Zwischen Bachelor und Master: Lasst alles stehen und liegen!

© paiphoto/photo case.com.

So könnt ihr die Zeit nutzen. © paiphoto/photo case.com.

Nicht sofort einen Masterplatz zu bekommen, muss nicht so schlimm sein, wie es sich im ersten Moment anfühlt. Wir haben Alternativen gesammelt.

Ihr wisst nicht, wie ihr die Zeit zwischen Bachelor und Master sinnvoll überbrückt? Oder ihr habt Angst vor einer Lücke im Lebenslauf? Es gibt viele Möglichkeiten, wie ihr die Zeit so für euch nutzt, dass ihr sogar einen Vorteil aus der ungewollten Wartepause ziehen könnt.

Lernt eine neue Sprache, geht ins Ausland

So schnell werdet ihr wahrscheinlich nicht mehr die Gelegenheit haben, für längere Zeit ins Ausland zu reisen. Einfach so, ohne Grund. Ihr wolltet schon immer mal eure Freunde in Mexiko besuchen, hattet aber nie Zeit dafür, weil ihr so mit Uni und Prüfungen beschäftigt wart? Jetzt wäre der richtige Moment, alles stehen und liegen zu lassen, und zu verreisen. Oftmals braucht man für solche Aktionen gar nicht so besonders viel Geld. Wenn ihr den Flug rechtzeitig bucht und nicht unter Zeitdruck seid, kann die Reise ja länger dauern. So günstig kommt ihr nicht mehr ins Ausland.

Probiert euch aus und macht Praktika

Bei diesen Praktika müsst ihr nicht darauf achten, dass ihr Punkte angerechnet bekommt und es zu eurem Studium passt – ihr könnt euch auch mal in einem anderen Bereich umschauen. Bei einem Praktikum knüpft man nicht nur Kontakte für später, man kann sich auch einfach mal ausprobieren und überprüfen, ob die Praxis zu dem passt, was man sich so vorgestellt hat. Ob die Erwartungen erfüllt wurden. Und sich die Mühe gelohnt hat. Wenn ihr merkt, dass euch das Studium doch nicht den Job bringen wird, den ihr anstrebt, seid ihr noch jung genug, um alles zu verändern. Ohne das groß erklären zu müssen.

Geld zurücklegen und sparen

Ihr könnt euch auch nach dem Bachelor einen richtigen Job suchen. Neben Erfahrungen könnt ihr Geld sparen und somit einen Notgroschen für den Master zurücklegen. Ab 25 kriegen eure Eltern übrigens kein Kindergeld mehr, und ihr müsst euch selbst versichern, auch mit dem Bafög wird es schwierig. Im Master kann es finanziell oftmals eng werden. Deshalb wäre jetzt die richtige Gelegenheit, um Geld auf die Seite zu legen.

Wie sieht es in eurem Bereich mit der Bezahlung aus? Wo sind die Jobchancen am besten? Ihr könnt die Uni-Welt mit der Realität abgleichen. Und das Gute ist ja: Es muss zum Glück noch nicht der Job für die Ewigkeit sein. Selbst wenn ihr eigentlich in eine andere Richtung wolltet, könnt ihr diesen bedenkenlos ein Jahr lang machen. Dies könnte auch eure Jobchancen nach dem Master verbessern.

Macht etwas Kreatives

Jetzt wäre die passende Gelegenheit, um endlich mal wieder etwas Kreatives im Leben auszuprobieren. Ihr wolltet schon immer mal ein Buch schreiben, euch einer Theatergruppe anschließen? Vielleicht habt ihr auch früher mal Gitarre gespielt, wollt es wieder auffrischen, neu lernen oder wollt euch mal wieder eine richtige Band suchen. Jetzt habt ihr endlich genügend Zeit, die Kurse zu belegen, die Dinge zu machen, für die euch bisher die Zeit gefehlt hat. Und wer weiß. Vielleicht ergeben sich durch die neuen Kontakte ja auch ganz neue berufliche Chancen.

