Wintergemüse für Dummies: Pastinake, du tolle Knolle!

Die Pastinake ist das wohl meist unterschätzte und fast vergessene Wurzelgemüse, das die Winterküche je erlebt hat. 

Foto: Mychele Daniau/AFP/Getty Images

Pastinake over Möhre! Foto: Mychele Daniau/AFP/Getty Images

Knollig, nussig-süß und vielfältig kommt die Pastinake daher – und alle so: Hä, was ist das denn? Zugegeben: Die Pastinake ist nicht die geläufigste Gemüsesorte. Menschen, die sich mit dem Gemüse-Angebot bei Rewe, Aldi oder Lidl zufrieden geben, kommt die cremefarbene Knolle selten unter. Sie macht es den Laien der Kochkunst nicht leicht: Ihre schrumpelige Form gleicht der einer authentischen Bio-Möhre mit weißem Anstrich und selbst Profis können sie vom Äußeren her kaum von der Petersilienwurzel unterscheiden.


Trotz aller Konkurrenz sollte die herbe Knolle ein Must-Have im winterlichen Eintopf sein. Obwohl man die Pastinake früher zu verrücktesten Nahrungsmitteln verarbeitete (Bier, Wein, Sirup, Brot) und sie als Grundnahrungsmittel galt, ist sie in Vergessenheit geraten. Doch durch den Ökolandbau feiert die Knolle in Deutschland seit ein paar Jahren glücklicherweise ihre Renaissance, wobei sie bisher eher Food-Bloggern,  Ökos oder Eltern unterkommt. Pastinaken sind nämlich sehr bekömmlich, schmecken relativ neutral und machen sich deshalb gut im Babybrei.

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Ähnlich wie bei der Kartoffel und Möhre liegt ein großer Vorteil der Pastinaken auch in ihrer Regionalität. Sie wachsen gerne und gut im Kalten, werden ab September geerntet und haben den ganzen Winter über Saison. Die Kälte hat sogar erhebliche Wirkung auf das Aroma der Pastinake: Die Frosteinwirkung erhöht den Zuckergehalt der Knolle und verleiht ihr den unvergleichbar mild-süßlichen Geschmack.

Und wie du den elegant in der Küche einsetzen kannst, verraten die folgende Rezept-Vorschläge. Auf die Plätze – Pastinake – LOS!

Gemüsechips


Zutaten:

  • große Portion Pastinaken
  • wahlweise auch: Rote Beete, Kartoffel, Möhre
  • Öl
  • Zimt, Kreuzkümmel, Salz, Pfeffer

Pastinaken in dünne Scheiben schneiden (je dünner, desto knuspriger). Die Scheiben mit Salz vermengen und es 20 Minuten einwirken lassen, damit das Salz dem Gemüse die Feuchtigkeit entzieht. Dann das Salz vom Gemüse spülen und mit einem Tuch trocken tupfen. Die Pastinaken-Scheiben in eine Öl-Marinade mit den Gewürzen legen, auf einem Backblech verteilen und im Ofen bei 180 Grad Umluft ausbacken, bis die Chips braun werden.

Pastinaken-Aufstrich


Zutaten (für circa eine Woche Brotzeit):

  • 500 g Pastinaken, klein geschnitten
  • 130 g Paprika, klein geschnitten
  • 1 Zwiebel, fein gehackt
  • 50 g Sonnenblumenkerne, angeröstet
  • 2EL Tomatenmark
  • Olivenöl
  • Salz, Pfeffer, Chilipulver

Zwiebel in Öl glasig anbraten und Pastinaken, Paprika sowie Chili, Tomatenmark, Salz und Pfeffer hinzugeben. Kurz braten und schließlich in 200 Milliliter Wasser 20 Minuten köcheln lassen. Wenn die Masse abgekühlt ist, mit den gerösteten Sonnenblumenkernen vermengen und pürieren. Je nach Geschmack mit Olivenöl, Salz, Pfeffer und Zitrone würzen. Wenn die Konsistenz zu breiig ist, eventuell mit Wasser verdünnen.

Pastinaken-Pommes mit Topping

Zutaten (für zwei Portionen):

  • 600 g Pastinaken
  • 4 EL Olivenöl
  • 80 g Cashewkerne
  • 100 g Feta oder Tofu, zerbröselt
  • 1 EL Agavendicksaft
  • Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Hefeflocken

Pastinaken in längs halbieren, mit Öl bestreichen und bei 160 Grad im Backofen circa 15 Minuten backen lassen. Währenddessen Cashewkerne ohne Fett anrösten und anschließend fein hacken. Den zerbröselten Feta oder Tofu mit dem Agavendicksaft vermengen und mit Zitronenschale, Pfeffer, Salz, Paprikapulver und Hefeflocken würzen. Die fast garen Pastinaken-Hälften aus dem Ofen nehmen und das Nuss-Topping darauf geben. 10 weitere Minuten backen.

Kokos-Pastinaken-Kuchen

Ein von Zoe (@zoes_garden) gepostetes Foto am


Zutaten:

  • Ei-Ersatz: 3 EL geschrotete Leinsamen in 7 EL lauwarmen Wasser eingeweicht
  • 200 g (Dinkel-)Mehl
  • 2 TL Backpulver
  • ¼ TL Natron
  • 1 Prise Salz
  • 200 g Zucker/Agavendicksaft
  • 200 g Pastinaken, weich gebacken und püriert
  • 1/2 Vanilleschote
  • 50 g Kokosflocken
  • 2 EL (Soja-) Joghurt
  • 120 ml Öl

Mehl, Backpulver, Natron und Salz vermengen und zur Seite stellen. Die Leinsamenmischung (statt drei Eiern) mit Zucker verrühren. Pastinakenpüree, Öl, Mark der Vanilleschote, Joghurt und Kokosflocken zu einer homogenen Masse verrühren. Mehlgemisch unterheben und den Teig in die gefettete Form geben. Circa eine Stunde 180 Grad Umluft im Ofen backen.


Aus der Reihe: Wintergemüse für Dummies. Denn Winter bedeutet: Mehr Zeit, weil weniger Freizeitstress, gemütliche Abende auf dem Sofa, mit Freunden kochen, gutes Essen zelebrieren. Lerne zum Beispiel HIER, was der Kürbis alles kann!