20. März: 5 wichtige Nachrichten, die gerade wegen des Coronavirus untergehen

Belgien hat nach 15 Monaten wieder eine handlungsfähige Regierung und in Indien wurden vier Vergewaltiger hingerichtet: News, die uns neben Corona heute sonst noch interessieren. 

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Fotos v. l. n. r.: © Eduardo Munoz Alvarez / AFP, © John Macdougall / AFP, © Austin Paquette / Unsplash, © Souleymane Ag Anara / AFP, © Praksash Singh / AFP

Arbeit, Freizeit und die Lücken dazwischen – das Coronavirus wirkt sich mittlerweile auf alle Bereiche des Lebens aus. Dementsprechend häufig tritt das Virus in den Meldungen auf. Über was wir sonst noch sprechen sollten? Hier die Themen des Tages in Kurzfassung.

Indien lässt vier Vergewaltiger hinrichten

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In Indien werden noch immer viele Frauen Opfer einer Vergewaltigung. Foto: © Prakash Singh / AFP

In Neu-Delhi wurden vier Täter für die Vergewaltigung einer 23-Jährigen gehängt. Die Männer hatten die Studentin 2012 in einem Bus angegriffen. Zwei Wochen später starb sie an den Folgen ihrer Verletzungen. Hinrichtungen sind in Indien nicht üblich. Die letzte fand 2015 statt – in Folge eines der gravierendsten Terroranschläge in der indischen Geschichte.

Mit der erneuten Hinrichtung will das Land zeigen, dass es mehr für die Sicherheit von Frauen tut. In Indien wird alle 15 Minuten eine Frau oder ein Mädchen vergewaltigt.

Belgien hat wieder eine handlungsfähige Regierung

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Palast der Nation: Die 45-Jährige Sophie Wilmès ist Belgiens neue Premierministerin. Foto: © Austin Paquette / Unsplash

Nachdem Belgien 15 Monate lang mit einer Notregierung auskommen musste, steht nun eine neue Premierministerin fest: Sophie Wilmès, mit 84 zu 44 Stimmen. Die schwierige Regierungsbildung lag an den sehr unterschiedlichen Wahlergebnissen in den beiden größten Regionen Belgiens. So lag im französischsprachigen Süden die sozialdemokratische Partei PS vorn, im flämischsprachigen Nordbelgien hingegen die separatistische N-VA.

Aufgrund der Coronakrise entschieden sich vergangenes Wochenende zehn der zwölf Parteien im belgischen Abgeordnetenhaus, eine seit Mai 2019 amtierende Minderheitsregierung zu unterstützen.

In ihrer Rede am Dienstag vor der Wahl betonte Sophie Wilmès, sich als Premierministerin für die Bekämpfung der Folgen von Covid-19 einzusetzen: „Ich bin mir der Umstände bewusst, die mich hierhergebracht haben. Aber ich bin entschlossener als je zuvor.“

Harvey Weinstein wird in ein Hochsicherheitsgefängnis verlegt

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Harvey Weinstein wurde zu 23 Jahren Haft verurteilt. Foto: © Eduardo Alvarez / AFP

Der Hollywoodproduzent Harvey Weinstein wurde von der New Yorker Haftanstalt Rikers Island in das Hochsicherheitsgefängnis Wende Correctional Facility gebracht. Die Justizvollzugsanstalt liegt 550 Kilometer von Manhattan entfernt. Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, sei ein dauerhafter Aufenthalt im Hochsicherheitsgefängnis voraussichtlich aber nicht geplant. Man wolle ihn dort zunächst medizinisch und psychologisch untersuchen. Zu einem späteren Zeitpunkt soll entschieden werden, wo Weinstein seine Haftstrafe absitzen wird.

Der 68-Jährige war Ende Februar in zwei von fünf Anklagepunkten schuldig gesprochen und zu 23 Jahren Haft verurteilt: wegen schwerer sexueller Nötigung und wegen Vergewaltigung in je einem Fall. Über 80 Frauen werfen Weinstein sexualisierte Gewalt und Belästigung vor.

Angriff auf Militärposten in Mali

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Erneute Angriffe in Mali. Foto: © Souleymane Ag Anara / AFP

Nördlich von der Region Gao wurden mindestens 29 Soldat*innen bei einem Angriff auf einen Militärposten getötet. Fünf weitere wurden verletzt, so ein Militärsprecher. Wer für den Angriff verantwortlich ist, ist noch unklar. Vermutet wird aber, dass es sich bei den Täter*innen um Dschihadist*innen handelt, die mit Al-Kaida in Verbindung stehen.

Die instabile Situation im Norden Malis gilt noch immer als ungelöstes Problem: 2012 hatten islamistische Gruppen die Kontrolle über den Norden Malis errungen. Daraufhin griff 2013 die ehemalige Kolonialmacht Frankreich militärisch ein und drängte die Islamist*innen zurück. Seither kommt es im Land immer wieder zu Konflikten zwischen der Armee und den Gruppierungen.

Einstellung des Verfahrens gegen die Aktivistin Irmela Mensah-Schramm

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Irmela Mensah-Schramm macht aus Hass Liebe. Foto: © John Macdougall / AFP

Irmela Mensah-Schramm besprüht neonazistische Symbole und Parolen im öffentlichen Raum und verdeckt diese mit kreativen Motiven. 2018 hatte sie die Buchstaben „NS“ mit einem Herz übersprayt und so aus „NS-Zone“ „Herz-Zone“ gemacht.

Ein Jahr später kam sie aufgrund dieser Aktion und drei weiterer in Eisenach vor Gericht, der Vorwurf: Sachbeschädigung. Der Richter bot Mensah-Schramm an, das Verfahren einzustellen, gegen die Zahlung einer Geldauflage in Höhe von 500 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung. Mensah-Schramm lehnte dies ab, woraufhin sie zu einer Geldstrafe von 1.050 Euro verurteilt wurde. Daraufhin ging Mensah-Schramm in Revision.

Das Oberlandesgericht in Jena hat das Urteil des Amtsgerichts Eisenach nun aufgehoben und das Verfahren eingestellt, berichtet der MDR Thüringen.

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