„Wir halten uns an die Regeln, nur der Polizeichef nicht“

Der Streit um das Protestlager zum G20-Gipfel in Hamburg geht weiter. In der Nacht zu Montag räumte die Polizei gewaltsam das Lager. Jetzt drohen Demonstrant*innen mit vielen kleinen Camps. Wir waren vor Ort und haben mit Aktivist*innen gesprochen.

Schon seit Wochen kämpfen die Aktivist*innen um einen Platz für ein Protestcamp. Per Gericht hatten die G20-Gegner*innen erstritten, dass sie alternativ zum Stadtpark auf der Elbinsel Entenwerder ihr Lager aufschlagen dürfen. Doch in der Nacht zu Montag war die Polizei mit einem Großaufgebot gegen die Demonstrierenden vorgegangen, um den Aufbau von Schlafzelten zu verhindern.

Sie setzten damit eine am Abend neu erlassene Verfügung der Versammlungsbehörde durch. Dies löste bei den G20-Gegner*innen heftige Empörung aus, denn sie waren davon ausgegangen, dass Übernachtungen in dem Camp erlaubt seien.

Das Verwaltungsgericht hat erst am darauffolgenden Montagmorgen nachträglich geurteilt, dass die neue Verfügung rechtmäßig ist und die Behörde Übernachtungszelte verbieten darf.

Die G20-Gegner*innen wollen ihr Lager dennoch nicht aufgeben. Nun drohen die Aktivist*innen von Dienstag an „Parks, Plätze, Flächen und Knotenpunkte“ Hamburgs mit vielen kleinen Camps zu besetzen, wenn die Polizei nicht doch noch ein zentrales Lager mit Übernachtungsmöglichkeiten ermöglichen sollte.

In unserer Bildergalerie erzählen uns die Demonstrierenden, wie sie die Nacht erlebten.