Wie du mit Menschen klarkommst, die du nicht leiden kannst

Es gibt Leute, die treiben uns mühelos und kaltlächelnd in den Wahnsinn. Doch das muss nicht sein. Hier gibt’s ein paar Lösungsansätze.

Genervt

Mit manchen Menschen ist es zum Haare raufen! © Rike. / Photocase

Exzessives Augenrollen, genervtes Ächzen, innerliche Mordfantasien: Egal, ob Kollege*in, Schwiegereltern oder ein*e Partner*in des besten Freundes oder der besten Freundin: Manche Menschen kann man partout nicht ertragen. Und das ist okay, so lange man ihnen aus dem Weg gehen kann. In einigen Fällen jedoch lässt sich das leider nicht machen. Dann wird’s unangenehm.

Was also tun, wenn in deinem privaten oder beruflichen Umfeld eine Person auftaucht, die dich regelmäßig irre macht?

Not everybody’s darling

Zunächst hilft es zu begreifen, dass du nicht jede*n mögen kannst und auch überhaupt nicht musst. Dein Gegenüber ist also keine bitterböse Unperson, sondern einfach nur jemand, mit dem*der du dich nicht gut verstehst. Das ist ganz normal. Wenn du das akzeptierst, fällt ein gewisser Druck weg. Außerdem kannst du andere Menschen nicht ändern, du kannst aber bei dir selbst anfangen.

Läster-Stopp

Nicht tratschen – auch, wenn’s schwer fällt. Wer ständig schlecht über andere redet, steigert sich in die Negativität hinein und füttert seine eigene Abscheu. Das führt dann zu stärkeren negativen Reaktionen auf sein oder ihr Verhalten und heizt damit den Konflikt weiter an. Stattdessen hilft eine bewusst neutrale bis positive Betrachtung der anderen Person. Kostet ein wenig Kraft und Überwindung, lohnt sich aber. Kaum jemand ist objektiv permanent nur scheiße.

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Analysiere dich selbst

Hinterfrage die Situation. Gibt es tatsächlich einen objektiven Grund für deine Abneigung oder beruht sie eher auf einem vagen Gefühl? Wenn es konkrete, sachlich fundierte Gründe gibt, dann hilft baldige Klärung – gegebenenfalls unter der Aufsicht einer vermittelnden unabhängigen dritten Person. Sollte dein Hass hingegen bloß ein Bauchgefühl sein, dann könntest du prüfen, woher dieses Gefühl kommt. Fokussiere dich weniger darauf, was die Person tut, sondern mehr auf dich und das, was es mit dir macht.

Was genau bringt dich so auf die Palme und woran kann das liegen? Hin und wieder neigen wir dazu, Charakterzüge in Menschen abstoßend zu finden, die uns auf eigene Schwächen hinweisen. Der*die Kollegin ist ein nervtötender Kontrollfreak? Vielleicht bist du selbst ein*e Chaot*in oder umgekehrt…

Nicht alle sind wie du

Möglicherweise seid ihr wirklich extrem unterschiedlich. Oft jedoch erwarten Menschen, dass ihr Umfeld genauso tickt wie sie selbst. Das ist natürlich Quatsch. Wenn deine Nemesis durch ihr Verhalten immer und immer wieder das gleiche Gefühl in dir auslöst, kannst du beispielsweise an deiner diesbezüglichen Erwartung arbeiten. Denn davon auszugehen, dass andere stets so (re)agieren wie du, führt zwangsläufig zu Frust.

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Habt ihr Gemeinsamkeiten?

Weiterhin könntest du im Sinne einer weniger spannungsgeladenen Beziehung auch nach Gemeinsamkeiten suchen. Vielleicht mögt ihr ähnliche Musik oder Serien, trinkt den Kaffee auf die gleiche Art, habt eine Vorliebe für Süßes, reist gern in die gleichen Länder oder engagiert euch für die selben sozialen Themen. Wer lange genug sucht, wird meistens auch etwas finden. Etwas mehr als „Wir haben beide eine Nase!“ wird es schon geben.

Keine Konfrontation

Nicht provozieren lassen und nicht streiten. Wenn ihr euch absolut nicht leiden könnt, wird ein Konflikt vermutlich schnell eskalieren – weil euer Problem eben nicht auf der Sach-, sondern auf der persönlichen Ebene liegt. Am besten gehst du Konfrontationen höflich, aber bestimmt aus dem Weg und gehst nicht auf Provokationen ein. Wenn du Kritik äußern musst, dann sachlich, vernünftig, als Ich-Botschaft und unter keinen Umständen vor anderen Menschen, da fühlt man sich schneller angegriffen. Solltet ihr zusammen arbeiten müssen, konzentriert euch ausschließlich auf die vor euch liegende Aufgabe. Mitunter ist es ja genau die Diskussion entgegengesetzter Standpunkte, die ein Projekt entscheidend voranbringen kann.

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Durchatmen

Zwischendurch kann es nicht schaden, auch mal Pause einzulegen. Abstand halten, durchatmen, an etwas anderes denken und sich ablenken. Die Welt besteht aus viel mehr tollen Menschen und schönen Dingen als der nervigen Person.

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Lieb sein und loben

Sei freundlich und lasse deinem oder deiner Erzfeind *in bewusst und gezielt Unterstützung, Lob und Anerkennung zuteil werden, wenn es gerechtfertigt ist und nicht als Sarkasmus interpretiert werden kann. Das kann Wunder wirken. Jeder Mensch sehnt sich danach, wertgeschätzt zu werden.

Nicht zuletzt hilft es, sich bewusst zu machen: Auch du bist weit von Perfektion entfernt und gehst sehr wahrscheinlich – ohne es zu ahnen – manchen Menschen unfassbar auf die Nerven.