Aktivismus: So kann jede*r die Welt ein Stück besser machen

Protest und Widerstand haben viele Facetten. Wie ihr bereits durch kleine Taten etwas verändern könnt? Drei Aktivist*innen berichten.

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Jede*r kann etwas tun. Foto: Markus Spiske / Pexels | CC0

Fast egal, auf welchen Erdteil man dieser Tage schaut: Es brodelt. In Hongkong gibt es Widerstand gegen das neu eingeführte nationale Sicherheitsgesetz, das der örtlichen Regierung und der Kommunistischen Partei Chinas (CCP) weitreichende Machtbefugnisse einräumt und die örtliche Demokratiebewegung unterdrückt. Jetzt hat die Polizei auf Grundlage des umstrittenen Gesetzes vier junge Aktivist*innen festgenommen, weil sie sich online für Hongkongs Unabhängigkeit eingesetzt haben sollen. Sie sind zwischen 16 und 21 Jahre alt.

In den USA gibt es zwei Monate nach dem Mord an George Floyd anhaltende Proteste, gegen die Donald Trump die Bundespolizei brutal vorgehen und selbst friedlich demonstrierende Mütter mit Tränengas attackieren lässt. In Ungarn protestieren Tausende für die Pressefreiheit. Polen erwägt den Austritt aus der Istanbul-Konvention gegen Gewalt an Frauen, auch die Türkei denkt darüber nach und auf Instagram machen Frauen unter Hashtags wie #WomenSupportingWomen und #BlackAndWhiteChallenge auf die hohe Zahl der Femizide im Land aufmerksam. Darüber hinaus hat die Türkei soeben ein umstrittenes Gesetz zur stärkeren Regulierung von Social Media erlassen. In Belarus gibt es vor der anstehenden Wahl auch immer wieder Proteste gegen die Regierung – und etliche Festnahmen.

Das sind lediglich einige Beispiele aus der jüngsten Zeit. Aber Hass, Spaltung und Bewegungen in Richtung Autoritarismus – also autoritäre Herrschaft und damit der kleine Bruder des Faschismus – nehmen weltweit zu. Gleichzeitig wollen das viele Menschen nicht mehr hinnehmen, wie die Mütter in der US-Stadt Portland, die Momtifa.

Doch nicht jede*r traut sich zum Protest auf die Straße; auch aus Angst, körperliche Gewalt durch Polizist*innen oder andere Demonstrierende zu erleben und verletzt zu werden. Und nun – einfach Augen zu und durch? Das hat schon in den 1930er-Jahren in Deutschland nicht funktioniert. Doch was ist die Alternative?

Auf Twitter hat Nutzer Tor Ekeland einen Thread gepostet. Darin beschreibt er, was sein Vater, der in Norwegen im Widerstand gegen die Nazis war, ihm über Widerstand beigebracht hat:

Ein Satz sticht besonders hervor: „Widerstand muss nicht dramatisch sein, es kann eine kleine Handlung sein.“

Genau das ist ein wichtiger Punkt: Was kann jede*r Einzelne tun, damit die Welt nicht völlig zugrunde geht, welche Möglichkeiten gibt es? Ich habe drei Aktivist*innen gefragt, woher sie ihre Motivation nehmen und was wir alle tun können.

Warum wird jemand Aktivist*in?

Joshua Wong (23) ist Demokratie-Aktivist und Politiker aus Hongkong, der von der chinesischen Regierung überwacht wird. Seine Beweggründe für Aktivismus erklärt er so: „Mich treibt meine Überzeugung an, das zu tun, was richtig ist. Wir widmen uns dem Widerstand nicht aus Hoffnung, denn mit Hoffnung sieht es finster aus. Wir tun es, weil wir schlicht und einfach glauben, dass es das Richtige ist. Wenn wir das System jetzt nicht reparieren, dann werden in Zukunft noch mehr junge Leute darunter leiden.“

