Wenn nur noch zählt, am Leben zu bleiben

Mit 33 Jahren bekommt Sarah die Diagnose Brustkrebs. Neuer Job, Umzug und Urlaubspläne – von jetzt auf gleich war alles egal. Sie musste wieder gesund werden.

Zwischen dem Ertasten des Knotens und der Diagnose lagen zwei lange Wochen. Viel Zeit, in der sich Sarah immer wieder fragte: was, wenn du wirklich schwer krank bist? Wie möchte ich mit dieser Krankheit umgehen? Was ist, wenn ich sterben muss? 

Im Mai 2017 erhält Sarah ihre Diagnose: ein vier Zentimeter großer Tumor in ihrer rechten Brustwand. Von da an war alles anders, denn der schnell wachsende Knoten musste sofort behandelt werden. Die Erkrankung habe viele ihrer Freundschaften verändert, erzählt sie. „Ich war plötzlich nicht mehr diejenige, die angerufen werden kann, wenn es abends losgeht. Ich war die Sarah, die jetzt Krebs hat.“

Mit rund 75.000 Neuerkrankungen jährlich ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung in Deutschland. Besonders für junge Frauen bedeutet die Diagnose einen gravierenden Einschnitt in ihre Lebensplanung. Gerade die Frage nach Karriere oder Kindern stellt sich erneut, denn eine Chemotherapie kann unfruchtbar machen. Wer Kinder möchte, muss sich vorweg Teile des Eierstocks entnehmen lassen oder Eizellen einfrieren. Nicht bei allen Frauen ist das möglich, eine 100-prozentige Garantie besteht nicht.

Der Tumor in Sarahs Brust ist mittlerweile unsichtbar. Alle drei Wochen geht sie zur Chemotherapie, einer mehrstündigen Infusion. Eine Woche muss sie sich davon erholen, dann geht es ihr kurz besser, bevor es wieder von vorne beginnt. Die Behandlung beschreibt Sarah als einen ewig andauernden üblen Kater und sagt gleichzeitig, dass sie dieses Leid, was sie erfahren hat, niemals vergessen möchte. „Ich weiß, dass es diese ganz großen Tiefpunkte in meinem Leben sind, wodurch ich die Höhepunkte erst richtig sehe.“