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7 Theaterstücke, die du unbedingt gesehen haben musst

Das Theater macht dich zu einem besseren Menschen. Hier lernst du andere Lebenswelten und Geschichten kennen, die deinen Blick weiten. Wir haben die sieben besten Stücke der Saison für dich herausgesucht.

Thalia Theater Hamburg

Die neue Spielzeit steht bevor und das Thalia Theater in Hamburg hält großartige Premieren bereit. Foto: Fabian Hammerl

Für mich ist das Theater ein ganz besonderer Ort. Manchmal komme ich nach einem langen Arbeitstag alleine her und manchmal am Wochenende mit Freund*innen. Manchmal habe ich monatelang auf ein ganz bestimmtes Stück hin gefiebert und manchmal suche ich mir spontan etwas aus dem Spielplan aus. Doch warum fühle ich mich im Theater so wohl? Vielleicht liegt es an dem schönen Saal, der majestätischen Deckenleuchte oder an der Aufregung, wenn das Licht langsam gedimmt wird und sich der Vorhang öffnet.

Es ist der Moment, wenn die Schauspieler*innen die Bühne betreten und ich ihnen dabei zuschauen darf, wie sie in kurzer Zeit eine Welt erschaffen, die ich noch nicht kenne.

Im Theater können wir uns alle als Schüler*innen des Lebens fühlen und unseren Horizont erweitern. Wir lernen aus den Erlebnissen anderer. Sehen ihre Furcht, Angst, Trauer und Wut, fühlen mit den Charakteren mit und vollziehen empathisch ihre Beweggründe nach. Im Theater begegnen wir dem Guten und dem Bösen und sehen so auch, wozu wir selbst als Menschen fähig wären.

Dabei ist jede Vorstellung anders. Es ist ein One on One zwischen Ensemble und Publikum, das genau so nicht noch mal passieren wird. Die Aura des Kunstwerks ist nicht reproduzierbar, würde Walter Benjamin jetzt sagen und damit hat er recht: Jeder Theatermoment ist einzigartig.

Doch wo fängt man bei der großen Auswahl an tollen Stücken an? Bald beginnt die neue Spielzeit, also gilt: ran an die Karten. Damit ihr nichts verpasst, haben wir für euch einen kleinen Überblick erstellt und die aufregendsten kommenden Premieren und Repertoirestücke in Hamburg ausgesucht:

1) Liliom von Ferenc Molnár – Regie: Kornél Mundruczó

Der Karussellausrufer Liliom ist in das Dienstmädchen Julie verliebt und sie in ihn. Liebestrunken brennen sie durch, ohne Job, aber mit Kind. Plötzlich stehen die beiden verlorenen Seelen vor dem Nichts. Völlig überfordert von seiner Situation wird Liliom gewalttätig und lässt seine Frustration an seiner Geliebten aus: Er schlägt sie, schreit sie an und treibt sie in die Verzweiflung. Schonungslos wird das Publikum Augenzeuge seiner Taten, die uns bewusst machen, warum die #metoo-Bewegung so wichtig ist – für Frauen wie Julie, hier und auf der ganzen Welt. Das Stück sensibilisiert uns dafür, uns gegen Ungerechtigkeit einzusetzen, wenn sie uns selbst oder anderen geschieht. Hat Liliom eine zweite Chance verdient? Nein, aber Julie.

Liliom wurde von dem international gefragten Regisseur Kornél Mundruczó inszeniert und feiert bei den Salzburger Festspielen seine Premiere. Im Thalia Theater findet sie am 21. September 2019 um 20 Uhr statt. Weitere Termine sind der 22. und 29. September 2019. Tickets bekommst du hier.