Glacier Kwong (24) ist Aktivistin für Menschenrechte und Demokratie aus Hongkong, die ihre Motivation so beschreibt: „Ich bin in Aktivist*innenkreisen aufgewachsen, die meisten meiner Freund*innen und Partner*innen sind Aktivisten und es bricht mir das Herz, sie leiden zu sehen. Das sind alles nette, liebevolle Menschen und sie verdienen es, glücklich zu sein – ohne ins Exil gezwungen, von der Polizei zusammengeschlagen oder für das, was richtig ist, ins Gefängnis geworfen zu werden. Eine Kraftquelle für mich sind die Werte, die mir mein Vater mitgegeben hat. Er hat oft gesagt ‚Was recht ist, wird immer recht sein, keine Lüge kann die Wahrheit ändern.‘ Von ihm habe ich gelernt: Wenn die Dinge nicht so sind, wie sie sein sollten, dann kann ich sie ändern, Lösungen vorschlagen und sie verbessern. Das hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin.“

Marion Fabian (70) ist Aktivistin, Feministin und Klangkünstlerin aus Berlin und engagiert sich unter anderem bei Omas Gegen Rechts. Sie sagt: „Ich engagiere mich schon immer. Sensibilisiert worden bin ich in den 70er-Jahren – Friedensbewegung, die Gründung der Grünen, ganz stark die Frauenbewegung. Es war die zunehmende rechtsextreme Gewalt, die mein stets vorhandenes politisches Engagement noch mal getriggert hat. Aufgeben und nichts tun ist einfach keine Option. Ich möchte etwas bewegen. Mein Umfeld ist nicht besonders politisch motiviert. Deshalb war ich sehr interessiert, als ich auf Facebook von Omas Gegen Rechts erfuhr. Anfangs hat mich das Label ‚Oma‘ noch abgeschreckt. Im Januar 2020 habe ich aber diese kleine Hürde übersprungen und ging zum ersten Treffen.“

Was bringt Protest wirklich?

Eine häufige Aussage ist: „Ach, das bringt doch alles eh nichts.“ Doch das stimmt nicht, wie Marion Fabian aus eigener Erfahrung sagt: „Wenn Erfolg von Protest an schnellen Ergebnissen gemessen werden soll, fühlen sich manche vielleicht bestätigt, dass es nichts bringt“, meint sie. „Aber wenn Tausende, Zehntausende auf die Straße gehen, um zu demonstrieren, dann ist das eine Macht, die nicht unterschätzt werden sollte.“

Laut der 70-jährigen Aktivistin wecke das bei Politiker*innen und in der Öffentlichkeit durchaus Aufmerksamkeit und löse Debatten aus; außerdem motiviere gemeinsamer Protest und bestärke die Teilnehmenden. „Ich konnte eine Handvoll Frauen dazu bewegen, an Demonstrationen teilzunehmen“, erzählt Marion. „So konnten sie mit mir bei der Black-Lives-MatterDemo am Alexanderplatz das großartige Gefühl der Solidarität genießen, trotz des traurigen Anlasses.“ Und solche Erlebnisse seien Motivation für weiteres Engagement.

Protest muss aber gar nicht immer auf der Straße stattfinden – auch, wenn das wichtig ist. Er fängt schon mit den kleinen Dingen an.

Lieb sein

Klingt banal, hat aber eine nachhaltige und sich vervielfachende Wirkung. Nett sein macht wenig Mühe und kommt allen Beteiligten zugute: der Person, die freundlich ist; der Person, der die Freundlichkeit zuteil wird – sogar denjenigen, die bloß zuschauen. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie selbst nett zu anderen sind, die dann wiederum selbst … und so weiter.

Deshalb ist es so wichtig, von dir aus beispielsweise „Guten Tag“ zu sagen, mal eine Tür aufzuhalten, zu fragen, ob jemand gerade Hilfe braucht. Klassische Beispiele: Kinderwagen und Treppen, oder jemanden an der Supermarktkasse vorlassen.

Wenn du also im Kleinen etwas gegen den Hass in der Welt unternehmen willst, sei im ersten Schritt weniger grummelig, sondern absichtlich aufrichtig nett zu deinen Mitmenschen. Ja, damit fängt’s an.

