Wie Vorgesetzte ihre Angestellten unglücklich machen

Zufriedenheit im Job scheint ein Luxus zu sein. Dabei sind es ein paar einfache Dinge, die das Arbeitsleben angenehmer gestalten. Dafür sind die Führungskräfte gefragt – denn sie können das Wohlbefinden ihres Teams maßgeblich beeinflussen.

Wer sich nicht wertgeschätzt fühlt, ist auch unzufrieden im Job. Foto: Pexels | CC0 Lizenz

Das brauchen Angestellte von ihren Vorgesetzten

Unzufrieden im Job? Mit diesem Gefühl ist niemand alleine – hört man sich im Bekanntenkreis und im eigenen Büro um oder macht einen Abstecher in die Foren von Karriere-Magazinen, so stößt man auf eines ganz schnell: Frust. Laut einer aktuellen Studie zur Jobzufriedenheit mit 1.018 Angestellten des Personaldienstleisters Manpower Group, würden mit 46 Prozent sogar fast die Hälfte der Befragten gerne in den nächsten zwölf Monaten den Job wechseln. Im Jahr 2016 waren es noch zwei Prozent weniger. Woran liegt das? Frust im Arbeitsalltag kann viele Ursache haben, aber neben der Bezahlung bereitet vielen vor allem das Arbeitsklima Unbehagen. Doch was bräuchten die Befragten von ihren Vorgesetzten, um sich im Job wirklich wohl zu fühlen? Das zeigen die Ergebnisse der Studie.

1. Wertschätzung

Es ist eigentlich ziemlich einfach: Wer gute Arbeit leistet, sich einbringt und Einsatz zeigt, will dafür auch gesehen werden. Fehlende Wertschätzung ist ein Stichwort, das in Sachen Unzufriedenheit im Job immer wieder fällt. Auch für die Hälfte der Studienteilnehmenden ist sie essenziell, um sich im Job wohlzufühlen. Dieses Bedürfnis ernst zu nehmen lohnt sich gleich doppelt, denn mangelnde Anerkennung ist nicht nur ärgerlich und wirkt sich negativ auf die Motivation aus, sondern kann auf Dauer auch krank machen.

2. Regelmäßiges und ehrliches Feedback

Auch das hat mit Wertschätzung der Leistung des*der Einzelnen zu tun: Feedbackgespräche, in denen keine Phrasen abgespult, sondern sich wirklich mit den vergangenen Monaten, der Leistung und dem Aufgabenbereich des Teammitgliedes auseinandergesetzt wird. 49 Prozent der Befragten bewerten das als sehr wichtig, um sich im Job aufgehoben zu fühlen.

3. Interesse am Angestellten als Mensch

Zu einer guten Arbeitskultur gehört auch, die Angestellten nicht nur in ihrer Funktion und ihrem Nutzen für das Unternehmen zu sehen, sondern als Menschen zu kennen und zu honorieren, sagen 48 Prozent der Studienteilnehmenden. Auch für Vorgesetzte, die viel außer Haus sind, bleibt es Aufgabe, aktiv den Kontakt zu ihren Angestellten zu suchen und dafür Zeitfenster einzuräumen, wenn sie ihr Team halten wollen.

4. Mehr Verantwortung, neue Herausforderungen

Um sich im Job langfristig wohl zu fühlen, ist es für mehr als ein Drittel der Befragten auch sehr wichtig, die Möglichkeit zu haben, sich im Job zu entwickeln und ausprobieren zu können – ein Job ohne Perspektive fühlt sich wie eine Sackgasse an und führt letztlich vor allem zu verschenktem Potenzial.

5. Mentor für Angestellte

Auch das ist wieder ein Thema, das mit dem direkten Austausch und einer wertschätzenden Wahrnehmung verknüpft ist: 30 Prozent wünschen sich eine Führungsperson, die ihnen auch als Mentor*in im Alltag zur Seite steht. Das setzt eine offene Kommunikation voraus, die einen ehrlichen Austausch möglich macht. Wer die Bereitschaft hat, Netzwerke und Wissen zu teilen, kann damit viel für die Motivation und die Entwicklung des Teams tun – und bekommt so auch wieder viel zurück. Win-win-Situation.

6. Die Vision des Unternehmens muss klar sein

Wer seinen Angestellten nicht vermitteln kann, wofür das Unternehmen steht und auf welche Zukunftsvision gemeinsam hingearbeitet wird, erntet ebenfalls Frust. Für 28 Prozent ist es sehr wichtig zu wissen, wofür sich täglich aufgerieben wird – denn wenn der Sinn in der Arbeit verloren geht, kann auch das Wohlgefühl nicht standhalten.

Zusammengefasst lässt sich sagen: Wer als Führungsperson nicht bereit ist, eine offene, wertschätzende Unternehmenskultur zu prägen, wird auch kein stabiles Team aufbauen können, das sein ganzes Potenzial entfalten kann. Doch genau daran sollten eigentlich beide Seiten höchst interessiert sein. Also investiert diese Zeit, liebe Vorgesetzten!


Von Silvia Follmann auf EDITION F.

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