Thalia Theater Hamburg
Jörg Pohl als Liliom. Zu sehen sind hier auch die eindrucksvollen Roboter, die das gesamte Stück begleiten. Die Premiere findet am 21. September 2019 im Thalia Theater Hamburg statt. Foto: Matthias Horn

2) Neverland nach Motiven von J.M. Barries Peter Pan – Regie: Antú Romero Nunes

Wir alle kennen die traumhafte Welt von Peter Pan, wo niemand erwachsen werden und vernünftig sein muss – eine wunderbare Utopie. Von dieser inspiriert erschafft der Regisseur Antú Romero Nunes in Neverland eine Welt der Anarchie. Er bricht mit Traditionen und Konventionen, indem er eine völlig neue Lebenswelt kreiert: Teenager leben in der Hafenstadt Neverland unter sich und mit anderen Teenagern aus der ganzen Welt. Hier gilt: neues Spielfeld, neue Regeln. Was die Alten ihnen vorgaben, wird hier neu gedacht. Von ihnen können wir lernen, wie ein bedingungsloses Zusammenleben von Menschen mit verschiedenen kulturellen Backgrounds und Sprachen aussehen kann. Der multikulturelle Austausch ist eine Inspiration für die Bewohner*innen Europas und der ganzen Welt: Zusammen statt getrennt und zwar nach neuen, toleranten Maßstäben.

Die Uraufführung von Neverland findet am 12. Oktober 2019 im Thalia Theater statt. Tickets kriegst du hier.

3) Hamlet von William Shakespeare – Regie: Jette Steckel

„Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage“, gibt Hamlet, der Prinz von Dänemark, von sich, als er zwischen Todessehnsucht und Todesangst gefangen ist. Der Geist seines Vaters fordert ihn dazu auf, an seinem Bruder Claudius Rache auszuüben, denn dieser habe den Mord begangen und unrechtmäßig den Thron eingenommen. Im Zuge seiner Pläne schiebt Hamlet den Wahnsinn vor, um den Wunsch seines Vaters zu erfüllen und seine politischen Intrigen ausführen zu können.

Doch was passiert währenddessen mit seiner geliebten Ophelia? Sie verwickelt er in das wahre Unglück und in den unentrinnbaren Wahnsinn. Die gescheiterte Liebe und der Verlust ihres Vaters bringen sie schließlich um. Doch wirklich alles dreht sich um Hamlet, seine Macht und seine Rachsucht, die schließlich alle anderen ins Verderben stürzt. Warum das noch heute interessant ist? Weil wir patriarchale Systeme durchschaut haben und überbrücken können. Ophelia trauert, Ophelia stirbt: Über solche Frauenrollen sind wir lange hinaus und können das Stück mit einem feministischen Blickpunkt betrachten und daraus unsere Schlüsse ziehen.

Schaulustige können im Januar 2020 im Thalia Theater bei der Premiere von Hamlet vorbeischauen.

4) Die Tragödie von Romeo und Julia von William Shakespeare – Regie: Jette Steckel

Wer kennt die Liebesgeschichte um Romeo und Julia nicht? William Shakespeares Tragödie um die beiden Turteltauben aus den Häusern Montague und Capulet berührt uns auch heute immer noch. Hier geht es um die unumstößliche Liebe. Eine Liebe, von der uns nichts abbringt und für die wir sterben wollen. Wie realistisch ist solch eine Kompromisslosigkeit heute? Was würden wir füreinander noch tun, wo doch Selbstbestimmung und Freiheit im Liebesleben so angesagt sind?

Trotz aller Liberalität können wir uns von den beiden glückselig Unglückseligen Inspiration holen. Wichtig ist nämlich, dass wir jemanden lieben – egal, wie kitschig das nun klingen mag. Das Warum und Wie und Wo ist zweitrangig. Übrigens: Im Thalia wird das Liebespaar nicht nur von 20 weiteren Romeos und 20 Julias begleitet, sondern auch von ebenso vielen E-Gitarren. So laut können Gefühle sein!

Hier gibt es Tickets für Die Tragödie von Romeo und Julia am 1. Oktober 2019 im Thalia Theater.

Die Tragödie von Romeo und Julia von William Shakespeare. Zu sehen ist das Stück am 1. Oktober 20191 im Thalia Theater statt. Foto: Armin Smailovic

5) Maria von Simon Stephens – Regie: Sebastian Nübling

Maria, genannt Ria, ist auf der Suche: Schwanger und rastlos bewegt sie sich nach dem Tod ihrer Mutter und dem Verschwinden ihres Bruders durch ihr Leben. Sie weiß nicht, was sie sucht, doch getrieben von ihrer Einsamkeit begibt sie sich in einen abenteuerlichen Strudel aus Leben, Liebe und Tod: Sie bringt ihr Kind zur Welt, schenkt Fremden online mit Gesprächen per Webcam für Geld Aufmerksamkeit und muss mit dem baldigen Tod ihrer Großmutter umgehen.

