Wie stark strahlen Smartphone, Fernseher und WLAN in deiner Umgebung?

Wer wissen will, wie stark die elektromagnetische Strahlung von Handy, WLAN und Fernsehen in seiner Umgebung ist, klickt sich am besten mal durch feldkarte.de.

© Screenshot feldkarte.de

© Screenshot feldkarte.de

Der User kann sich auf der Karte bis in seinen Wohnort hineinzoomen und herausfinden, wie groß die elektromagnetische Strahlung bei ihm in der Straße ist. Solange der Wert im blauen und grünen Bereich liegt, ist der Einfluss der Strahlung unbedenklich. Rote Punkte weisen auf höhere Feldstärken hin und violett kann schon eine Grenzwertverletzung bedeuten.

Ein Team um Professor Dr. Matthias Hampe, Leiter des Fachgebiets Elektromagnetische Verträglichkeit an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, fuhr durch Deutschland, maß Feldstärken im Hochfrequenzbereich und erstellte feldkarte.de. Die Ingenieure wollten wissen, wie hoch die Belastung durch elektromagnetische Strahlung hierzulande tatsächlich ist. Die Karte ist aber nicht für alle Städte verfügbar und umfasst auch nicht alle Straßen einer Stadt. Welche Städte das Team untersucht hat, zeigt folgende Karte.

Was bedeutet Feldstärke?

Die Feldstärke beschreibt die räumliche Verteilung einer Kraftwirkung. Auf der Karte sind die magnetische (Ampere pro Meter, A/m) und die elektrische Feldstärke (Volt pro Meter, V/m) zu einer Feldstärke zusammengefasst. Bei hochfrequenten Feldern sind beide Komponenten eng miteinander gekoppelt, so dass man hier von elektromagnetischen Feldern spricht.

Elektromagnetisches Spektrum Bundesamt für Strahlenschutz
Strahlungsarten und ihre Quellen © Bundesamt für Strahlenschutz

Welche Technologien fallen in den Hochfrequenzbereich?

Elektromagnetische Felder im Hochfrequenzbereich werden von Antennen abgestrahlt. Diese Felder breiten sich mit Lichtgeschwindigkeit aus und übertragen Energie und Informationen über große Entfernungen. Das wird vor allem genutzt für:

  • Rundfunk und Fernsehen
  • Mobilfunk, W-Lan und Bluetooth

Zu welchen gesundheitlichen Folgen kann eine Grenzwertüberschreitung führen?

Werden die vom Bundesamt für Strahlenschutz vorgegebenen Grenzwerte überschritten, kommt es nachweislich zu gesundheitlichen Änderungen. Fakt ist: hochfrequente elektromagnetische Felder werden vom menschlichen Körper aufgenommen. Dabei kommt es je nach Stärke der Strahlung zu unterschiedlichen Wirkungen.

Der Mensch enthält elektrisch geladene Teilchen und Moleküle. Befindet sich der Mensch nun also in einem Feld mit elektromagnetischer Strahlung, übt dieses Kraft auf die Teilchen in seinem Körper aus. Sie fangen an, sich zu bewegen. Während sie sich bewegen, reiben sie aneinander und es entsteht Wärme. Bei geringer oder normaler Strahlung kann der Körper die „neue Wärme“ in seinem Körper selbst wieder ausgleichen – entweder weil er schwitzt und so die zusätzliche Wärme ausstößt oder das Blut die Wärme abführt.

Überschreitet die Strahlung allerdings die Grenzwerte und die Körperwärme erhöht sich zum Beispiel dauerhaft um mehr als 1° Celsius, kann es zu folgenden Auswirkungen kommen:

  • Ströungen bei Stoffwechselvorgängen
  • Verhaltensänderungen
  • Störungen der Embryonalentwicklung
  • Langanhaltende Überwärmung im Augenbereich begünstigt die Entstehung von Augenkrankheiten
  • Gehirn und Hoden sind ebenfalls besonders wärmeempfindlich

Wie stark strahlt mein Smartphone?

© picture alliance / dpa Themendienst
Nach jetzigen wissenschaftlichen Erkenntnissen besteht keine Gefährdung der Gesundheit durch die Strahlung von Smartphones © picture alliance / dpa Themendienst

Auch Smartphones und Tablets nutzen hochfrequente elektromagnetische Felder zur Datenübertragung. Dabei gilt: Umso moderner das Handy oder Tablet ist, desto strahlungsärmer ist es. Während ältere Modelle meist den sogenannten GSM-Standard nutzten, bauen neuere Mobilfunkgeräte ihre Verbindung via UMTS- oder LTE-Standard auf. Keine Ahnung, wo da der Unterschied ist? Das ist schnell erklärt:

  • der ältere GSM-Standard sendet mit maximaler Leistung, um zum Beispiel einen Anruf zu tätigen und regelt erst dann auf die überhaupt benötigte Leistung herunter
  • UMTS- und LTE-Standard verfahren genau andersherum. Beide bauen die Verbindung mit der geringstbenötigten Sendeleistung auf und erhöhen sie erst, wenn nötig.

Nach jetzigen wissenschaftlichen Erkenntnissen, so schreibt es das Bundesamt für Strahlenschutz, gehe vom Mobilfunk keine gesundheitliche Gefahr aus. Es schreibt aber auch: „Für eine abschließende Beurteilung von Langzeitwirkungen ist die Technologie allerdings noch zu jung.“