Wie Terrorgruppen lernen – und von wem

Ethnologen erforschen fremde Gesellschaften. Die müssen nicht unbedingt auf abgelegenen Eilanden leben. Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung möchten verstehen, wie Terrorgruppen lernen.

© Screenshot: YouTube, Wall Street Journal

Das Terrornetzwerk Islamischer Staat zeichnet unter anderem eine hohe Medienkompetenz aus, inklusive eines eigenen Mediendienstes, der Propagandavideos produziert. © Screenshot: YouTube, Wall Street Journal

Terrorgruppen tragen Züge von Parallelgesellschaften. Besonders deutlich wird das beim sogenannten „Islamischen Staat“, der nicht nur ein teilweise geschlossenes geographisches Gebiet kontrolliert, sondern sich über seinen eigenen Mediendienst gerne als Staat, als Kalifat ausgibt. Sogar über ein Gesundheitssystem soll das „Kalifat“ nach eigenen Angaben verfügen.

Ethnologen untersuchen Terrorgruppen wie fremde Gesellschaften

Aufgrund ihrer Strukturen sind Terrororganisationen als eine Form der Gesellschaft grundsätzlich durch ethnologische Methoden erforschbar. Eine Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung (MPI ETH) will jetzt herausfinden, wie Terrorgruppen lernen.

Dazu nutzen sie die Methoden ihrer Disziplin, wie etwa die teilnehmende Beobachtung. Das heißt nicht, dass die Wissenschaftler selbst zur Waffe greifen, aber sie führen vor Ort Interviews mit aktiven und ehemaligen Terroristen.

Mike Sattler hat mit der Leiterin der Forschungsgruppe „Wie lernen Terroristen?“ Carolin Görzig über die Feldforschung mit Terroristen gesprochen.