Qualifiziert euch weiter

Ihr studiert Journalismus, könnt aber nicht programmieren? Ihr müsst das ja gar nicht beruflich machen, es kann aber von Vorteil sein, eine Zusatzqualifikation zu erwerben. Und es ist gut, von manchen Dingen schon mal was gehört zu haben. Für solche Weiterbildungen werdet ihr keine Zeit haben, wenn ihr erst einmal im Berufsleben steht. Mit einer weiteren Fähigkeit könnt ihr euch für die Berufswelt interessanter machen, weil ihr einen Vorteil gegenüber euren Kommilitonen oder euren Arbeitskollegen erworben habt. Deshalb prüft, welche Zusatz-Qualifikationen euch noch fehlen. Und nutzt die Zeit, um euch weiter zu qualifizieren, neue Dinge zu lernen.

Besucht mal wieder eure Freunde

Der Freundeskreis ist in alle Richtungen verstreut und eure Freunde leben alle in unterschiedlichen Städten? Jetzt wäre doch eine gute Gelegenheit, um mal wieder alte Freunde zu besuchen. Warum nicht mal eine Deutschlandreise machen, und andere Städte oder auch Unis kennenlernen? Gerade an der Ostsee oder am Bodensee kann man auch gut Urlaub machen. Ihr könnt das auch als Recherchereise sehen, welche Unis und Städte für den Master in Frage kommen könnten. Und ganz nebenbei verbringt ihr Zeit mit euren Freunden und seid in einer neuen Umgebung.

Vernetzt euch

Es wäre die richtige Zeit, um euch zu vernetzen und eure Social Media-Kanäle zu überprüfen. Ist euer LinkedIn-Profil aktualisiert? Folgt ihr bei Twitter den richtigen Leuten? Gibt es Veranstaltungen in eurer Nähe, die sich genau mit dem Bereich beschäftigen, zu dem ihr gerade forscht oder einen Job sucht?

Ihr solltet euch unbedingt Verbündete suchen, online und offline. Bei Facebook oder Twitter könnt ihr Gruppen beitreten oder euch Listen anlegen, um so immer über die neuesten Veranstaltungen informiert zu sein. Ihr könnt aber auch analog zu Veranstaltungen in eurer Nähe gehen, die sich genau mit diesem Thema beschäftigen. Dort könnt ihr euch vernetzen, Fragen stellen, Freundschaften knüpfen.

Schaut mal wieder bei euren Eltern vorbei

Eure Eltern haben euch schon lange nicht mehr zu Gesicht bekommen. Jetzt wäre die perfekte Gelegenheit, mal wieder die Familie, Großeltern und Freunde in der Heimat zu besuchen. Ihr müsst euch ja nicht gleich wieder fest bei den Eltern einquartieren. Es reicht ja schon, ein bisschen Zeit mit der Familie zu verbringen. Wenn ihr erst mal fest angestellt seid, werdet ihr eure Eltern nicht mehr jedes Wochenende besuchen können. Die Urlaubstage gehen dann meist für einen richtigen Urlaub drauf, und für die Eltern, Großeltern und Freunde aus der Heimat bleiben lediglich die langen Wochenenden.

Zeit zur Neuorientierung

Ihr könnt euch darüber informieren, ob ihr nicht nach dem Bachelor doch noch eine andere Richtung einschlagen, ein anderes Studium ausprobieren wollt. Jetzt wäre es noch nicht zu spät für einen Neustart. Ihr könnt entweder einen neuen Bachelor oder einen fachfremden (sog. Conversion) Master beginnen, sofern das die SPO zulässt. Oder genießt einfach die Zeit zum Philosophieren, wie ihr euch die Zukunft vorgestellt habt.

Euch wird später niemand mehr fragen, ob ihr ein Semester länger für euren Master gebraucht habt. Wichtig ist, dass ihr die richtige Entscheidung trefft. Überlegt euch gut, wo es im Leben hingehen soll. Das Wichtigste ist, am Ende mit der Entscheidung glücklich zu werden.