Die Songwriterin Laura Marling macht jetzt einen feministischen Podcast

Ständig landen Musikerinnen in den Charts – in den Studios treffen jedoch häufig Männer die Entscheidung darüber, wie Musik klingen soll. Die Songwriterin Laura Marling hinterfragt dieses Machtgefälle in einem neuen Podcast.

© Mark Metcalfe/Getty Images

Laura Marling auf der Bühne. © Mark Metcalfe/Getty Images

Laura Marling ist als Folk-Sängerin bekannt, die lange Zeit Interviews scheute und den Trubel um ihre Person meidet. Laute Statements zu Politik- und Gender-Themen? Das erwartete man von ihr bislang nicht. Und doch liefert die 26-jährige Britin jetzt ein spannendes feministisches Podcast-Projekt.

Mit „Reversal of the Muse“ weist Marling darauf hin, dass es zu wenige Frauen in der Musikbranche arbeiten – nicht auf der Bühne, sondern hinter den Kulissen. Gleichzeitig stellt sie die Frage, ob und wie sich das auf die Musik auswirkt und was sich ändern würde, wenn mehr Frauen die Entscheidungen in Studios treffen würden.

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„‚Reversal of the Muse‘ begann als Gespräch zwischen Freunden über weibliche Kreativität“, schreibt Marling auf der Website des Podcasts. Schließlich seien die Gespräche zur Obsession für sie geworden. „Plötzlich kam mir, dass ich in zehn Jahren, die ich Musik mache, nur zwei Toningenieurinnen im Studio begegnet bin.“

Bisher sind zwei Folgen des Podcasts erschienen. Die großen Leitfragen des Podcasts konnten darin noch nicht beantwortet werden, aber es sind zumindest spannende Gespräche über Kreativität entstanden. In der ersten kommt Vanessa Parr zu Wort, die als Toningenieurin mit Elton John, B.B. King, Coldplay und John Mayer zusammengearbeitet hat. Parr erzählt insbesondere von ihrer Ausbildung, bei der Frauen in der Minderheit waren.

Für die zweite Folge des Podcasts sprach Laura Marling mit der Band Haim aus L. A. Das Quartett diskutiert die Frage, ob Frauen auf andere Weise kreativ arbeiten als Männer.