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„Mit meinem Praktikum habe ich mir meine eigene Einstiegsstufe gemauert“

Holger ist Bauingenieur. Nach seinem Studium hat er sich erst einmal auf Reisen begeben. Als er wiederkam, wartete schon sein Job auf ihn: Als Bauleiter koordiniert er den Bereich Fassade beim Bau eines großen Bürogebäudes in Berlin. Hier berichtet Holger über seine ersten 30 Tage im neuen Job.

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Holger Voland ist nach vielen Reisen Bauleiter im Bereich Fassade auf einer Baustelle in Berlin. Seine praktischen Erfahrungen haben ihm bei der Einstellung geholfen. Foto: Holger Voland

Wer bist du?

Ich bin Holger Voland, bin 28 Jahre alt und habe an der HWTK in Leipzig meinen Bachelor und Master im Bereich Bauingenieurwesen gemacht. Vor meinem Studium hatte ich bereits eine Berufsausbildung mit Fachhochschulreife im Bereich Betonbau absolviert.

Wenn ich dazu komme, reise ich sehr gern und lerne fremde Kulturen kennen. Deswegen war ich zwischen meiner Berufsausbildung und dem Studienbeginn erst einmal für ein Jahr in Kanada zum Work and Travel. Im Bachelorstudium hat es mich dann für ein Jahr nach Litauen verschlagen und gegen Ende des Masterstudiums für ein achtmonatiges Praktikum auf eine Züblin-Baustelle in Kopenhagen – zu den Axel Towers. Nach meiner Rückkehr hab ich noch schnell meine Masterarbeit geschrieben, war dann noch mal einige Monate auf Reisen und habe dann in diesem Jahr ganz entspannt meinen Job als Bauleiter bei der Ed. Züblin AG angefangen.

Du bist also über dein Praktikum an deinen heutigen Job gekommen?

Ja, mit meinem Praktikum habe ich mir meine eigene Einstiegsstufe gemauert. In Kopenhagen habe ich bereits mit meinem jetzigen Teamleiter zusammengearbeitet. Ich habe die richtigen Erfahrungen im Bereich Fassade gesammelt und auch durch meine Arbeit eine gute Referenz dagelassen. Nach dem Masterabschluss habe ich mich direkt wieder bei Züblin beworben und es hat geklappt.

Warum hast du dich für den Bereich Fassadenbau entschieden?

Ursprünglich wollte ich für mein Praktikum nach Schweden und zwar in den Bereich Holzbau, weil ich mich für nachhaltiges Bauen interessiere und  Züblin auch in diesem Bereich tätig ist. In diesem Bereich wurde allerdings gerade kein Praktikant gesucht. Stattdessen wurde mir angeboten, doch den Bau in Kopenhagen zu unterstützen. Und da mir Kopenhagen schon immer gefallen hat – es ist so eine schöne Stadt, die echt nachhaltig und grün eingestellt ist – und mir auch das Projekt gut gefallen hat, habe ich zugesagt.

Ja, mit meinem Praktikum habe ich mir meine eigene Einstiegsstufe gemauert.“

Zum Bereich Fassade kam ich dann eher zufällig, nämlich weil gerade in diesem Bereich ein Praktikant gebraucht wurde. Ich bin zu dem Vorhaben gekommen und dann wurde gefragt: Wer braucht einen Praktikanten? Und da hat sich mein jetziger Teamleiter gemeldet und gesagt, er brauche wen im Bereich Fassade. Im Endeffekt war es also gar nicht meine Entscheidung. Aber ich bin sehr froh, dass es so gekommen ist.

Aber deine Job-Wahl nach dem Studium war dann eine bewusste Entscheidung.

Ganz genau! Der erste Schritt war zufällig, der zweite aber dann aus Überzeugung. Der Bereich Fassade hat mir richtig gut gefallen. Man muss in diesem Bereich auf der Baustelle ganz verschiedene Gewerke und Prozesse miteinander koordinieren und dabei auch den Zeitplan und die Kosten im Blick behalten. Es ist ein richtiger Schnittstellenbereich und hat Einflüsse aus den unterschiedlichsten Fachbereichen. Diese Arbeit ist komplex und sehr kommunikativ. Das mag ich.

Ich bin da direkt am Projekt und koordiniere meine Nachunternehmer. Nachunternehmer sind Unternehmen, die von uns beauftragt werden, um eine bestimmte Leistung auszuführen. In unserem Fall zum Beispiel drei Fassadenbaufirmen, die teils ihren Auftrag noch einmal weitergeben – etwa an Stahlbauer oder Glaser oder Elektriker für die Fassadenbeleuchtung oder die Fassadenheizung. All die unterschiedlichen Firmen müssen verschiedene Arbeitsschritte zu bestimmten Zeiten ausführen können, ohne sich zu behindern. Man muss also immer ein Stück weit in die Zukunft denken.

Welche Gefühle, Sorgen und Bedenken hattest du beim Start?