Ria ist dazu gezwungen, sich in einer Gesellschaft zurechtzufinden, die aus sozialer Spaltung, Einsamkeit und prekären Jobs aufgebaut ist. Das Stück hält uns den Spiegel vor: Eingesogen vom Digitalwahn betteln wir pathetisch auf Social-Media-Plattformen nach Aufmerksamkeit, erhalten virtuelle Liebe und müssen erkennen, dass diese uns abends im Bett keine Wärme spenden kann. Rasant hält uns Ria unsere Endlichkeit vor und es bleibt die Frage: Wollen wir wirklich so leben?

Tickets für das Stück Maria am 6.9.2019 im Thalia Theater bekommt ihr hier.

Thalia Theater Hamburg
Lisa Hagmeister als Ria in Maria auf der Bühne des Thalia Theaters. Foto: Krafft Angerer

6) Die Odyssee – Eine Irrfahrt nach Homer – Regie: Antú Romero Nunes

Den Geschichten nach zu urteilen muss Odysseus ein wahrer Held gewesen sein. Nach dem Sieg in Troja wollte er sich eigentlich nur auf die Heimreise machen, doch es folgte eine lange Irrfahrt. Was ihm auf dem Weg widerfuhr, scheint schier unglaublich! Doch was hielten wohl seine Söhne Telemachos und Telegonos von seiner ständigen Abwesenheit?

Als Kompensation interpretieren die Geschichten ihres Vaters einfach neu – mit einer Fantasiesprache. In unterhaltsamem Slapstick emanzipieren sie sich von dem fehlenden Vater und kommentieren seine ewigen Fake News humoristisch. Tragedy meets Comedy ist hier das Motto und das verspricht, ein wahnsinnig unterhaltsamer Abend zu werden!

Die Produktion reist momentan durch die ganze Welt und war schon in China, Chile und vielen weiteren Ländern. Wir haben Glück, denn am 5.9.2019 können wir das Stück Die Odyssee im Thalia Gauß – der zweiten Spielstätte des Thalia Theaters – in Hamburg anschauen. Tickets bekommt ihr hier.

7) Der Spieler von Fjodor M. Dostojewski – Regie: Jan Bosse

In 26 Tagen verfasste Dostojewski den Roman Der Spieler, weil er dringend Geld brauchte. Inspiriert von seiner Notsituation erschuf er die Figur Alexej, die auf der Jagd nach dem großen Gewinn ist. Im Gegensatz zum Autor will Alexej sich diesen aber nicht durch harte Arbeit verschaffen, sondern im Glücksspiel. Getrieben von seiner Not, riskiert er hohe finanzielle Verluste. Doch längst geht es bei dem Spiel um mehr als nur Materielles. Es geht auch um den Rausch, den das Spielen ihm beschert und die Hoffnung auf den Hauptgewinn am Ende: das große Glück.

Wer sich unter den Zuschauer*innen auf die Schulter klopft, weil er*sie nicht ins Casino geht, um dem großen Glück nachzueifern, für den*die hält das Stück eine ungemütliche Wahrheit bereit: Wir alle spielen. Wir holen uns unseren Rausch durch den Konsum.  Wollen es schneller, besser, schöner. Und wir laufen mit, beim neuen Techniktrend, der neuen Diät, der neuen glückversprechenden Sportart. Doch haben wir unseren Konsum im Griff? Steuern wir, was wir besitzen? Oder steuert unser Besitz uns? Und wann haben wir endlich genug?

Das Stück Der Spieler könnt ihr am 28. und 29.9.2019 im Thalia Gauß anschauen und hier bereits Tickets kaufen.

 

Thalia Theater Logo

 

Im Thalia Theater in Hamburg gibt es natürlich nicht nur diese sieben Inszenierungen zu sehen, sondern viele weitere Klassiker und kontemporäre Stücke. Die Premieren der kommenden Spielzeit kannst du hier schon mal ausführlich studieren und dir Tickets sichern. Übrigens: Studierende kommen für nur 11 Euro in jede Vorstellung. Alle Infos dazu findest du hier.