AfD löscht Umfrage, nachdem herauskam, dass der Islam zu Deutschland gehört

Die Berliner AfD löscht eine Umfrage von ihrer Twitterseite, nachdem eine Mehrheit der Nutzer*innen abgestimmt hatte, dass der Islam zu Deutschland gehöre.

Die Umfrage verschwand von der Twitter-Seite der Berliner AfD. Das Ergebnis schien nicht so auszufallen, wie erhofft.

Die Umfrage verschwand von der Twitter-Seite der Berliner AfD. Das Ergebnis schien nicht so auszufallen wie erhofft. Screenshot Twitter/Extra 3

Die Berliner AfD hatte auf ihrer Twitter-Seite dazu aufgerufen, über die Frage „Gehört der Islam zu Deutschland?“ abzustimmen. Nachdem über 80 Prozent sich dafür ausgesprochen hatten, hat die Berliner AfD die Umfrage kurzerhand gelöscht.

Das Satiremagazin Extra 3 hatte zuvor den Aufruf der Berliner AfD aufgegriffen und seine 700.000 Nutzer*innen dazu aufgefordert, sich zu beteiligen. Der Aufruf scheint wirkungsvoll gewesen zu sein: Insgesamt hatten nach dem Tweet von Extra 3 ungefähr 22.300 Nutzer*innen abgestimmt. Im Vergleich: Die AfD Berlin hat ungefähr 13.000 Follower*innen auf Twitter.

Die Umfrage der AfD greift die von Horst Seehofer angestoßene Debatte auf

Die Umfrage der AfD griff die von Bundesinnenminister Horst Seehofer angestoßene Debatte auf, ob der Islam zu Deutschland gehöre. Scheinbar hatte das Presseteam des Landesverbandes nicht damit gerechnet, dass auch Menschen mit einer anderen Gesinnung als die der AfD sich an der Umfrage auf Twitter beteiligen könnten. Denn die AfD vertritt die Position, dass der Islam nicht zu Deutschland gehöre.

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Auch die Bundeskanzlerin hatte sich in die Debatte eingeschaltet und den Aussagen des Innenministers widersprochen. Sie stellte fest, dass vier Millionen Muslim*innen in Deutschland leben und sagte: „Und diese Muslime gehören auch zu Deutschland. Und genauso gehört ihre Religion damit zu Deutschland, also auch der Islam“.

Twitter-Umfragen sind nicht repräsentativ

Die Umfrage auf Twitter ist nicht repräsentativ, da nur ein sehr geringer Prozentsatz aller Deutschen den Kurznachrichtendienst nutzt. Dass die AfD die Umfrage allerdings gelöscht hatte, kann als Hinweis gedeutet werden, dass die Partei keinerlei Wert auf einen konstruktiven und transparenten Umgang mit anderen Meinungen legt.