Ungerechtigkeiten ansprechen

Nett sein heißt jedoch nicht, alles lächelnd hinzunehmen. Wenn sich jemand ungerecht, diskriminierend oder beleidigend verhält, dann sendet Schweigen der Person das Signal „Ist schon okay“.

Jemand macht einen diskriminierenden, sexistischen oder rassistischen Spruch? Sachlich, ruhig und bestimmt ansprechen und sagen, dass das nicht in Ordnung ist. Auch, wenn der*diejenige in dem Moment abwiegelnd oder wenig verständnisvoll reagiert, ist das ein deutliches Zeichen an alle Anwesenden, dass so etwas eben nicht klar geht und nicht akzeptiert wird.

Den Mund aufzumachen spielt auch im großen Rahmen eine Rolle, wie Glacier Kwong erklärt: „Für mich ist das Wichtigste, im Widerstand gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung auch in einer feindlichen Umgebung standhaft zu bleiben.“ Denn Regierungen haben laut Glacier durch Polizei oder Armee eine Autorität, die ihnen die konkrete Macht verleiht, Gewalt auch gegen die eigene Bevölkerung einzusetzen – wie mit Trump in Portland oder China in Hongkong – und protestierende Bürger*innen dadurch einzuschüchtern.

„Es ist leicht, sich Angst machen zu lassen und dann nicht mehr für das einzusetzen, was richtig ist“, sagt die Hongkonger Aktivistin. „Es halten dann nach und nach immer mehr Leute den Mund. Vor allem, wenn sie nicht mehr wissen, ob es noch andere gibt, die ähnlich denken. Schließlich verlieren sie die Hoffnung, fühlen sich isoliert – und ändern vielleicht sogar ihr Denken.“ Diesen Aspekt findet Glacier besonders schlimm und gefährlich.

Glacier: „Meiner festen Überzeugung nach ist Mut, trotz Angst den Mund aufzumachen, der einzige Weg, wie wir Widerstand leisten und unseren Mitmenschen zeigen können, dass wir nicht klein beigeben. Mit diesem Aspekt im Hinterkopf sind die eigentlichen Details des Protestes nicht so wichtig, weil wir dabei immer flexibel und kreativ sein können.“

Informieren und bilden

Möglichkeiten zum Dazulernen gibt es unendlich. Bücher von guten Autor*innen zum Beispiel, oder Podcasts, Filme und Dokumentationen. Auch Serien zu bestimmten Themengebieten können deinen Horizont erweitern. In sozialen Netzwerken kannst du ebenfalls fündig werden; auf Instagram erklärt zum Beispiel dieser Account aktuelle Begriffe und Umstände aus Politik und Gesellschaft.

Bei alledem ist allerdings darauf zu achten, dass es sich um seriöse Quellen und Absender*innen und nicht um Propaganda oder Verschwörungsideologien handelt.

„Auf den eigenen Medienkonsum achten, sich möglichst umfassend und objektiv informieren“, sagt auch Marion. „Oder Leser*innenbriefe schreiben, das geht auch unter Pseudonym.“ Wenn du verstehst, warum Dinge so sind wie sie sind, kannst du dir überlegen, wie du sie ändern kannst. Und vielleicht auch anderen helfen, sich in dieser komplexen Welt besser zurechtzufinden.

Gespräche führen

Auch, wenn es anstrengend ist: In einigen Fällen kann sich ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht mit Verwandten, Bekannten, Kolleg*innen oder Nachbar*innen tatsächlich bewähren. Es kann durchaus sein, dass stereotype oder diskriminierende Vorstellungen auf Unwissenheit, Fehlinformationen oder Ignoranz basieren. Dagegen lässt sich was tun.

„Zivilcourage in Gesprächen zeigen, sich nicht weggucken oder ausweichen, wenn es um kritische Diskussionen geht, die Reibung mal aushalten, aus der Komfortzone rausgehen, das Schweigen der Mehrheit brechen“, empfiehlt auch Marion.

