Merkel schwatzt, Lammert meckert – Rüffel für die Bundeskanzlerin

Bundestagspräsident Norbert Lammert hat keinen Bock auf Gequassel unter den Abgeordneten: Wer unaufmerksam ist, bekommt einen Rüffel. Das gilt auch für die Kanzlerin.

© TOBIAS SCHWARZ/AFP/Getty Images

Keine Extrawurst für die Kanzlerin. © TOBIAS SCHWARZ/AFP/Getty Images

Die wichtigste Aufgabe des Bundestagspräsidenten ist es, die Sitzungen im Bundestag zu leiten. Easypeasy, sollte man meinen. Immerhin sind die Abgeordneten ja erwachsen und dürften als Politiker eine gewisse Etikette beherrschen. Naja, geht: Norbert Lammert (CDU) muss immer mal wieder jemanden zurechtweisen. Gestern traf es sogar die Kanzlerin.

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Als Gesine Lötzsch von der Linken ans Rednerpult trat, verließ Angela Merkel ihren Platz, ging zu Parteikollegen und CDU/CSU-Fraktionsvorsitzenden Volker Kauder hinüber und begann ein Gespräch mit ihm. Das wurde Lammert zu viel, er setzte dem Schwatz ein schnelles Ende: „Einen Augenblick mal, Frau Kollegin“, unterbrach er Lötzsch in gewohnt nüchternem Ton. „Frau Bundeskanzlerin und Herr Kollege Kauder, das muss so jetzt nicht sein. Und wenn, dann muss es jedenfalls nicht vorne sein, ja? Okay.“

Reumütig nickte Merkel und war sich einen Augenblick unsicher, in welche Richtung sie am schnellsten der peinlichen Situation entkommen konnte, bevor sie und Kauder den Saal verließen. Einige Abgeordnete klatschten Beifall für den Rüffel.