Zurück zum Ex? Lass es einfach

Es fühlt sich so vertraut zwischen dir und deinem*r Ex an – aber deshalb muss es noch lange nicht richtig sein.

Zurück zum Ex

"Soll ich's wirklich machen – oder lass ich's lie-..." Nein! Nein, nein und noch mal nein! © mangoisme / photocase.de

Ihr seid gefühlte Ewigkeiten getrennt, lebt längst eure eigenen Leben. Doch plötzlich seht dein*e Ex und du euch wieder – und alles ist so wie früher. Die gleichen Insider-Scherze, die Anziehung, der Duft, die Nähe.

Unweigerlich wächst in deinem Hinterkopf der Gedanke: Was wäre eigentlich, wenn…

Stop. Hier kommt eine ausdrückliche Warnung.

Zurück zum Ex
© Giphy

Es gibt nämlich – auch, wenn sie dir in diesem Moment merkwürdigerweise nicht einfallen wollen – gute Gründe, warum ihr nicht mehr zusammen seid. Zum Beispiel seine*ihre Inkonsequenz, Untreue, Egozentrik. Die Tatsache, dass die Liebe auf einer Seite nicht ausgereicht hat oder zu groß war. Die Entfernung, unterschiedliche Lebenspläne und/oder Beziehungsvorstellungen.

Eure Wiedervereinigung wäre daher sehr wahrscheinlich eine ziemlich schlechte Idee.

Nostalgie ist keine Liebe

Es ist nämlich sehr gut möglich, dass ihr die romantischen Seiten eurer gemeinsamen Vergangenheit verklärt. „Nach langer Zeit zählen nur noch die positiven Erinnerungen. Besonders krass ist es, wenn man in keiner neuen Beziehung steckt. Dann überwiegt die Sehnsucht“, erklärt Psychologin und Beziehungscoach Silvia Fauck. Außerdem flüchten wir besonders in komplizierten, stürmischen Lebensphasen gern zu dem, was wir kennen. Es erscheint uns sicher, gibt uns Halt. Zurück zum*r Ex ist daher ein bisschen so, wie wieder bei Mutti einzuziehen. Und das würdest du doch auch nicht ernsthaft in Betracht ziehen.

[Außerdem bei ze.tt: Wann ihr eurer Beziehung eine zweite Chance geben solltet]

Ihr seid jetzt andere Menschen

Es mag sein, dass er*sie sich in der Zwischenzeit verändert hat, weniger dies und mehr das ist, sagt oder tut – aber das ist bei dir genau so. Niemand kann wissen, ob das, was ihr hattet, noch funktioniert. Wenn es das überhaupt jemals wahrhaftig tat, ihr habt euch schließlicht getrennt. Alles im Leben ist im Fluss und nur, weil ihr eine bestimmte Lebensphase miteinander geteilt und Dinge voneinander gelernt habt, heißt das nicht, dass das auch für die nächsten Phasen gilt.

[Außerdem bei ze.tt: Freundschaft mit dem*der Ex – geht das?]

Alte Muster verschwinden nicht

Es besteht die Gefahr, dass trotz eurer jeweiligen Weiterentwicklung die alten unguten Mechanismen unverändert wirken. Zum Beispiel: Egal, wie aufgewühlt du bist – nach drei Minuten redet er*sie irgendwie nur über seine*ihre Probleme und deine Bedürfnisse gehen unter. Na, erinnerst du dich?

Bequemlichkeit ist nicht das Wichtigste

Einem Menschen, der dich mal in- und auswendig kannte, musst du dich nicht nicht mehr enthüllen und ganz neu erklären. Du kannst sein, wer und wie du bist. Das spart Energie, fühlt sich zudem gemütlich, sicher und vertraut an. Aber mal Hand aufs Herz: Ist Bequemlichkeit wirklich das, was dich im Leben weiterbringt und woran du als Person wachsen kannst? Eben.

[Außerdem bei ze.tt: Woran du erkennst, dass du die Trennung überwunden hast]

Der Rat von Beziehungs-Expertin Fauck ist eindeutig: „Man sollte ehrlich sein, einen geraden Schlussstrich ziehen. Und Vorsicht: Freundschaft ist erst nach einer langen Sendepause möglich. Am besten, wenn jede Seite einen neuen Partner hat.“

Also, genieße ruhig den Moment alter Vertrautheit und Nähe – und dann verschwinde. Mit einem Lächeln.