Werbung per Ultraschall: Handy und Laptop reden heimlich über dich

Werbung ist vor allem dann erfolgreich, wenn Unternehmen ihre Kunden möglichst genau kennen. Mit einer neuen Ultraschall-Technologie könnten elektronische Geräte zukünftig miteinander teilen, was sie über dich wissen.

© JONATHAN NACKSTRAND/AFP/Getty Images

Sie reden über dich. © JONATHAN NACKSTRAND/AFP/Getty Images

Ultraschall-Töne sind für das menschliche Gehör nicht wahrnehmbar. Für Fledermäuse schon. Oder für Smartphones. Mit ultrahohen Tönen aus simplen Lautsprechern lassen sich Apps steuern. Das eröffnet eine ganze Reihe von Möglichkeiten.

Stell dir vor, du gehst an einem Schuhladen vorbei und erhältst im selben Moment in einer speziellen App auf dem Handy einen Rabattgutschein. Das funktioniert, wenn der Schuhladen Töne sendet, die er von einer Firma eingekauft hat. Klar, das geht auch per Bluetooth – ist aber viel aufwendiger und Bluetooth beim Großteil der Smartphone-Besitzer standardmäßig deaktiviert.

Zweites Szenario: Du schaust Möbel-Werbung und die mitgesendeten Töne setzen Cookies auf deinem Tablet, Smartphone oder Laptop. Anschließend kann genau mitverfolgt werden, wie lang du die Werbung noch anschaust, ob du danach zum Beispiel Amazon öffnest, nach einem Produkt googelst oder es gar bestellst. Cross Device nennt sich diese Technik und erlaubt es, Daten in einer ganz neuen Dimension zu sammeln.

Datenschützer so: 😱

Bei dem Gedanken an Cross Device flippen Marketing-Firmen gerade vor Freude aus. Auf der anderen Seite warnen Datenschützer der amerikanischen Bürgerrechtsorganisation „Center for Democracy and Technology“ (CDT) gerade die US-Aufsichtsbehörde vor der Ultraschall-Technik. Bisher seien die Vorlieben und das Verhalten von Nutzern auf unterschiedlichen Geräten eingeschlossen gewesen, erklären die CDT-Aktivisten. „Geräteübergreifendes Tracking erlaubt Werbetreibenden aber, diese Datenströme auf eine Person zurückzuführen und sich dadurch detailliertere Kenntnisse über eine Person zu verschaffen.“

In Europa müssen Nutzer der Verwendung jedes einzelnen Cookies zustimmen. Daher ist diese Technik zwar eigentlich illegal, dennoch wird Cross Device in Deutschland bereits im Testbetrieb eingesetzt. Mehrere Firmen, darunter Adobe und Silverpush, verwenden Cross Device ebenfalls. Silverpush steht besonders stark in der Kritik, weil das Unternehmen nicht verrät, in welchen Apps es die Technik einsetzt.

Gegen Ultraschall-Töne kann sich dein Telefon nicht wehren. Der einzige Schutz ist, sich außerhalb der Reichweite von Geräten aufzuhalten, die die Signale aussenden.