Wie du die Trennung überstehst

Das Ende einer Beziehung ist wie ein kleiner Weltuntergang. Wir haben Tipps für die Zeit danach: Was du tun kannst, damit du klar kommst – und was du besser lassen solltest.

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Nach der Trennung besser nicht alleine bleiben. © Perchloroethylene | Flickr | CC BY 2.0

Gerade war noch alles gut. Ihr wart perfekt zusammen, das haben euch immer alle gesagt. Ihr wart euch so vertraut, so eins. Und dann: Schluss.

Ja, es fühlt sich beschissen an, plötzlich alleine da zu stehen. Ihr verliert eine eurer Säulen, ein Stück Lebensstabilität. Aber das ist nicht das Ende. Ihr müsst da durch und ihr kommt da durch.

Wenn ihr schafft, euch das bewusst zu machen, habt ihr den ersten Schritt in Richtung Leben ohne den Partner schon gemacht. „Eine Trennung ist etwas ganz normales, das muss man immer wieder in den Kopf rufen“, sagt Beziehungs- und Singlecoach Eric Hegmann. Wir haben Tipps für die Zeit nach der Trennung gesammelt.

Hört auf, ständig nachzudenken!

„Wer ist Schuld? Was hab‘ ich falsch gemacht?“ Es ist schon wieder drei in der Nacht, ihr liegt da und grübelt. Schluss damit.

Ihr solltet aufhören, zu viel nachzudenken. „Für Liebesschmerz kann man sich eine Spanne am Tag reservieren“, sagt Hegmann. Da könnt ihr euren Gefühlen dann kurz freien Lauf lassen.

Sonst aber gilt, sich abzulenken, ständig mit Freunden unterwegs sein und vor allem viel zu unternehmen. Wenn ihr euch den Frust von der Seele reden möchtet, solltet ihr das vor euren Freunden tun.

Der Berliner Psychotherapeut und Autor Wolfgang Krüger empfiehlt sogar, erst „frühestens nach vier Wochen über das Beziehungsaus nachzudenken“.

Weg mit den Erinnerungen

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Unmittelbar nach der Trennung gilt erst einmal: Kontaktsperre. Beziehungsexperte Hegmann rät, die Handynummer und den Kontakt bei Social-Media-Kanälen zu löschen. Hegmann: „Nach Studien verlängert sich Liebeskummer um bis zu sechs Monate durch Social-Media-Kontakt.“ Das Gehirn werde bei jedem Aufruf des Profils wieder an den ersten Schmerz erinnert.

[Auch noch bei ze.tt: Nett ist die kleine Schwester von glücklich]

Zusätzlich sollte man alles, was einen an den oder die Verflossene erinnert, in Kartons packen. Erinnerungsstücke und „gemeinsame Orte“ sollten gemieden werden.

In der Wohnung ordentlich umzuräumen, kann auch helfen. „Am besten einfach mal die Möbel umstellen“, sagt Krüger.

Im Zweifel die Party meiden

„Ich will nicht auf die Party. Ich hab‘ Schiss, dass mein Ex da rumläuft.“

Auch wenn der Verstand und Freunde sagen, ihr sollt euch jetzt nicht so anstellen: Eure Angst kommt aus dem Bauch und aus dem Herzen – und beide haben Recht.

Wenn ihr Pech habt, dann erwischt euch der Liebesentzug ganz heftig und es geht euch so schlimm wie nach der Trennung. Also lasst es besser bleiben. „Wahrscheinlich ist, dass der Abend und der Tag danach gelaufen sind und es einem richtig mies gehen wird“, sagt Hegmann.

Auf die Ernährung achten

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Achtet darauf, was ihr esst. Ihr braucht jetzt Nervennahrung wie Fisch, Soja oder Walnüsse. Ananas und Schokolade sind kleine „Aufheller“, Chili und Avocado machen glücklich.

Außerdem rät Hegmann: „Dass Alkohol jämmerlich und Nikotin schlapp macht, ist klar. Keinesfalls sollte man alleine den Rotwein leeren und den Aschenbecher füllen!“

Treibt Sport!

Geht doch einfach mal joggen. Frische Luft und Bewegung sind ohnehin wichtig. Nach der Trennung aber macht euch das im Wortsinn „frei“, sagt Hegmann.

„Die Botenstoffe und Hormone, die für die gedrückte Stimmung verantwortlich sind, werden von denen, die beim Laufen freigesetzt werden, vertrieben.“ Joggen – das sei wie ein Antidepressivum ohne Pille.

Keine „Verhandlungsgespräche“ mit dem Ex!

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Klar, nach der Trennung wollt ihr unbedingt wissen, was die Gründe waren – sofern die nicht eh schon klar sind, weil ihr zum Beispiel betrogen wurdet. Das ist sinnlos.

„Viele wollen nach der Beziehung verhandeln und sich ändern. Aber da ist es dann bereits zu spät dafür“, sagt Hegmann. Beziehungsgespräche bringen nur etwas, wenn ihr sie während der Partnerschaft führt.

Dazu hilft euch das Bild vom Schiffsuntergang: Wollt ihr mit dem Kapitän diskutieren, warum er den Kahn auf Grund gesetzt hat? Oder euch nicht lieber in ein Rettungsboot setzen und euch so in Sicherheit bringen?

Tut etwas für Andere

„In jedem Liebeskummer-Ratgeber wird man lesen, wie wichtig es ist, etwas für sich zu tun. In der Regel neben der Anzeige für eine Wellness-Oase“, sagt Hegmann. Sich hin und wieder zu verwöhnen, ist ok. Aber dadurch schließt ihr noch lange keine Freundschaft mit euch selbst.

Tut lieber etwas für Andere. „Die Dankbarkeit, die man dadurch erlebt, wird das Selbstwertgefühl tausendfach mehr steigern als eine Schlammpackung“, sagt Hegmann.

Werdet kreativ!

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Aus Liebeskummer kann neues Glück entstehen. Versucht euch zum Beispiel mal am Malen, Singen, Schreiben oder Töpfern. Etwas zu gestalten, zu bauen, zu erschaffen; das gibt Sinn und schafft neue Ziele.

„Man sollte sich fragen: Was sind meine fünf positivsten Eigenschaften“, sagt Paartherapeut Krüger. Wenn ihr das selbst nicht benennen könnt, fragt eure Freunde.

Jetzt ist auch die Zeit, alles anzupacken, was ihr vorher aufgeschoben habt. Krüger: „Nach einer Trennung sollte man innerlich durchstarten, damit man nicht abstürzt.“ Für euch heißt das also: Arsch hoch! Kommt in Aufbruchstimmung und plant euer Leben neu.

Stürzt euch nicht in eine neue Beziehung

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Eine ganz neue Liebe braucht vor allem Gelassenheit. „Um einen neuen Partner zu finden, muss man Optimismus und Lebensfreude ausstrahlen. Das macht attraktiver als Modelmaße“, sagt Experte Hegmann.

Setzt euch außerdem nicht unter Druck. Ihr wisst selbst, dass „Übergangspartner“ selten Menschen für eine neue Liebe sind. Beziehungsexperte Hegmann rät: Geht raus, habt Sex, erlebt, dass ihr als anziehend, attraktiv und liebenswürdig erlebt werdet. Daraus zieht ihr Stärke für euer Selbstbewusstsein.

Aber wartet mit einer neuen Beziehung, bis ihr tatsächlich bereit dafür seid.