Zu viel Brot? Mach Bier draus!

Ein Bier mit Sinn und Karamellaroma: Die britische Umweltorganisation Feedback bringt ein Ale auf den Markt – gebraut aus altem Brot.

© Leon Krenz

Ein Bier aus Brot – eine herrliche Kombination. © Leon Krenz

Britisches Essen weckt eher negative Assoziationen: eingelegte Bohnen, fettige Chips, Würstchen zum Frühstück. Doch schlechtes Essen hin oder her – mit diesen Lebensmitteln verschwenderisch umzugehen, ist eine noch größere Schandtat: Eine europäische Studie bestätigt, dass Großbritannien das verschwenderischste Land in Europa ist – rund 15 Millionen Tonnen Lebensmittel schmeißen die Briten jährlich in den Abfall. Deutschland folgt übrigens mit zehn Millionen Tonnen im Jahr.

Einen großen Teil des vermeintlichen Abfalls macht Brot aus: 24 Millionen Scheiben landen täglich in den Mülleimern britischer Haushalte. Das soll sich nun ändern.

Ein von Toast Ale (@toastale) gepostetes Foto am

Tristam Stuart, Food-Aktivist, Leiter von Feedback und Autor, setzt eindeutige Zeichen gegen diesen unbewussten Umgang mit Lebensmitteln. Als Mülltaucher fing Stuart an, sich gegen das System zu wehren. Heute initiiert er Kampagnen zur Rettung unserer Lebensmittel. Erst kürzlich ernannte das Weltwirtschaftsforum in Davos Tristam Stuart zu einem der 30 einflussreichsten Aktivisten in der Lebensmittelbranche.

Sein neuestes – und kulinarisch ziemlich wertvolles – Projekt ist das Toast Ale. Inspiriert von einer belgischen Brauerei produziert nun die britische Hackney Brewery in London ein Ale, gebraut aus alten Brotscheiben und Toast. 

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Stuarts Leute sammeln die ungewollten Brote von Bäckereien, Delikatessenläden und Supermärkten ein, zerkrümeln und rösten sie – und schließlich wird mit Gerste, Hopfen und Hefe Bier daraus gebraut. Eine Karamellnote soll dem Bier den bitteren Geschmack nehmen. Seit dem 22. Januar ist das Toast Ale erhältlich – für drei Pfund zuzüglich Versandkosten in Internetshops oder bei gelisteten Lokalitäten in England.

Der Vertrieb läuft zwar gerade erst an, Tristam Stuart träumt aber schon von einer Welt ohne den Tropfen, wie der Guardian berichtet. Je geringer die Verschwendung, desto weniger gibt es Bedarf an Projekten wie dem des Toast Ale. Ein bisschen schade wäre das schon – aber Recht behält er natürlich.