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Johannes macht was mit Virtualität auf Schienen

Virtual Reality ist längst keine Science Fiction mehr. Dass die virtuelle Welt außerdem mehr ist als ein Spielplatz für Gaming-Begeisterte, zeigt Johannes. Mit seinem Team erobert er die virtuelle Welt für die Deutsche Bahn und die Reisenden.

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Johannes Hillebrenner macht Virtualität greifbar. Foto: Screenshot aus "60 Sekunden mit..."

Hallo Johannes! Verrätst Du uns ein bisschen mehr über dich und deinen Job bei der Deutschen Bahn?

Klar! Mein Name ist Johannes Hillebrenner. Ich bin 29 Jahre alt und habe digitale Medien und Communication Design studiert. Nach dem Studium wollte ich dann gern einen direkten Einstieg haben in einen Job, wo ich mit digitalen Medien arbeiten kann.

Ich hab mich dann auf eine relativ offene Stellenausschreibung bei der Deutschen Bahn beworben – da wurden kreative Absolventen gesucht, die neue Ideen einbringen möchten. Ich bin ehrlich: Ich wusste erstmal nicht, was das konkret heißt – aber es klang spannend.

Bei der Deutschen Bahn hab ich genau das gefunden, was ich gesucht hatte.

Bei der Deutschen Bahn hab ich genau das gefunden, was ich gesucht hatte. Ich hab ziemlich schnell entdeckt, dass es dieses Innovationsprogramm gibt, wo Mitarbeiter Ideen einreichen können. Du kannst quasi dein eigenes kleines Start-Up innerhalb der Bahn starten. Du gründest nicht aus, aber du hast ein kleines Team, das innerhalb des Unternehmens relativ unabhängig agieren kann. Zwei Kollegen von mir im Programm die Idee entwickelt, virtuelle Realität zu Schulungszwecken einzusetzen.

 

Okay, das klingt schon mal spannend. Wie stelle ich mir das im Alltag denn konkret vor?

Da geht ziemlich viel. Wir haben zum Beispiel für die Mitarbeiter im Bordservice eine Anwendung entwickelt, mit der sie die Bedienung des Hubliftes für Rollstuhlfahrer im ICE4 trainieren. Das ist tatsächlich relativ komplex. Es gibt da an die 20 bis 30 Schritte, die man beherrschen muss, um den Lift ein- und auszubauen. Wenn man die in wenigen Minuten umsetzen soll, muss jeder Handgriff sitzen.

Als wir damals die Anwendung entwickelt haben, gab es erst zwei ICE4 Züge im Einsatz. Mit zwei Zügen bis zu 4000 Kollegen zu schulen, wäre schon rein logistisch ein Ding der Unmöglichkeit. Mit unserer Anwendung können die Mitarbeiter jetzt wichtige Arbeitsschritte mit einer VR-Brille in einer virtuellen Umgebung lernen. Man kann ganz in Ruhe üben und das Ganze so oft wiederholen, wie man will.

Mit unserer Anwendung können die Mitarbeiter jetzt wichtige Arbeitsschritte mit einer VR-Brille in einer virtuellen Umgebung lernen. Man kann ganz in Ruhe üben und das Ganze so oft wiederholen, wie man will.

In der virtuellen Realität macht es auch nichts, wenn dabei Fehler passieren – es geht ja nicht wirklich was kaputt. So bekommen die Mitarbeiter Handlungssicherheit. Das Muskelgedächtnis wird angesprochen. Wenn du das Geübte dann in echt anwendest, fühlt sich das an, als wärst du tatsächlich schon mal an dem Ort gewesen und hättest das alles schon mal gemacht.

Was natürlich noch ein bisschen fehlt, ist das haptische Feedback. Man kriegt also noch nicht so ein Gefühl für die Kraft, die man aufwenden muss.