Die ersten drei Wochen habe ich zur Einarbeitung in Stuttgart verbracht. In einem Büro. Das war etwas ganz Neues für mich. Ich kannte nur meinen Teamleiter aus Kopenhagen. Aber die anderen Kollegen der Abteilungen kannte ich noch nicht. Das waren dann ganz neue Eindrücke und auch die Büroarbeit war mir nicht so geläufig, weil ich sonst ja immer direkt am Bauprojekt bin.

[Außerdem bei ze.tt: Laura, Gründerin aus München: „Ich glaube, kein Job kann einen so erfüllen wie mein Job!“]

Dort habe ich das Team kennengelernt und auch die verschiedenen Experten für die verschiedenen Fassadentypen. Das war auch das Ziel des Aufenthalts: Ich sollte direkt die Leute kennen lernen, auf die ich zurückgreifen kann, wenn ich mal spezifische Fragen habe. Etwa zu Naturstein-Fassaden oder wenn es um Pfosten-Riegel-Fassaden geht oder um Membran-Fassaden. Das sind alles verschiedene Fachbereiche, die mir zuvor noch nicht viel gesagt haben. Natürlich war das alles mit einer gewissen Nervosität verbunden. Aber auch mit Vorfreude auf das Projekt.

Und als du dann zum ersten Mal auf die Baustelle in Berlin kamst?

Ich hatte nach den Wochen in Stuttgart eine regelrechte Vorfreude, direkt zum Bauprojekt zu kommen. Es hatte etwas von Nervenkitzel. Vom Büro aus konnte ich dank einer Web-Cam schon den Baufortschritt am Rohbau sehen. Als ich dann ankam, musste ich mich erst einmal mit der Umgebung und auch mit den Leuten vertraut machen. Und das mache ich ehrlich gesagt immer noch.

Ich kannte von den allein 50 Projektbeteiligten aus unserer Firma anfangs nur zwei. Und durch die ganzen unterschiedlichen Schnittstellen zu den anderen Gewerken habe ich zusätzlich noch mit vielen Menschen zu tun. Die muss ich erst einmal alle kennen lernen, Gesichter einprägen, Namen lernen und vor allem herausfinden, wer mit wem zusammen arbeitet und wer wie tickt. Hier auf der Baustelle treffen viele ganz unterschiedliche Charaktere aufeinander und die sind teilweise schwer einzuschätzen. In entspannten Ausführungsphasen ist ja jeder ein anderer Mensch, als wenn er dann in einer gestressten Situation ist.

Was hat dir in den ersten 30 Tagen besonders geholfen?

Ich muss sagen, dass ich im Studium zwar die fachlichen Herangehensweisen und gewisse Grundlagen mitbekommen habe, über Fassaden habe ich aber sehr wenig gelernt. Der Bereich machte vielleicht fünf Prozent aus und es wurde auch nur ein Fassadentyp besprochen, der vor allem an Einfamilienhäusern zum Einsatz kommt. Von den Sachen, mit denen ich mich jetzt tagtäglich beim Bau großer Bürohäuser beschäftige, habe ich im Studium nichts gehört. Insofern war vieles erst einmal neu.

Ich habe meine Arbeit wieder aufgenommen und es hat sich einfach gut angefühlt.“

Von meinem Teamleiter habe ich bereits während meines Praktikums viel gelernt und tue das auch jetzt wieder. Er animiert mich, Fragen zu stellen, wenn ich welche habe. Und auch Fehler sind Teil des Lernprozesses und werden mir nicht krumm genommen. Ich kenne meine Ansprechpartner und ich weiß, wo ich Informationen herbekomme. Das ist sehr gut. In meinem Beruf ist Kommunikation das A und O, das zeigen mir alle immer wieder.

Wie fühlt sich dein erster Job nach den ersten 30 Tagen an?

Es fühlte sich alles sehr vertraut an. Und ich freue mich, endlich auf der Baustelle zu sein und nicht mehr im Büro. Ich mag es, direkt am Projekt zu sein und den Baufortschritt zu sehen. Wenn alles gut klappt, ist das eine Bestätigung meiner Arbeit. So wie ich die Baustelle in Kopenhagen verlassen habe, so kam ich hier in Berlin wieder an. Ich habe meine Arbeit wieder aufgenommen und es hat sich einfach gut angefühlt.

Die Techniker Krankenkasse und ze.tt stellen euch an dieser Stelle in den nächsten Wochen drei Protagonist*innen vor, die ihren ersten Job nach der Uni angefangen und ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben. Wir begleiten Lisa, Holger und Mini bei ihren ersten 100 Tagen im Job. Die drei berichten auch persönlich über ihre Erfahrungen in der deutschlandweiten Veranstaltungsreihe „Die ersten 100 Tage im Job“.  Termine und Anmeldung unter www.zeit.de/100tage. Wollt ihr mehr zur Aktion erfahren? Dann schaut hier rein!