Sie sagt: „Die Black-Lives-Matter-Bewegung hat sehr wichtige Fragen hervorgebracht beziehungsweise neu formuliert: Wie gehen wir mit unserer kolonialen Vergangenheit um? Wie stehen wir zur Umbenennung von Straßen? Machen wir uns Gedanken über Denkmäler? Wo haben wir unsere eigenen rassistischen Vorteile? Wie sprachsensibel sind wir? Welche Kinderbücher verschenken wir? Wie ernst nehmen wir die Aussage ‚Wehret den Anfängen‘?“ Diese Fragen stelle Marion nicht nur ihren Mitmenschen, sondern auch sich selbst: „Ich lerne sehr viel durch die aktuellen Diskussionen um Rassismus.“

Dabei ist – immer eine Einzelfallentscheidung – aktives und aufmerksames Zuhören unerlässlich. Also, die Gesprächspartner*innen da abholen, wo sie sind.

Außerdem ist es wichtig zu prüfen, wann eine Diskussion sinnvoll ist und aufrichtig geführt wird – und wann auch nicht. Rechte Trolle im Internet suchen keinen Austausch, sondern wollen absichtlich ablenken und provozieren. Und eingefleischte Rassist*innen bringt sehr wahrscheinlich kein noch so solides Argument von ihrer Überzeugung ab.

Vernetzen und verbinden

Ein Problem, das zu Frust und Ohnmachtsgefühlen führt, ist soziale Isolation. Das ist durch die Corona-Pandemie noch verstärkt worden. Menschen sind einsam und haben Angst – keine gute Kombination.

Daher kann es eine prima Idee sein, dich zum Beispiel mit Nachbar*innen bekanntzumachen. Sich im Treppenhaus unterhalten, fragen, wie es geht und ob jemand Hilfe braucht, Nummern austauschen für Not- oder sonstige Fälle. Zettel aufhängen und Hilfe anbieten. Irgendwann vielleicht auch ein kleines Hoffest oder eine Balkonparty organisieren oder einen gemeinsamen Gemüsegarten anlegen.

Umeinander kümmern und füreinander da sein kann die Welt ein Stückchen besser machen. Denn wer sich gut aufgehoben und wertgeschätzt fühlt, hat weniger Angst. Und hasst weniger.

Außerdem sind Menschen nachweislich gemeinsam stärker. „Es ist wichtig, sich miteinander zu vernetzen, weil niemand allein etwas erreichen kann, weil wir uns verbunden fühlen müssen, um motiviert weitermachen zu können“, wie Joshua Wong aus eigener Erfahrung berichtet. „Es kann manchmal ganz schön überwältigend sein, sich einer Diktatur entgegenzustellen – zusammen mit anderen ist es ein bisschen weniger furchteinflößend.“

Glacier pflichtet ihm bei: „Das ist entscheidend, weil wir als Kollektiv jeden Tag gemeinsam für eine bessere Zukunft kämpfen und unser Schicksal uns verbindet. Gleichzeitig ist niemand eine Insel – man kann einfach nicht alles allein schaffen. Wir brauchen Arbeitsteilung und es ist immer besser, zusammenzubleiben. Es gibt einem auch das Gefühl von Unterstützung, wenn wir alle zusammenhalten.“

Eine Organisation finden

Es gibt für nahezu alles einen Verein, einen Club, eine Organisation, eine Partei. Gegen Rassismus oder Einsamkeit, für Klimaschutz oder Frauenrechte oder alles zusammen – was immer es ist, das dir besonders am Herzen liegt.

