.“

Immer das Schlechte von anderen zu erwarten.“

„Ich wollte nie wie meine Mutter sein. Nie. Sie kümmert sich immer um jeden und alle und versucht überall zu helfen, wo sie nur kann. Ich fand das immer ziemlich schräg und peinlich. Zudem ist sie sehr ordentlich und packt alles gleich weg, so kann man keinen Becher auf den Tisch stellen, ohne ihn zwei Minuten später in der Spülmaschine wiederzufinden. Ich bin letztes Jahr von zu Hause ausgezogen und dachte, ich hätte mich nun zum Besseren entwickelt, zu jemand anderem als meine Mama. Aber nein. Sobald wir nebeneinander stehen, sind wir im Prinzip die gleiche Person. Wir bemuttern alle und räumen schnell alles weg, was uns stört. Lustig irgendwie.“

„Ich kann wirklich nicht gut streiten.“

„Ich tu seit Jahren alles, um auf keinen Fall zu sein wie meine Mutter. Hat sie damals auch mit ihrer Mutter so gemacht. Naja … eine gemeinsame Eigenschaft. Juhu.“