Wie hochsensible Menschen Weihnachten und andere große Feste überstehen

Wenn du eher Ruhe und Rückzugsräume brauchst, sind große Familienfeste vor allem eines: Stress. So überstehst du die Feiertage.

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Hochsensible Menschen fühlen sich im Trubel selten wohl. Wie handhaben sie das bei Familienfesten? Foto: Pexels | CC0 License

Menschen, die Ruhe statt Chaos brauchen

Einer hochsensiblen Person ist schon das normale Chaos des Alltags oft zu viel: laute Umgebungen, Menschengruppen, viele Termine. Sie reagieren stärker auf Reize der Umwelt als andere Menschen, daher ist die Aussicht auf die friedlichen Tage des Jahres für sie nicht unbedingt mit Vorfreude verbunden: Denn Weihnachten oder andere Familienfeste, wie zum Beispiel Hochzeiten und große Geburtstage sind eben selten besinnliche Feste. Wir haben hier schon einmal aufgeschrieben, was hochsensible Menschen ausmacht.

Das heißt jedoch nicht, dass Hochsensible Weihnachten allein auf einer Berghütte verbringen müssen und den Besuch bei Freunden und Familie ausschlagen. Wer einschätzen kann, was er braucht, damit es ihm gut geht, kann auch die Extremsituation Familienfeier überstehen, ohne im Anschluss noch einen Wellness-Urlaub zu brauchen. Wir haben ein paar Tipps für die sensibleren Menschen unter euch.

1. Kümmere dich um einen Rückzugsraum

Mit ein bisschen Glück, gibt es an dem Ort, an dem du Weihnachten oder ein anderes Familienfest verbringst, genug Schlaf- und Badezimmer, auf die sich alle Gäste aufteilen können. Wenn es möglich ist, frag danach, dass du ein Zimmer für dich hast, in das du dich zurückziehen kannst, wenn du gerade Ruhe brauchst. Wenn dich allein der Gedanke daran schon gruselt, mit vielen Menschen über mehrere Tage in einem Haus zu wohnen, ist vielleicht auch ein Hotelzimmer der beste Weg, um dir Stress über die Feiertage zu ersparen. Sprich mit deiner Familie oder deinen Freunden, sie werden verstehen, dass deine Selbstfürsorge angemessen ist – und auch sie haben am meisten von dir, wenn du entspannt und zufrieden bist.

2. Schlaf genug

Zu wenig Schlaf führt schon bei robusteren Menschen dazu, dass sie launisch werden und schneller reizbar sind. Für Hochsensible ist zu wenig Schlaf eine extreme Stresssituation. Geh also ruhig etwas früher ins Bett oder bitte darum, nicht geweckt zu werden – denn genügend Schlaf beruhigt die Sinne und wappnet dich besser für die ausgelassene Feierei.

3. Biete deine Hilfe an

Aufgaben im Familienchaos übernehmen? Das klingt erst einmal ein wenig schräg, weil die Koordination, wer nun die Ente macht oder den Tisch deckt, auch immer ein wenig Konfliktpotential birgt. Aber es gibt ja noch die Aufgaben, die Ruhe in die Feiertage bringen können. Fehlt noch etwas fürs Weihnachtsmenü und du kannst allein einkaufen gehen? Muss draußen Holz gehackt werden? Kannst du ganz allein in der Küche spülen, während die anderen schon Mensch-ärgere-dich-nicht spielen? Du wirst sicher ein paar Wege finden, wie du dich beim Feiern einbringen kannst und gleichzeitig Raum für dich hast.

4. Iss genügend

Das ist an Weihnachten gar nicht so schwierig, oder? Aber manchmal neigen Menschen ja dazu, den Tag über wenig zu essen, um sich am Abend den Bauch zu füllen. Da hochsensible Menschen aber schnell „hangry“ werden und mit einem niedrigen Blutzuckerspiegel nicht so gut klarkommen, solltest du regelmäßig essen.

5. Nimm dir Me-Time

Ihr müsst nicht die ganze Zeit aufeinander hocken! Deine Familie hat Verständnis dafür, wenn du dich mit einem Buch zurückziehst oder mal allein spazieren gehst. Mach es dir schon mal zu deinem ganz persönlichen Geschenk, dass du dir diese Zeit mit dir selbst gibst und auch über die Feiertage Dates mit dir selbst einplanst.

6. Plane keine langen Autofahrten mit mehreren Menschen

Mit zu vielen Menschen auf engem Raum? Keine gute Idee. Falls in die Feiertage noch zusätzliche Trips fallen sollten, die mit langen Autofahrten verbunden sind, ist es völlig okay, auch mal Nein zu sagen und den Tag allein zu verbringen. Wenn du Bahnfahrten buchen willst, kann es zudem sinnvoll sein, nicht zu Stoßzeiten zu fahren, so dass die Züge weniger voll sind.

7. Such dir den richtigen Sitznachbarn

Du kennst deine Verwandten und Freunde sicherlich gut. Und genauso gut weißt du, wer beim Abendessen ohne Unterlass redet und dich stresst, wenn du neben dieser Person sitzt. Es macht also Sinn, dem Gastgeber im Vorhinein schon zu sagen, neben wem du gern sitzen würdest. Und wenn du erst beim Dinner merkst, dass dir dein Sitznachbar zu viel wird, zögere nicht, mit deinem Teller an einen ruhigeren Ort des Tisches umzuziehen.

8. Achte darauf, ob du Alkohol gut verträgst

Es kann sein, dass du als hochsensibler Mensch stärker auf Alkohol reagierst und der Wein beim Abendessen dazu führt, dass du reizbarer bist, schlechter schläfst und die Menschen um dich herum angiftest. Achte darauf, was sich für dich gut anfühlt und schlag die angebotenen Getränke aus, wenn du weißt, dass dir ein Drink nicht gut tut.

9. Geh an die frische Luft, wenn du es brauchst

Es gibt keine Regel, die besagt, dass du die Weihnachtstage komplett im Haus verbringen musst und es nur dann ein schönes Fest ist, wenn alle möglichst viel Zeit gemeinsam verbringen. Schon kleine Pausen auf dem Balkon, vor der Tür oder eine schnelle Runde um den Block können dich wieder erden und die Ruhe zurückbringen, die für dich wichtig ist. Daher: Nimm warme Sachen mit, mit denen du ausgedehnte Winterspaziergänge machen kannst. Viel Spaß!


Von Teresa Buecker auf EDITION F.

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