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„Manche Leute müssen sich um 8 Uhr aus dem Bett quälen. Ich nicht.“

Holger ist Bauingenieur. Nach der Universität und einem prägenden Praktikum fing er auf einer Baustelle in Berlin als Bauleiter an. In seinen ersten 100 Tagen im Job hat er gelernt, wie wichtig eine Balance zwischen Arbeit und Leben ist.

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Auch auf dem Bau trägt man manchmal Hemd. Holger arbeitet nun seit 100 Tagen als Bauleiter. Foto: Holger Voland

Holger hat vor 100 Tagen angefangen, als Bauleiter auf einer großen Baustelle für ein Bürogebäude in Berlin zu arbeiten. Nach seinem Studium des Bauingenieurwesens und einem achtmonatigen Praktikum auf einer Züblin-Baustelle in Kopenhagen startete er in seinen ersten Job. Wir haben bereits mit ihm über seine ersten 33 und 66 Tage gesprochen, als er uns erzählte, den richtigen Job gefunden zu haben. Doch ist das immer noch so? Hier erzählt er uns von seinen 100 ersten Tagen im Job.

Bei unserem letzten Gespräch hast du erzählt, dass es gilt, sehr viele neue Kolleg*innen kennen zu lernen. Wie sieht es jetzt aus? Fühlst du dich im Team angenommen?

Ich habe mittlerweile fast alle kennengelernt und darunter sind die verschiedensten Charaktere. Mit manchen kommt man besser klar, mit manchen weniger, aber man lernt auch in Stresssituationen damit umzugehen. Gerade als Einsteiger ist das nicht immer ganz einfach, aber ich fühle mich durchaus angenommen.

Gerade in der Lernphase ist es sehr wichtig, viel Engagement zu zeigen.

Vor allem mit den Kollegen und Kolleginnen in meinem Baucontainer habe ich gemeinsame Schnittpunkte und wir unterhalten uns in der Mittagspause auch mal über das Privatleben. Da ist eine tolle Verbindung entstanden.

Welche Situationen waren für dich nicht einfach?

Wenn es um Abstimmungen geht und man abhängig von jemandem und seiner Zuarbeit ist, kann es kompliziert werden. Manchmal muss man nochmal nachfragen oder sich an andere Kollegen wenden. Wenn ich Fragen habe, dann kann ich immer auf meinen Teamleiter zurückgreifen und mit ihm klären, was Priorität hat. Denn schließlich hat man in der Regel viele Themen gleichzeitig auf dem Tisch, welche nach Priorität und Dringlichkeit sortiert werden müssen. Das ist am Anfang nicht immer einfach. Ab und zu gibt er mir den dezenten Hinweis, dass ich Feierabend machen sollte, allerdings mit der Parallelbotschaft, dass die Sachen trotzdem fertig werden müssen. Gerade in der Lernphase ist es meiner Meinung nach sehr wichtig, viel Engagement zu zeigen und auch mal eine Stunde mehr zu machen.

[Außerdem bei ze.tt: Holger, Bauingenieur aus Leipzig: „Ich finde es wichtig, dass man Fehler ausbessert und sich und andere nicht hängen lässt.“]

Du hast also den Anspruch, wirklich gut zu sein, obwohl du neu bist?

Auch nach Feierabend schlage ich mal was nach und bilde mich weiter, anstatt Schluss zu machen. Dennoch arbeiten meine Kollegen und ich gleich viel und manchmal entscheidet man sich eben dagegen, Feierabend zu machen, wenn unser Teamleiter uns darauf hinweist.  Ich erwarte dafür keine Würdigung, es ist schließlich mein eigener Anspruch. Jedoch gibt es andere Kollegen, die uns dafür belächeln, dass wir noch so lange da sind. Es ist eingetroffen, was ich mir bereits gedacht hatte: Der Arbeitsalltag strukturiert den gesamten Tag, aber das ist okay.

Das klingt, als sei die Arbeit zu deinem Lebensmittelpunkt geworden? Woher nimmst du die Motivation?

Mir geht es darum, alternative Arbeitsmethoden herauszukriegen und besser und schneller zu werden. Ich sage mir immerzu, wieso ich das mache und gehe positiv und motiviert dran. Wenn es mal nicht so läuft, dann hole ich mir die Motivation bei anderen: „Was kann ich anders und besser machen?“

Als Einsteiger sollte man sich nicht zu negativ zureden.

Gerade bei einem Job, bei dem man schnell sein und Zeit sparen muss, ist es wichtig, nachzufragen. Als Einsteiger sollte man sich nicht zu negativ zureden. Jeder fängt mal an und man kann nur daran arbeiten, sich zu optimieren.

Leidet unter so viel Arbeitseinsatz nicht dein soziales Umfeld?

Ich habe gerade die Möglichkeit, die Arbeit zum Lebensmittelpunkt zu machen, da ich meinen festen Freundeskreis ohnehin nicht vor Ort habe. Ich bin ja sozusagen auf Montage in Berlin. Doch um mich nicht völlig auszugrenzen, mache ich seit Kurzem wieder Teamsport. So hoffe ich, mein soziales Umfeld zu vergrößern. Diesen Ausgleich anzutreten war am Anfang schwer für mich. Aber mir war klar, dass ich fixe Zeiten brauchte, an denen ich mich orientieren kann. Ich habe jetzt eine Volleyball-Gruppe gefunden, mit der ich regelmäßig trainiere.

[Außerdem bei ze.tt: Mini, Junior Account Managerin aus Berlin: „Es ist wichtig, dass man sich nicht schämt, Fragen zu stellen.“]

Hast du außer Sport noch andere Strategien, um Stress abzubauen?

Grundsätzlich bin ich ein sehr positiver Mensch und versuche den Ausgleich mit Lesen und Musikhören zu finden. Besonders alte Lieder verbinde ich mit etwas Positivem und kann so runterfahren.

Manche Leute müssen sich um 8 Uhr aus dem Bett quälen, doch bei mir ist das nicht so.

Viele nutzen den Fernseher, aber das würde mich viel mehr aufregen als auf andere Gedanken bringen.

 Bist du noch zufrieden mit deiner Berufswahl?

Ja, ich bin sehr zufrieden. Es ist jeden Tag aufs Neue anspruchsvoll und natürlich ist man manchmal gestresst. Aber dann führe ich mir vor Augen, warum ich die Wahl getroffen habe und das passt immer. Es gibt keinen Punkt, der nicht stimmt. Manche Leute müssen sich um 8 Uhr aus dem Bett quälen, doch bei mir ist das nicht so.

Die Techniker Krankenkasse und ze.tt stellen euch an dieser Stelle in den nächsten Wochen drei Protagonist*innen vor, die ihren ersten Job nach der Uni angefangen und ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben. Wir begleiten Lisa, Holger und Mini bei ihren ersten 100 Tagen im Job. Die drei berichten auch persönlich über ihre Erfahrungen in der deutschlandweiten Veranstaltungsreihe „Die ersten 100 Tage im Job“.  Termine und Anmeldung unter www.zeit.de/100tage. Wollt ihr mehr zur Aktion erfahren? Dann schaut hier rein!