Wie uns die Bundesregierung dazu bringen will, weniger Fleisch zu essen

Wir Deutschen sollen weniger Fleisch essen – und die Bundesregierung hat konkrete Pläne, wie das gehen soll. Für alle, die sich jetzt bevormundet fühlen: Das hat mehr mit Klimaschutz zu tun als mit der Vegetarisierung des Abendlandes.

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Pupsende Leckerbissen: Kühe und Rinder © Jeff J. Mitchell / Getty Images

Fleischkonsum ist – Überraschung! – tödlich für die Tiere. Aber übermäßiger Fleischkonsum ist ungesund für Mensch und Klima. Tierische Fette machen uns dick und erhöhen das Risiko, an Diabetes zu erkranken. Rinderpupse und -rülpser enthalten Methan. Dieses Gas hat eine 30 mal stärkere Treibhauswirkung als Kohlenstoffdioxid. Bis zu 500 Liter Methan produziert eine Kuh pro Tag.

Weniger pupsende Kühe bedeuten also mehr Klimaschutz.

Da ist es für die Bundesregierung eine naheliegende Maßnahme, den Fleischkonsum der Deutschen zu senken. Wie sie das machen will, steht im 351 Seiten starken Maßnahmenkatalog des Klimaschutzplan 2050, den die Bundesregierung gemeinsam mit Bürgern entwickelte. Ziel: Die im Koalitionsvertrag vereinbarte Reduzierung der Treibhausgase erreichen. Hier die wichtigsten Punkte zum Thema Fleischkonsum:

Ökologische Früherziehung

Die Bundesregierung geht davon aus, dass vielen Menschen der Zusammenhang von Konsum, Gesundheit und Klimaschutz nicht ausreichend bekannt ist. Aus diesem Grund sei es besonders wichtig, frühzeitig in Kindergärten und Schulen zu weniger Fleischkonsum hinzuarbeiten. Außerdem soll das Schulfach „Ernährungskunde“ eingeführt werden, in dem Themen rund um artgerechte Tierhaltung, ökologischem Anbau und Verarbeitung von Lebensmitteln behandelt werden.

Themenbezogene Medienkampagnen

Die Medien sollen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung eines nachhaltigen Leitbilds der Landwirtschaft spielen. Nicht nur klassische Medien, auch Social Media und Apps sollen dabei eine Rolle spielen. Wie das genau funktionieren soll, steht aber noch nicht im Maßnahmenkatalog. Außerdem will die Bundesregierung gezielt Arbeitsmaterialien für Kindergärten, Schulen und andere Einrichtungen erstellen, die über Klimaschädigung, Massentierhaltung und die Gesundheitsgefahren von Fleischkonsum informieren.

Unterstützung für Landwirte

Um positive Beispiele zu schaffen, sollen Landwirte kostenlose Expertenberatungen erhalten und finanziell unterstützt werden.

Kennzeichnungspflicht auf Lebensmitteln

Es soll ein Gesetz geben, dass lückenlos über Herkunft, Herstellung, Transport und Verarbeitung des Produkts aufklärt. Das Gesetz soll auch für Importprodukte gelten und könnte zum Beispiel die Form einer „Klima-Ampel“ haben.

Weitere angestrebte Effekte

Diese Maßnahmen haben sind nicht nur gut für das Klima, sondern haben auch positive Auswirkungen auf die Kosten des Gesundheitssystems. Es werden weniger mit Fleischkonsum in Zusammenhang stehende Krankheiten auftreten, es heißt: „Da eine gesündere Ernährung zugleich klimafreundlicher ist, ist der ökonomische Nutzen dieser Maßnahme wesentlich höher als die zu erwartenden Kosten dieser Maßnahme.“

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Den vollständigen Maßnahmenkatalog gibt es hier als PDF-Datei.