200 Promis unterzeichnen offenen Brief: Nach Corona kann es mit der Welt nicht so weitergehen

Während viele Länder sich langsam zurück in die Normalität tasten, fordert Schauspielerin Juliette Binoche: „Wir können nicht einfach zur Normalität zurückkehren.“ Ihren offenen Brief haben viele Promis und Wissenschaftler*innen unterzeichnet.

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Auch sie haben den Appell unterzeichnet: Penelopé Cruz, Adam Driver, Cate Blanchett, Madonna (von links). Fotos: © Ilya S. Savenok, Robyn Beck, Andreas Rentz, Rich Fury / Getty Images

„Die Covid-19-Pandemie ist eine Tragödie. Diese Krise lädt uns jedoch dazu ein, darüber nachzudenken, was wirklich wichtig ist. Und das, was wir sehen, ist klar. Anpassungen werden nicht reichen. Das Problem ist systemimmanent.“ So beginnt der offene Brief, den die französische Schauspielerin Juliette Binoche (Chocolat, Der englische Patient) und der Astropyhsiker Aurélien Barrau in der Tageszeitung Le Monde veröffentlicht haben. In dem Brief fordern sie eine Abkehr von unserer bisherigen Wirtschafts- und Lebensweise. „Es ist undenkbar, dass wir zur Normalität zurückkehren“, heißt es in dem Text.

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Für ihre Botschaft haben sie sich namhafte Unterstützung organisiert. Gut 200 Prominente und Intellektuelle haben den offenen Brief unterzeichnet. Darunter Madonna, Robert De Niro, Penélope Cruz, Cate Blanchett und Adam Driver. Auch der deutsche Schauspieler Lars Eidinger ist unter den Unterzeichner*innen.

Das Streben nach Konsum

Die gegenwärtige ökologische Krise sei eine Meta-Krise, steht in dem Brief. Das Massensterben auf der Erde stünde nicht länger in Zweifel, alle Indikatoren würden auf eine existenzielle Bedrohung hinweisen. „Anders als eine Pandemie, so schlimm sie auch sein mag, hätte ein globaler ökologischer Kollaps unabsehbare Folgen.“

Der Brief gibt auch eine Antwort darauf, was uns in diese bedrohliche Lage gebracht hat: „Das Streben nach Konsum und der Zwang nach Produktivität haben uns dazu gebracht, den Wert des Lebens selbst zu verleugnen: den der Pflanzen, Tiere und den vieler Menschen.“ Umweltverschmutzung, Klimawandel und die Zerstörung unserer verbleibenden Naturgebiete hätten die Welt an ihre Belastungsgrenze gebracht, heißt es weiter.

„Aus diesem Grund bitten wir die Regierenden und uns alle feierlich, die unnachhaltige Logik hinter uns zu lassen.“ Es sei an der Zeit für einen tiefgreifenden Wandel der Ziele, Werte und Wirtschaftsweisen der Menschheit. Diese radikale Transformation bedürfe Mut: „Ohne entschlossenen und gewaltigen Einsatz wird dieser Wandel nicht stattfinden. Wir müssen jetzt handeln.“ Es sei ebenso eine Frage des Überlebens wie eine der Würde, schließt der Brief.

Binoche teilt umstrittenes Video und wettert gegen 5G

Nur einen Tag nach ihrem Appell war Binoche gleich wieder in den Nachrichten. Dieses Mal jedoch nicht wegen ihres Einsatzes für eine gerechtere und nachhaltigere Welt, sondern im Zusammenhang mit Corona. Auf ihrem Instagram-Account teilte sie das Video eines Mannes, der sich als Arzt vorstellt. Sie kommentiert das Video mit „Wir sind keine Marionetten. Es reicht!“.

In dem Clip beklagt der Mann, dass Ärzt*innen auf Weisung der Regierung hin gezwungen seien, die medizinische Schweigepflicht zu brechen. Sie hätten die Daten Infizierter zu sammeln und an die Regierung zu übertragen, die dann medizinische Einsatzgruppen schicken würde.

Einige ihrer Follower*innen kritisierten Binoche dafür, solch ein Video zu teilen. Darauf antwortete sie: „Das sind Maßnahmen, die seit Langem von internationalen Finanziers (vor allem amerikanischen) organisiert werden. Sie manipulieren Impfstoffe. NEIN zu dem, was Bill Gates macht, Nein zu 5G.“ Die Antwort ist mittlerweile nicht mehr unter dem Post zu finden, Yahoo Frankreich hat jedoch darüber berichtetmb