Wie ihr Weihnachten mal ausnahmsweise nicht den Planeten zerstört

Lamettaschlachten, Geschenkpapierhaufen und tonnenweise unnütze Geschenke: Weihnachten ist eine einzige Resourcenverschwendung. Wie wir uns dagegen wehren können:

© Philippe /AFP/Getty Images

Die Weihnachtsbaum-Industrie © Philippe /AFP/Getty Images

Grünes aufm Teller

Die traditionelle Weihnachtsgans, Kartoffelsalat mit Würstchen oder Schokoweihnachtsmänner bringen Nostalgie und Wärme mit sich. Die Zeit berichtete, dass vor ein paar Jahren noch gut Zweidrittel der Haushalte die weihnachtliche Gans auf dem Festtagstisch stellten. Heute sind immer noch 27 Prozent der Deutschen, die zu Weihnachten noch Geflügel zubereiten. Und auch die sollten sich überlegen, ob sie nicht mal auf vegetarische Gerichte umsteigen:

Der Deutsche Tierschutzbund schreibt, dass 80 Prozent der Gänse aus Polen, Ungarn und Tschechien stammen, wo ihre Haltung katastrophal sei. Zudem hat die fleischhaltige Ernährung einen weitaus größeren ökologischen Fußabdruck, weil für die Herstellung einer fleischigen Kalorie etwa 5 bis 10 Kalorien auf Pflanzenbasis verbraucht werden. So berichtet es eine Studie von Greenpeace.

Gutes Gewissen beim Weihnachtsschmaus

Lieber mit gutem Gewissen etwas Vegetarisches zubereiten. Und das heißt in keinster Weise, zu verzichten: Ganz im Gegenteil! Experimentelle Küche mit frischen Gemüse, einem Stück Tofu oder Seitan kann beim gemeinsamen Kochen Geschmackshorizonte erweitern und ziemlich viel Spaß machen. Neo-Vegetariern sei empfohlen, jemanden dabei zu haben, der sich mit Tofu und Seitan auskennt, damit es auch schmeckt. Außerdem solltet ihr das Menü im Vorhinein planen. Das spart Zeit und Nerven.

Sind die Weihnachtstage vorüber, bleiben meist viele Naschereien wie dekorative Schokoeier oder Weihnachtsmänner übrig. Mit gutem Gewissen können wir diese Produkte nicht wegschmeißen: Fast alle Zutaten, wie Zucker und Kakao kommen aus Ländern des Globalen Südens. Werfen wir den Schokoweihnachtsmann weg, so landen auch die dafür verbrauchte Ressourcen wie Arbeitskraft, Transport und Produktion im Müll.

Die Aktion Leere Tonne rief deshalb zu mehr Bewusstsein und einem „Herz für alte Schoko-Weihnachtsmänner“ auf. Eine sinnvolle und dazu leckere Verwendung der Schokomänner ist zum Beispiel die Verarbeitung zu einem Schokofondue oder einer Kuchenglasur.

 

Deko ohne Bling-Bling-Terror

Weihnachtsdekoration ist ein Muss für eine gemütliche Atmosphäre. Blinken jedoch überall aggressive Lichterketten, hat das nicht mehr viel mit besinnlicher Stimmung zu tun. Kerzen und selbstgemachte Dekoration können die energiezerrenden Produkte ersetzen. Ihr solltet jedoch beachten, Kerzen ohne Erdöl zu kaufen: Bienenwachskerzen sind eine gute Alternative.

Für die Dekoration empfiehlt es sich auf Gegenstände aus der Natur zurückzugreifen. Während eines entspannten Spaziergangs im Wald braucht ihr nicht lange suchen: Ein schöner Tannenzweig, Kastanien oder Tannenzapfen lassen sich gut zum weihnachtlichen Schmuck drapieren.

Der Christbaum gehört ebenfalls zum festen Repertoire eines Weihnachtsabends. Das Leben eines Weihnachtsbaums währt jedoch leider nicht lange: Sobald Weihnachten vorüber ist, liegt das Schicksal des Baums bei der Müllabfuhr. Anstatt sich jedes Jahr einen neuen anzuschaffen, ermöglicht euch das Start-up Happy Tree, fair gehandelte Tannenbäume zu mieten. Per Klick bestellt und auf Wunsch wieder abgeholt: So einfach ist das.

Anders Schenken

Alle Jahre wieder säumen sich verpackte Spielkonsolen, Wein oder Kochbücher unter dem Weihnachtsbaum. Oft sind die Geschenke zwar gebräuchlich, aber unpersönlich. Oder weder noch. Wie wäre es mal mit etwas Selbstgebasteltem oder einfach nur geschenkter Zeit? Selbstgemachte Geschenke enthalten die wichtigsten Zutaten: Liebe, Sorgfalt und Zeit. Selbstkreierte Gutscheine, Schlüsselanhänger oder Fotoalben haben einen hohen Erinnerungswert.

Eine andere Möglichkeit ist es, uns mal weg von der materialistischen Denkweise zu bewegen: Fußballspielen statt Konsole, Wandern statt Wein, Kochabend statt Kochbuch. Die Website Zeit statt Zeug ruft dazu auf, mehr Zeit statt Dinge zu schenken und bietet dazu viele Vorschläge. 

Neben dem Inhalt soll natürlich auch die Verpackung der Geschenke ansprechend sein. Statt massenweise Geschenkpapier dafür zu verbrauchen, nehmt einfach Zeitungspapier: Es sieht toll aus und spart Ressourcen!