ze.tt-Leser*innen verraten, woran sie glauben

Wir haben euch gefragt, ob der Glaube an etwas eurem Leben einen tieferen Sinn gibt. Hier sind eure Antworten.

Jede*r hat ein persönliches Wiara. © Eliza Kurowska

Vergangene Woche veröffentlichten wir eine Fotostrecke von Eliza Kurowska, die Menschen nach ihrem Wiara fragte. So nennt man im Polnischen den Glauben an etwas, das mächtiger ist als wir selbst. Das muss nicht zwangsweise etwas mit Religion zu tun haben, sondern kann alles sein, das einem Leben eine Bestimmung gibt.

Wir taten es der Fotografin gleich und fragten die ze.tt-Leserschaft nach ihren persönlichen Wiara. Hier sind einige der Antworten.

Stefanie, 26 Jahre

Mein Wiara ist die Anerkennung von den Menschen, die mir nahe stehen, wie Freunde und Familie, wenn es um den Sinn des Lebens geht. Wir können nach noch so viel Reichtum, Karriere, et cetera streben, aber wenn wir von den Menschen, die uns wichtig sind, keine Unterstützung erhalten, sind sie für einen selbst nicht viel Wert. Ich glaube an das Übernatürliche, das mich auf dem Weg begleitet oder mich an manchen Stellen auch in eine Richtung lenkt. Nicht unbedingt an einen Gott, sondern eher an die Natur, gar an das Universum.

Mats, 25 Jahre

Mein Glauben ist das Leben selbst. Das Zusammenspiel aus Bewusstem und Unbewusstem, aus Gefühlen und Emotionen, aus Werten und gesellschaftlichen Normen. Das Leben an sich ist das Ziel, deswegen sollten wir es jeden Tag genießen.

Anonym

Die Liebe. Ich glaube daran, dass alles miteinander verbunden ist, was sich in der Liebe ausdrückt.

Miriam, 30 Jahre

An die Naturwissenschaften.

Felix, 20 Jahre

Ich glaube an den dreieinen Schöpfergott der Bibel und vertraue meinem Herrn und Erretter Jesus Christus. Dabei hat dieser christliche Glaube nichts mit einer Religion zu tun. Während in einer Religion Menschen mit aller eigenen Kraft versuchen vor Gott gerecht zu werden (Opfer, Spenden, Fasten, Dienst am Menschen), ist sich der biblisch orientierte Christ bewusst, dass keine noch so gute Tat den Menschen in den Himmel zu Gott bringt. Nur der Glaube und die persönliche Beziehung zu Jesus Christus ist nötig, um errettet zu werden. Das ist Gnade. Gott kam in Jesus Christus auf die Welt und starb am Kreuz für die Sünden der Menschheit. Er nahm das auf sich, was wir verdient hatten, um uns das zu geben, was wir nicht verdient haben: ewiges Leben bei Gott. Darauf freue ich mich …

Anonym

Viagra.

Peter

Freundschaften und Musik.

Anonym

Ich glaube an die Musik. Sie braucht keine Sprache und findet dennoch in jeder Situation die richtigen Worte. Musik berührt jeden, man muss nur hinhören.

Dieter

Ich glaube zuerst einmal an die Vernunft und an den wunderbar götzenlosen Humanismus. Ich bin ein Mensch geworden, der nicht winseln will, nicht buckeln, nicht vergötzen. Einer nur, der sich mühen will, seine Milliarden Nachbarn zu respektieren. Und dankbar nickt, wenn sie es ebenfalls tun. Danke.

Anonym

Freiheit. Die Freiheit an nichts und an alles zu glauben, ohne den Sinn zu hinterfragen.

Martina, 19 Jahre

Gott ist für mich in allem und jedem. Jeder Mensch, der Gutes in seinem Leben tut, erzählt von Gott, wie auch immer er ihn nennt. Gott zeigt sich in allem, was uns umgibt: als strenger Vater oder liebende Mutter, als guter Rat oder als ein Gefühl von Liebe und Hoffnung, als Aura, als Jesus, Mohammed, Buddha, als Wissenschaft, als Kunst, als Natur, er ist einfach in allem. Gott kommt leise und im Kleinen, wir müssen nur auf ihn achten. Aber genau das ist es, was mir Hoffnung gibt.

Anonym

Ich glaube, dass das Leben letztlich einen Sinn hat, auch wenn wir ihn oft nicht finden oder sehr spät.

Marie-Luise

Eine Ebene höher als die Erde. Da wir Personen sind, stellen wir uns diese Ebene personalisiert vor und nennen sie Gott.

Anonym

An das Gute im Menschen.

Flo, 27 Jahre

Ich glaube an das Nichts, also, dass nach dem Tod nichts mehr kommt. So wie man einschläft und sich am nächsten Tag nicht mehr an seinen Traum erinnern kann. So ist es, denke ich, wenn man gestorben ist. Also eine große Leere, die uns erwartet. Ich finde den Gedanken sehr befreiend und er zwingt mich nicht, mich mit Moral oder Ethik oder einem höheren Sinn zu beschäftigen und zu stressen. Alles was wir tun, hat nur in dem Moment eine wirkliche Auswirkung auf uns selbst, spätestens wenn wir nicht mehr sind, ist es sowieso egal.