Trotzdem: Das klingt schon ein bisschen wie ein Sci-Fi-Film. Wie seid ihr denn auf die Idee gekommen

Wir fanden virtuelle Realität immer schon spannend. Und dann gab es 2017 sowas wie einen Aha-Moment: In der virtuellen Realität spricht man von Freiheitsgraden der Bewegung –  degrees of freedom. Die allerersten VR-Brillen hatten nur drei Freiheitsgrade. Heißt: Man konnte nur die Kopfbewegung tracken. Das war schön, um in die virtuelle Welt einzutauchen und sich umzuschauen; man konnte sich aber noch nicht wirklich in ihr bewegen.

2017 wurde dann die sogenannte Room Scale Technologie vorgestellt. Die hat vieles verändert. Jetzt können wir sechs Freiheitsgrade tracken, die Bewegung des Körpers und die Bewegung der Hände. Und da wurde uns klar: Jetzt ist es soweit, dass wir in einer virtuellen Welt interaktive Szenarien gestalten und Mitarbeiter dort schulen können.

Der Hublift war das Pilotprojekt, und da gab es sehr gutes Feedback. Mittlerweile sind wir im Bereich Immersive Technology 15 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die sich mit solchen Themen beschäftigen.

Was steht denn da noch so an?

Aktuell bauen wir ein mechanisches Stellwerk virtuell nach. Das ist bisher unser größtes Projekt – und, glaube ich, eines der größten VR-Projekte, die es in Deutschland überhaupt gibt.

Wir bilden die komplette Logik des Stellwerks ab, so dass es in der virtuellen Welt genau so funktioniert und bedient werden kann wie in der echten. Da werden wir auch zum ersten Mal eine Multi-User-Umgebung aufzusetzen. Das bedeutet, dass zwei Menschen zur gleichen Zeit an unterschiedlichen Stellen in der virtuellen Realität zusammenarbeiten können.

Gab es da eigentlich viele Hürden, die ihr nehmen musstet? Oder hat die Deutsche Bahn direkt gesagt: Klar, das machen wir?

Du fängst im Innovationsprogramm der Bahn erstmal ganz klein an mit deiner Idee. Du bekommst Zeit, sie reifen zu lassen und das Ganze im kleinen Rahmen vorzustellen. Dann guckst du: Ist das überhaupt realistisch? Macht das Sinn? Wenn du dabei dann rausfindest, es gibt einen Bedarf, dann setzt du dich mit allen Beteiligten zusammen, um das umsetzen.

Das ist eines der größten VR-Projekte, die es in Deutschland überhaupt gibt.

Hürden gibt es also schon, aber die sind nur dazu da, das Projekt voranzubringen. Wir wollen auch niemals jemanden zwingen, eine Schulung auf diese Art durchzuführen. Das ist immer auf freiwilliger Basis.

 Wie sah das Feedback denn bisher aus?

Das war sehr gut. Unser bestes Feedback zum Hublift gab es zum Beispiel von einem Reisenden mit Mobilitätseinschränkungen, der auf den Hublift angewiesen war.

Der hat extra einen Brief an die Deutsche Bahn geschrieben, um sich für den reibungslosen Ablauf zu bedanken. Er hat die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Zug gefragt, woran das liegt, dass jetzt alles so gut funktioniert. Und die haben ihm erklärt, dass sie sich jetzt viel sicherer fühlen, weil es ein neues Schulungssystem gibt – eben das, was wir entwickelt haben. Das war tatsächlich eines der schönsten Feedbacks, was wir bisher bekommen haben.

Es ist ein Privileg, seine eigenen Ideen einzubringen und dann auch wirklich umzusetzen.

Das macht alles extrem viel Spaß. Es ist ein Privileg, dass man als Mitarbeiter die Möglichkeit kriegt, seine eigenen Ideen einzubringen und dann auch wirklich umzusetzen.

Die Deutsche Bahn und ze.tt stellen euch an dieser Stelle in den nächsten Wochen fünf Protagonist*innen vor, die über ihre Erfahrungen und Tätigkeiten in den Zukunftsberufen bei der Deutschen Bahn berichten. Wir begleiten Malte, Lena, Johannes, Armin und Anne jeweils einen Tag lang in ihren abwechslungsreichen Digitaljobs.