WhatsApp gibt deine Handynummer an Facebook weiter

Facebook bekommt in Zukunft die Handynummer, mit der du dich bei WhatsApp angemeldet hast. So sollen dir zunächst „bessere Freundschaftsvorschläge“ angezeigt werden. Und demnächst dann auch „mehr relevante Werbung“.

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Hey, klar bleiben unsere Daten privat. Sagten die WhatsApp-Gründer zumindest 2014. © complize / photocase.de

2014 schien die Sache klar. Jan Koum, der Co-Gründer von WhatsApp, meinte da nämlich noch, dass der Deal mit Facebook – WhatsApp wurde für rund 19 Milliarden US-Dollar gekauft – nicht den Austausch privater Daten zwischen den Plattformen mit sich bringe. „Wenn die Zusammenarbeit mit Facebook bedeutet hätte, dass wir unsere Werte hätten ändern müssen, hätten wir es nicht getan“, schrieb Koum damals in einem Blog-Post.

Werte können sich ändern

Jetzt teilt das das Unternehmen mit, man werde künftig stärker mit Facebook zusammenarbeiten. Okay, und das heißt? Die verschlüsselten Nachrichten, die zwischen den User*innen hin und her geschickt werden, würden auch weiterhin privat bleiben und niemand sonst könne sie lesen: „Wir werden deine WhatsApp-Nummer weder posten, noch mit anderen teilen – auch nicht auf Facebook. Wir werden deine Nummer auch weiterhin nicht verkaufen, teilen oder an Werbeagenturen weitergeben.“

Am Ende der Mitteilung steht dann aber: 

„Indem deine Telefonnummer mit den Facebook-Systemen verbunden wird, kann Facebook dir besser Freunde vorschlagen und dir passendere Werbung anzeigen.“

Mit anderen Worten: WhatsApp gibt deine Handynummer und Infos über die Häufigkeit deiner WhatsApp-Nutzung an Facebook weiter, damit dein Profil noch besser zugeordnet und dir dadurch für dich relevantere Werbung auf Facebook angezeigt werden kann.

Denn so verdient Facebook – ein Börsenunternehmen und genau wie WhatsApp ein für Anwender*innen kostenloser Dienst – nämlich sein Geld. Je interessanter und passender die Werbung für dich ist, desto eher klickst du drauf und desto mehr fließt zu Facebook.

Durch die Datenzusammenführung mit WhatsApp werden deine digitalen Spuren noch detaillierter, Facebooks Informationen über dich noch mehr. Datenschützer halten das für „äußerst problematisch“.

Wie die Verbindung im Detail funktionieren soll, ist noch offen. Klar ist aber schon jetzt, dass der private Nachrichtenkanal WhatsApp künftig weiter kommerzialisiert und für Unternehmen geöffnet wird – zum Beispiel, um mit Firmen direkt zu kommunizieren.