2.000$ Urlaubsgeld: So sorgt ein Firmenchef für motiviertere Mitarbeiter*innen

Ein US-amerikanischer Firmenchef zahlt der gesamten Belegschaft pro Jahr 2.000 Dollar, die für Urlaub ausgegeben werden müssen – und erklärt, warum das für jedes Unternehmen eine fantastische Idee wäre.

Ein amerikanischer Firmenchef zahlt der gesamten Belegschaft pro Jahr 2.000 Euro, die für Urlaub ausgegeben werden müssen – und erklärt, warum das für jedes Unternehmen eine fantastische Idee wäre.

Mitarbeiter*innen können im Urlaub Energie tanken. Quelle: Unsplash | CC0

Du überlegst schon wieder, ob es in diesem Jahr für mehr als den Campingurlaub an der polnischen Ostsee reicht? Flüge für die ganze Familie sind schon lange nicht mehr drin? Vielleicht erzählst du deinem*r Chef*in mal von dieser feinen Idee: Mark Douglas, CEO des Marketing-Unternehmens Steelhouse mit Sitz im kalifornischen Culver City, zahlt allen Mitarbeiter*innen seit 2011 jedes Jahr 2.000 Dollar, die sie für Urlaubsreisen verbraten können.

Gestartet war er übrigens mit der Idee, seinen Mitarbeiter*innen unbegrenzt Urlaubstage zur Verfügung zu stellen – bloß ging diese Idee nicht auf, weil niemand sich traute, von diesem Angebot wirklich Gebrauch zu machen – also entschloss sich Douglas für den 2.000-Dollar-Zuschuss für die Urlaubskasse. Außerdem gibt es für die Mitarbeiter*innen einmal pro Monat ein verlängertes Wochenende, dann macht die komplette Firma nämlich am Freitag dicht. Das gilt für die etwa fünf Monate im Jahr, in denen es nicht ohnehin wegen Weihnachten, Ostern oder anderer Feiertage schon ein langes Wochenende gibt.

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Douglas berichtet bei Business Insider, beide Maßnahmen hätten die Arbeitsmoral der Angestellten enorm gesteigert und außerdem geholfen, besonders High-Potentials für die Firme zu begeistern – und den Gewinn habe die Firma außerdem steigern können. Spricht also alles dafür, dass alle Vorgesetzten eine solche Maßnahme durchsetzen sollten!

Falls ihr noch mehr Argumente für die Überzeugungsarbeit braucht – Mark Douglas hat sie schon geliefert:

1. Mehr Urlaub – mehr Energie

Natürlich das offensichtlichste Argument: Mitarbeiter*innen, die ausreichend Zeit und Möglichkeiten haben, im Urlaub die Batterien aufzuladen, sind gesünder, weniger gestresst und motivierter, wenn sie wieder im Büro sind.

2. Der Zusammenhalt im Team wächst

Das lange Wochenende, das Douglas seinen Mitarbeiter*innen einmal pro Monat verschafft, sieht er anders als die klassischen langen Wochenenden, etwa dank eines Feiertags oder Urlaub: Da an dem Tag die komplette Firma, der Rest der Arbeitswelt aber in der Regel nicht frei hat, unternehmen viele Mitarbeiter*innen gemeinsam etwas, sagt Douglas.

3. Die Loyalität der Mitarbeiter*innen wird gesteigert

Douglas hat das Gefühl, dass seinen Mitarbeiter*innen bewusst ist, wie ungewöhnlich die Zugeständnisse ihres Vorgesetzten sind – und dass diese wertgeschätzt werden. Loyalität und Motivation würden so wachsen. „Alle hier arbeiten ziemlich hart, aber ich glaube, sie wissen, dass es ein Geben und Nehmen ist“, erklärt Douglas. Ein weiterer Aspekt: Viele Mitarbeiter*innen müssten viele Geschäftsreisen machen, sagt Douglas. Was von vielen anfangs noch als spannend empfunden wird, könne irgendwann ermüdend sein. Insofern begreift er seine großzügigen Urlaubsregelungen auch als eine Art Ausgleich für anstrengende Business-Trips.

4. Die richtige Work-Life-Balance zieht Top-Talente an

Douglas hat nach eigenen Aussagen bei LinkedIn, einem sozialen Netzwerk für Geschäftskontakte, mehrere tausend Kontaktanfragen, auf die er noch nicht reagieren konnte – seine Firmenphilosophie hat sich also herumgesprochen. Douglas berichtet, seine Personalabteilung bekomme unzählige Anfragen von Leuten, die bei Steelhouse arbeiten wollten, weil sie das Gefühl haben, dass sich die Firma gut um ihre Angestellten kümmert. Genau nach solchen Leuten hält Douglas Ausschau: „Ich will Leute, die sich aussuchen, wo sie arbeiten wollen – und die nicht einfach nur einen Job finden wollen.“

5. Kund*innen reagieren mit Anerkennung

Douglas berichtet, seine Firma würde durch seine Regelung bei den Kund*innen besser ankommen, weil diese es schätzen würden, wenn eine Firma ihre Mitarbeiter*innen respektvoll behandelt und wertschätzt. Wenn seine Firma an einem Freitag pro Monat nicht zu erreichen ist, hat er nicht das Gefühl, Kund*innen würden sich über diesen Umstand beschweren, sondern die Anerkennung für die Idee sei deutlicher zu spüren. „Niemand sagt uns: ,Was, ihr habt nächsten Freitag zu?‘ – eher ganz im Gegenteil!“


von Lisa Seelig auf EDITION F

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