Yoko Ono plant Ausstellung über Gewalt gegen Frauen – und du kannst deine Geschichte einsenden

Für eine Ausstellung in Island sucht Yoko Ono Geschichten von Frauen, denen Gewalt angetan wurde. Sie will damit das Thema stärker in die Öffentlichkeit bringen.

© Sean Gallup/Getty Images

Yoko Ono bei der Enthüllung ihrer "Das Gift"-Installation, 2010. © Sean Gallup/Getty Images

Fast jede zweite Frau in Deutschland ist ab dem 16. Lebensjahr mindestens ein Mal körperlicher oder sexueller Gewalt ausgesetzt. Oft in der eigenen Partnerschaft oder durch eine bekannte Person, manchmal durch Fremde. Doch nur 37 Prozent der von körperlicher und 47 Prozent der von sexueller Gewalt betroffenen Frauen sprechen darüber. Das zeigt eine repräsentative Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (PDF).

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Yoko Ono will, dass Frauen in aller Welt ihr Schweigen brechen und gibt ihnen die Möglichkeit, ihre Geschichte des Leids zu erzählen. Dafür startete die Künstlerin am 6. September über Facebook einen Aufruf: Frauen aus aller Welt sollen ihr „Testament des Leids“ einschicken, in Form von Texten und Bildern. Die Sammlung soll von Oktober 2016 bis Februar 2017 im Kunstmuseum von Reykjavík zu sehen sein.

Der Aufruf wortwörtlich:

„Frauen jeden Alters, aus allen Ländern dieser Welt: Ihr seid eingeladen, ein Testament des Leids einzuschicken, das euch angetan wurde, weil ihr eine Frau seid.

Schreibt euer Testament in eurer Sprache, in euren Worten, und schreibt es so offen wie ihr wollt. Unterschreibt mit eurem Vornamen, wenn ihr wollt, aber gebt nicht euren vollen Namen preis.

Schickt ein Bild eurer Augen. Das Testament des Leids und das Bild eurer Augen wird vom 7. Oktober 206 bis 5. Februar 2017 im Reykjavík Kunst Museum ausgestellt werden.

Ich hoffe sehr auf eure Beteiligung.“

Die Einsendungen können per Post or Mail eingeschickt werden.