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„Ich fühle mich wie im Lazarett. Wer am lautesten schreit, wird bedient!“

Lisa ist Juristin, Informatikerin und Mitgründerin eines Tech-Start-ups in München. Für sie waren die ersten 66 Tage in ihrem Job vor allem eins: stressig.

100 Tage Job TK Techniker Startup

Lisa hat mit Freunden ein Start-up gegründet. Das ist nicht immer leicht. Hier berichtet sie über ihre ersten 100 Tage im Job. Foto: Lisa Gradow

Vor 33 Tagen haben wir euch Lisa Gradow vorgestellt. Sie ist 23 Jahre alt, kommt ursprünglich aus Frankfurt am Main und hat nach ihrem Jura- und Informatikstudium in München gemeinsam mit Freunden das Start-up usercentrics gegründet. Heute ist sie CPO der Firma, die Unternehmen dabei hilft, ihre Webseiten an die neu in Kraft getretene Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) anzupassen. Hier erfahrt ihr, wie es Lisa in ihren ersten 66 Tagen im Job ergangen ist.

Nach 33 Tagen warst du super glücklich in deinem Job. Wie sieht es denn nach 66 Tagen bei dir aus?

Immer noch ganz genauso. Ich liebe meine Arbeit. Wobei der Stress nicht wirklich abgenommen hat.

Wieso?

Ich habe ja bereits erzählt, dass uns anfangs die Kunden wirklich regelrecht die Türe eingerannt haben. Alle standen mit Inkrafttreten der DSGVO plötzlich vor dem gleichen Problem und alle brauchten sofort Hilfe. Aber auch nach dem ersten Monat ist der Zustrom nicht abgeebbt. Im Gegenteil, die Anfragen haben sich noch einmal gesteigert, weil bei vielen erst mit Inkrafttreten der neuen Verordnung überhaupt ein Bewusstsein da ist, dass sie jetzt was machen müssen.

Wie wirkt sich der Stress auf dich aus?

Also das Gefühl, fertig zu sein, weil man genug getan hat, hab ich seit der Gründung nie wieder gehabt! Das ist auch ziemlich unbefriedigend an der ganzen Sache. Es gibt immer etwas zu tun. Und ich bin einfach, seit wir das Start-up gegründet haben, immer unter Strom.

[Außerdem bei ze.tt: Mini, Junior Account Managerin aus Berlin: „Es beruhigt mich, dass das, was ich mache, nicht in Stein gemeißelt ist.“]

Im Studium war es so, du hast deine Klausuren und du hast dein Themengebiet. Du weißt nicht was drankommt, aber du kannst dich vorbereiten. Das gibt es einfach nicht. Ich kann nie sagen, jetzt hab ich fertig gelernt und jetzt hab ich das abgeschlossen. Sondern es geht immer weiter.

Ich fühle mich wie im Lazarett. Der, der am lautesten schreit, wird bedient!“

Oft muss ich zurückdenken an einen Satz, den ein Partner in einer Kanzlei gesagt hat, in der ich mal ein Praktikum gemacht hab. Der hatte nämlich 50 Mandate gleichzeitig und der sagte immer: „Ich fühle mich wie im Lazarett. Der, der am lautesten schreit, wird bedient!“ Ich musste mich erst einmal priorisieren lernen.

Wie sieht ein typischer Tag für dich aus?

Ich mache derzeit ja noch irgendwie alles. Also ist es sehr abwechslungsreich.

Ich habe eigentlich genau das, was ich immer wollte: ganz unterschiedliche Themen. An einem normalen Tag unterzeichne ich zum Beispiel einige Verträge in der HR, dann kommt vielleicht eine Kundenanfrage, und dann schick ich ein Angebot raus und dann ändere ich etwas in unserer Datenbank.

Glaubst du, das wird noch lange so bleiben?

Eigentlich verändert sich immer etwas. Wir sind ja noch ganz am Anfang. Und wir haben auch noch gar keine festen Strukturen und Prozesse. Immer wieder hat sich in den letzten Wochen etwas geändert, weil wir erst einmal den Arbeitsmodus finden mussten, der für uns und für die Kunden funktioniert.

[Außerdem auf ze.tt: Lisa, Gründerin aus München: „Ich glaube, kein Job kann einen so erfüllen, wie mein Job.“]

Gerade das finde ich auch spannend: Wenn du deine eigene Firma aufbaust, dann ist alles, was du fabrizierst für immer da. Und damit musst du leben, mit den Prozessen und Strukturen, die du aufgebaut hast. Du kannst nicht einfach sagen: So und jetzt bin ich weg und nach mir die Sintflut.

Wie meinst du das? Welche Prozesse haben sich denn schon etabliert?

Wir hatten zum Beispiel am Anfang unser Produkt als sogenanntes Dashboard verstanden, das wir dem Kunden an die Hand geben und das er dann eigenständig bedienen kann. Wir sind dann aber direkt bei den ersten Kunden darauf gestoßen, dass sie eigentlich die Beratungsleistung von uns wollen. Für uns Entwickler war das Dashboard total logisch, aber die Kunden waren komplett überfordert damit.

Ich bin, seit wir das Start-up gegründet haben, immer unter Strom.“

Wir haben dann schnell unser Angebot umgestellt hin zu Managed Service. Das heißt, wir managen alles für die Kunden, auch weil es einfach zu lange dauern würde, sie zu schulen. Nun bieten wir also sehr viel Support an. Inzwischen ist dieses Beratungsangebot zu einem Hauptverkaufsargument geworden. Die meisten Kunden wollen mehr Betreuung, wollen Feedback, wollen einen Überblick, wie andere die DSGVO handhaben.

Aber in dem Modus, in dem du jetzt bist, kannst du ja nicht für immer arbeiten, oder?

Eigentlich muss das Ziel sein, dass wir drei Gründer – weil wir ja alle auch ziemlich visionär unterwegs sind – strategisch lenken können. Dafür müssten wir uns aus den operativen Sachen so weit wie möglich rausziehen. Da versuchen wir auch gerade hinzukommen. Was natürlich jetzt in dem Stadium absolut unrealistisch ist.

Aber wir sind dabei gerade viele Leute einzustellen, die uns unter die Arme greifen können. Aber auch das braucht Zeit, du willst ja die richtigen Leute für den Job einstellen und die muss man erst einmal finden.

 

Die Techniker Krankenkasse und ze.tt stellen euch an dieser Stelle in den nächsten Wochen drei Protagonist*innen vor, die ihren ersten Job nach der Uni angefangen und ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben. Wir begleiten Lisa, Holger und Mini bei ihren ersten 100 Tagen im Job und finden heraus, wie das so für sie war, plötzlich im Arbeitsleben zu stecken. Die drei berichten auch persönlich über ihre Erfahrungen in der deutschlandweiten Veranstaltungsreihe „Die ersten 100 Tage im Job“.  Termine und Anmeldung unter www.zeit.de/100tage. Wollt ihr mehr zur Aktion erfahren? Dann schaut hier rein!