Wie ihr bei Lebensmitteln richtig Geld spart

2009 hatte Anna Newell Jones 23.000 Dollar Schulden. Aber anstatt angesichts dieser Schuldenlast einfach das Handtuch zu werfen und Privatinsolvenz anzumelden, begann sie zu sparen.

Screenshot: edward_moal/Instagram

Einfach mal ein bisschen Haferschleim zum Frühstück statt des belegten Brötchens. Spart Geld. Screenshot: edward_moal/Instagram

Sie strich alle unnötigen Ausgaben. So gelang es ihr innerhalb von nur 15 Monaten, ihre gesamten Schulden zu tilgen. Eine unglaubliche Leistung. Heute schreibt Anna Newell Jones in dem Blog „And Then We Saved“ über ihre Erfahrungen.

Am schwersten sei ihr das Sparen bei Kleidung und Lebensmitteln gefallen. „Essen ist ein Grundbedürfnis. Und zwar eines, bei dem ich mir erlaube, etwas mehr Geld auszugeben. Umso wichtiger ist es, sein Geld so effektiv wie möglich auszugeben“, schreibt Newell Jones in ihrem Buch „The Spender’s Guide to Debt-Free Living“. Für Business Insider hat Anna Newell Jones ihre zehn besten Tricks verraten, wie man beim Lebensmitteleinkauf Geld sparen kann, ohne auf etwas Wichtiges verzichten zu müssen.

© Business Insider/ Anna Newell Jones
Anna Newell Jones© Business Insider/ Anna Newell Jones

Kauft Essen, das lange haltbar ist oder sich gut einfrieren lässt

Sind Kühlschrank und Vorratskammer leer, sei die Versuchung groß, mal eben den nächstbesten Lieferservice anzurufen oder ins Restaurant um die Ecke zu gehen, schreibt Newell Jones.

Um das zu verhindern, solltet ihr immer Grundnahrungsmittel und lange haltbare Lebensmittel zu Hause haben. Füllt eure Vorräte auf: Kauft Nüsse, Reis, Mehl, Marmelade und Nutella, Bohnen, Linsen, Müsli, Nudeln, Hafer, gefrorenes Obst und Gemüse und zur Not auch ein paar Konserven.

Diese Lebensmittel halten sich lange und ihr könnt eine Vielzahl von Gerichten kochen. Im besten Fall greift ihr dann richtig zu, wenn diese Lebensmittel im Sonderangebot sind. Aber auch sonst spart ihr euch Extra-Kosten für den Restaurantbesuch, wenn ihr immer ausreichend Nahrungsmittel zu Hause habt.

Lernt ein paar einfache Rezepte

Haltet eure Gerichte einfach und lecker und kocht eine größere Menge davon. Alles, was zu viel ist, könnt ihr für später einfrieren oder am nächsten Tag essen.

Die Autorin empfiehlt dazu die Lektüre des Buches „Good and Cheap: Eat Well on $4/Day“ von Leanne Brown. Ein gutes deutschen Pendant wäre „Einfach gut & super günstig“.

Nehmt das No-Name-Produkt

Neben den teuren Markenprodukten gibt es meistens auch eine günstige No-Name-Kopie. In der Regel — besonders bei Grundnahrungsmitteln — gibt es kaum nennenswerte Unterschiede in Qualität und Geschmack. Nur der Preis ist bei den Nachahmerprodukten um einiges günstiger.

Wer bisher im normalen Supermarkt einkauft, sollte außerdem über einen Wechsel zum Discounter nachdenken. In der Regel sind die Produkte hier nochmals etwas günstiger als die No-Name-Variante aus dem Supermarkt.

Setzt Haferbrei auf euren Speiseplan

Haferbrei sorgt für den perfekten Start in den Tag: Er ist gesund, macht satt und man kann ihn auf zehntausende Arten zubereiten. Zudem sind Haferflocken verdammt günstig, meint Newell Jones.

Kauft die Tikka-Paste beim Inder

Wenn ihr exotische Zutaten braucht, dann kauft sie im asiatischen, türkischen oder russischen Supermarkt ein. Oft erhaltet ihr bei Läden, die sich auf bestimmte Volksgruppen spezialisiert haben, die Ware günstiger und in besserer Qualität.

Vermeidet Rezepte, die seltene und exklusive Zutaten benötigen

Ausgefallene Zutaten wie Safran, Ghee oder Sherry sind häufig ihr Geld nicht wert. Vor allem, wenn ihr sie nur in größeren Mengen kaufen könnt, sie aber nur einmal pro Jahr wirklich benötigt, so Newell Jones.

Baut keine zu großen Vorräte auf, die ihr gar nicht braucht

Große Mengen zu kaufen hört sich zwar nach einer guten Idee an, doch Newell Jones rät davon ab. Es ist zwar vermutlich auf lange Sicht etwas günstiger, aber meist kann man nur schwer unterschieden, ob man wirklich noch Vorräte kauft oder schlicht viel zu viel.

Lasst euch Gutscheine schenken

Die wenigsten Menschen verschenken wirklich gerne Bargeld. Sie wollen stattdessen etwas mit Bedeutung verschenken oder etwas, das nützlich ist und mit dem sie dem anderen wirklich eine Freude bereiten können. Lasst also durchsickern, dass ihr euch über einen Gutschein für ein Restaurant oder aus einem Supermarkt freuen würdet. Der positive Nebeneffekt für euch: Ihr könnt das Geld nicht für andere, weniger wichtige Dinge ausgeben.

Kauft regional und nach Saison ein

Angebot und Nachfrage diktieren den Preis. Daher ist es günstiger, Saisonware zu kaufen. Dann da herrscht oft ein Überangebot. Wer regional oder sogar lokal einkauft, bekommt außerdem häufig beste Qualität und unterstützt zudem seine Region.

Verzichtet auf Bio-Produkte

Nicht alles, was ihr kauft, muss ein Bio-Siegel tragen. Denn Bio-Produkte sind nicht automatisch besser. Wer regional kauft, erspart sich meistens auch eine hohe Pestizidbelastungen, selbst wenn es sich nicht um Bio-Produkte handelt. Zudem bieten Bio-Produkte nur dann einen Vorteil, wenn es sich um nicht oder kaum verarbeitet Produkte handelt. Je höher der Verarbeitungsgrad, desto geringer der Unterschied. Fertiggerichte, Marmeladen, Reis oder Nudeln weisen kaum Unterschiede zwischen Bio-Produkt, Marke oder No-Name auf.

 

Von Jessica Mai und Marco Janoschka auf Business Insider Deutschland.