Wer in Honolulu eine Straße überquert und dabei aufs Handy starrt, muss künftig Strafe zahlen

Weil es in der Vergangenheit zu zahlreichen Unfällen mit Fußgänger*innen gekommen ist, geht Hawaiis Hauptstadt jetzt gegen sogenannte Smombies vor.

Statt aufs Handy sollen die Menschen lieber auf die Straße schauen. © Pexels/CC0

Nur noch kurz die Mails checken: 88-mal am Tag schalten wir unser Smartphone im Durchschnitt an. Nach dem Aufstehen, am Frühstückstisch, aber auch gern mal unterwegs. Mit gesenkten Köpfen gehende Menschen gehören mittlerweile zum Straßenbild. 2015 kürte der Langenscheidt-Verlag nicht ohne Grund das Wort Smombie, eine Kombination aus Smartphone und Zombie, zum Jugendwort des Jahres.

Weil das Smartphone vom eigentlichen Geschehen auf der Straße ablenkt, ist es Autofahrer*innen und Radler*innen in Deutschland verboten, es bei der Fahrt zu nutzen. Die hawaiianische Stadt Honolulu geht noch einen Schritt weiter und mit einem neuen Gesetz nun auch gegen Fußgänger*innen vor: Ab heute drohen Passant*innen in der größten Stadt des US-Bundesstaates Hawaii eine Geldstrafe von 15 bis 35 Dollar, wenn sie beim Überqueren der Straße an ihrem Smartphone herumspielen. Damit ist Honolulu die erste US-amerikanische Stadt, die ein solches Verbot einführt.

Aufmerksamere Menschen, weniger Unfälle

Ende Juli hatte Kirk Caldwell, der Bürgermeister der Stadt, das Gesetz unterzeichnet. Lediglich Fußgänger*innen, die einen Notruf absetzen, sind von der Regelung ausgenommen. Das Verbot soll die Smombies davor schützen, in Poller, Laternenpfähle, gegen andere Menschen oder unaufmerksam in den Verkehr zu laufen. In Honolulu würden mehr Fußgänger*innen, vor allem Senior*innen, beim Überqueren der Straße angefahren als in fast allen anderen Städten in der Umgebung, erklärte Caldwell gegenüber dem Guardian.

[Außerdem auf ze.tt: Das kannst du gegen deine Smartphone-Sucht tun]

Nach Angaben der US-amerikanischen Verkehrssicherheitsorganisation GHSA starben in den USA im vergangenen Jahr fast 6.000 Fußgänger*innen im Straßenverkehr, 22 Prozent mehr als noch 2014. Die Organisation nennt als mögliche Ursache dafür auch die wachsende Zahl an Smartphone-Nutzer*innen.

Auch andere Orte probieren sich bereits an Konzepten, wie sie die Straßen sicherer machen können: So testen die Stadt Augsburg und die holländische Stadt Bodegraven ein Ampelsystem, bei dem Leuchtstreifen auf dem Boden Gehen oder Stehen signalisieren. In Chongqing in China gibt es auf den Bürgersteigen seit 2014 sogenannte cellphone lanes nur für Smarthpone-Nutzer*innen.