„Aladdin“, „Dumbo“, „König der Löwen“: Warum uns Disneys Realverfilmungen immer noch begeistern

Disney produziert zurzeit Remakes seiner Zeichentrickklassiker wie am Fließband. Wir haben mit dem Cast von Aladdin gesprochen, warum das Neuauflegen so gut funktioniert.

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Naomi Scott als Jasmin und Mena Massoud als Aladdin in der Neuverfilmung von Guy Ritchie. Filmstill: Disney

Jede*r hat seinen ganz persönlichen Disney-Film, den er*sie liebt und an den er*sie gerne zurückdenkt. So auch die Hauptdarsteller*innen der neuen Realverfilmung des Zeichentrickabenteuers Aladdin. Für Mena Massoud, der die Hauptrolle spielt, ist es Dumbo. Für Naomi Scott, der Darstellerin von Jasmin, ist es Mulan. Und für Will Smith, der den Dschinni verkörpert, ist es ein ganz bestimmter Moment. „Es ist die Mufasa-Szene, die mich immer wieder umhaut“, sagt er. „Ich war damals schockiert und dachte einfach nur: ‚wow‘. Diese Tiefe und der Anspruch an das Publikum sind es, die für mich die Disney-Momente ausmachen.“

Wir sitzen im Kino, die Werbung ist endlich vorbei und es ertönt eine allzu bekannte Musik – die der Walt Disney Company. In diesem Moment verabschieden wir uns vom Stress unseres Erwachsenenlebens und tauchen ein in die Glücksgefühle unserer Kindheit. Wir erinnern uns an Momente, die uns damals gefesselt, gerührt und zum Lachen gebracht haben und wissen, dass das, was nun im Kino für die nächsten zwei Stunden folgt, uns wahrscheinlich sehr glücklich machen wird. Wie funktioniert das?

Was schon Kinderherzen höherschlagen ließ

Für den Disney-Faktor hält der Großkonzern seit Jahrzehnten am gleichen Konzept fest. Rezept: Die Filmemacher*innen erzählen eine universell geltende Geschichte (zwischen Gut und Böse), zeichnen authentische und liebenswerte Charaktere und betten sie ein in eine Welt voller Fantastik und Faszination. Das funktioniert. Immer. Bei den neuen Realverfilmungen kommt noch der Faktor Nostalgie zum Erfolgsrezept hinzu. Spätestens wenn die Musik einsetzt, fühlt man sich in seine Kindheit zurückversetzt und lässt sich komplett auf dieses wohlig-warme Gefühl ein, nach Hause zurückzukehren. Endlich wieder Kind sein, endlich wieder mitsingen, mitfiebern und sich neu verlieben. Was bereits unsere Kinderherzen begeistert hat, lässt uns heute noch wegschmelzen.

Das dürfte auch bei Aladdin funktionieren, dem neuesten Werk der Disney’schen Remake-Fließbandproduktion. Erst im März kam Dumbo in die Kinos, im Juli wird Der König der Löwen folgen. Im März 2020 geht es mit Mulan weiter, Realverfilmungen von Die Hexe und der Zauberer und Pinocchio sind ebenfalls angedacht. Und auch wenn die Filme seit dem ersten Remake, 101 Dalmatiner von 1996, inhaltlich kritisch beäugt werden, sind sie kommerziell erfolgreich. Aladdin und Abu erneut in die Wunderhöle steigen zu sehen, die bekannten Songs neu kennenzulernen und noch einmal mitzuerleben, wie Aladdin den bösen Dschafar austrickst – all das wird sicherlich wieder zahlreiche Zuschauer*innen ins Kino locken.

Naomi Scott wurde erst beim Aladdin-Dreh bewusst, welche enorme Wirkung der Disney-Faktor hat. „Mir wurde erst während der Arbeit am Set so wirklich bewusst, wie viel Einfluss die Charaktere auf eine ganze Generation hatten. Mich inklusive.“ Mena Massoud hat Aladdin früher immer mit seinen Schwestern geguckt: „Sie wollten wie Jasmin sein, ich wie Aladdin. Und so ging es vielen. Jeder, wirklich jeder, kennt die Geschichte des Films.“

Eine neue Generation von Disney-Liebhaber*innen

Und diese Generation, die mit Aladdin, Arielle oder Pocahontas aufgewachsen ist, ist nun erwachsen geworden. Um sie erneut abzuholen, kleidet Disney die altbewährten Geschichten in ein moderneres Gewand. Die Umsetzung als Realverfilmung ist dabei ein kluger Schachzug, denn gerade das lässt die Filme erwachsener erscheinen, obwohl sich an der Grundgeschichte und den Charakteren nichts geändert hat.

Das moderne Antlitz hat noch einen weiteren Vorteil, wie Naomi Scott feststellt: „Mir gefällt der Gedanke, dass wir eine ganz neue Generation inspirieren. Das zeigt einfach den Zauber von Disney.“ Diese neue Generation liebt zwar die neuen Disney-Filme wie Die Eiskönigin, profitiert aber auch davon, dass ihre Eltern sie nun mit ins Kino nehmen und erleben, dass die alten Filme in neuem Gewand auch heute noch funktionieren. Diese Win-Win-Situation hat auch vor Will Smith nicht haltgemacht.

Als er sich für sein nächstes Projekt entscheiden musste und seinem Sohn klar wurde, dass sein Vater die Möglichkeit hatte, den Dschinni zu verkörpern, war der Fall für alle abgeschlossen. Smith musste die Rolle einfach annehmen, nicht zuletzt, um seine eigenen Kinder glücklich zu machen.