„Es ist immer richtig, sich zu engagieren und selbst zu der Veränderung beizutragen, die man in der Welt sehen möchte“, sagt Joshua. „Ich würde jeden und jede dazu ermutigen, sich ein Thema auszusuchen, für das er oder sie sich interessiert und sich dem dann zu widmen. Nicht alle interessieren sich für harte Politik, aber es gibt bestimmt auch andere interessante Bereiche der Gesellschaft.“

Wenn du ein Thema und eine Organisation gefunden hast, kannst du einerseits natürlich spenden; andererseits aber auch selbst aktiv werden – einfach anfragen und Hilfe anbieten. So hat es auch Marion gemacht, als sie über Facebook auf die Gruppe Omas Gegen Rechts Berlin gestoßen ist: „Ich habe mich mit der erstarkten Rechten befasst und war immer auf der Suche nach einer Art neuem politischen Zuhauses, dann fand ich die Omas Gegen Rechts Berlin. Ich recherchierte und sah, dass das interessante ältere Frauen sind, die was zu sagen haben und mit denen mich einiges verbindet.“ Jetzt kümmert Marion sich unter anderem um Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und die AG Feminismus, die sich für konkrete Verbesserungen in Sachen Geschlechtergerechtigkeit einsetzt.

Konsumverhalten steuern

Was kaufst du wo und warum? Du entscheidest, wohin dein Geld fließt und wen oder was du damit unterstützt. Oder eben auch nicht.

„Die kleinsten Schritte in Richtung Protest und Widerstand sind die bewussten Entscheidungen, die wir jeden Tag treffen. Zum Beispiel kaufe ich keine Kleidung mehr, die aus Xinjiang kommt, weil sie mit Zwangsarbeit in so genannten Umerziehungslagern hergestellt wird“, sagt Glacier Kwong. „Das schränkt zwar meine Möglichkeiten ein und macht mir das Leben ein bisschen schwerer, aber das ist es mir wert – weil ich andernfalls Menschenrechtsverletzungen unterstützen würde.“

Neben Shopping können auch Restaurantbesuche eine aktivistische Handlung darstellen. „In Hongkong esse ich nur in Restaurants, die zum Yellow Economic Circle gehören, um unsere Bewegung und Gleichgesinnte zu unterstützen“, sagt Glacier. Und Joshua stimmt ihr zu: „Die kleinste Stufe des Widerstandes in Hongkong ist die Entscheidung, welches Restaurant man besucht und wo man einkauft. Wenn wir uns dafür entscheiden, andere in unserer Bewegung zu unterstützen, dann verändern wir damit aktiv die Community.“

Auch Berlinerin Marion rät zu „Politik mit dem Einkaufskorb“: „Nicht mehr beim Marktverkäufer, der ausländerfeindliche Sprüche macht oder sich sexistisch äußert, einkaufen – und ihm das auch sagen.“

Jeden Tag bewusste Konsum-Entscheidungen zu treffen, das sei laut Glacier oft nicht leicht; es brauche Zeit und andere müssten mitziehen: „Aber egal, wie klein die entsprechenden Veränderungen auch sein mögen – es sind Veränderungen.“

Kleinigkeiten machen einen Unterschied

Ob du nun einfach mit Absicht freundlich und hilfsbereit zu deinen Mitmenschen bist, deine Konsumentscheidungen bewusst triffst, dich mit deinen Nachbar*innen vernetzt oder einer Organisation anschließt, dich mit Taxifahrer*innen, Onkels und Muttis über Politik unterhältst, dich gründlich über aktuelle Themen informierst und dazulernst, Kolleg*innen keine diskriminierenden Sprüche mehr durchgehen lässt oder tatsächlich auf Demos protestieren gehst – Aktivismus hat viele Facetten.

Letztlich hängt deine Form von Protest davon ab, was für ein Mensch du bist, in was für einer Lebenssituation du steckst, welche Werte du hast und was dich antreibt. „Meine Motivation hinter all der Arbeit ist, meine Freund*innen eines Tages nach Hongkong zurückkehren zu sehen, damit wir wandern oder Yumcha (Dim Sums) essen gehen können“, sagt zum Beispiel Glacier Kwong. „Ich wünsche mir, sie wieder lächeln zu sehen und mit ihnen über andere Dinge als harte Politik reden zu können.“

Klar ist: Alles ist besser als die Augen zu verschließen, auch kleine Handlungen im Alltag machen einen Unterschied. Oder um es mit Worten aus einer Rede des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama zu sagen: „We can create the change that we seek.“

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