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Ausbildungen haben ein schlechtes Image und Laura will das ändern

Bei den Worldskills, der Berufe-WM, treten Auszubildende aus aller Welt gegeneinander an: um der*die Beste ihres Berufs zu werden. Welche Herausforderungen erwarten die Teilnehmer*innen dort? Wir waren beim Vorbereitungstreffen.

© WorldSkills International

In Esslingen am Neckar gibt es nicht viel: Einfamilienhäuser, einen Marktkauf, den Fluss und zwei Schulen direkt nebeneinander – aber gerade sind Sommerferien. Trotzdem ist an diesem Freitag viel los: In der Landesakademie für Lehrerfortbildung laufen aufgeregt viele junge Menschen durch das Foyer, trinken Kaffee und umarmen die Neuankömmlinge. Alle tragen die gleichen schwarzen T-Shirts und alle eint ein Ziel: Weltmeister ihrer Berufe zu werden.

Hier trifft sich die deutsche Nationalmannschaft um sich auf die WorldSkills vorzubereiten, die Weltmeisterschaft der Berufe. Alle zwei Jahre findet die WM statt, in Leipzig, in Rio, 2017 in Abu Dhabi. Dieses Jahr nehmen 77 Nationen teil, alle schicken pro Disziplin eine*n Teilnehmer*in ins Rennen. Die 51 Disziplinen, sogenannte Skills, reichen von Alten- und Krankenpflege, über Webdesign, Polymechanik, bis hin zu Restaurantservice oder Kosmetik, alles sind deutsche Ausbildungsberufe aus Handwerk, Industrie oder Dienstleistung.

Ausbildung attraktiver machen

“Das Image von Ausbildungen ist leider nicht besonders gut”, sagt Nuru, der im Skill Webdesign und Development antritt, “wer eine Ausbildung macht, wird oft automatisch als dumm abgestempelt, so als hätte es zum Studieren nicht gereicht.” Dies ist nur einer der Gründe, warum sich immer weniger junge Menschen für eine Ausbildung statt eines Studiums entscheiden. Auch Digitalisierung und daraus entstehende Innovation vermisst man in vielen Lehrberufen. Deshalb hat es sich Samsung, der Partner der WorldSkills Germany, zur Aufgabe gemacht die Digitalisierung im Handwerk und der Industrie weiter voran zu treiben, um diese Berufe für die Generation der Digital Natives wieder attraktiv werden zu lassen.

© WorldSkills Germany Jörg Wehrmann | Nuru und seine Expertin

Im Innenhof sitzt Laura, eine blonde junge Frau, die schon deshalb auffällt, weil die Teilnehmer überwiegend männlich sind. Sie tritt für den Skill Kranken- und Altenpflege an, um bis hier zu kommen, musste sie einige nationale Wettbewerbe überstehen. Erst die Landesmeisterschaften der Pflege und dann die Bundesmeisterschaft. „Bei uns kommt es vor allem auf das Zwischenmenschliche an. Schaue ich beim Blutdruck messen auch in das Gesicht der Patienten? Fällt mir auf, wenn sie schlechter aussehen als sonst?“

Dass Empathie schwer messbar ist, wissen auch die Veranstalter der WM. Dennoch versuchen die WorldSkills, die zum 44. Mal stattfinden, alles so messbar wie möglich zu machen. Jede*r Teilnehmer*in bekommt eine*n Expert*in an die Seite gestellt. Expert*innen sind Ausbilder des jeweiligen Berufs, einige haben selbst als Auszubildende teilgenommen. Sie sind es auch, die die Wettbewerber*innen in Abu Dhabi bewerten.

Digitale Herausforderungen

Was die Teilnehmer*innen erwartet, weiß vorher niemand so genau. Nuru hat sich für die Nationalmannschaft auf der Bildungsmesse didacta qualifiziert: 16 Stunden lang musste er programmieren, designen, lösen und entwickeln, am Ende war er deutscher Meister seines Berufs. „Ich hatte keine Ahnung, worauf ich mich eingelassen habe“, erzählt er lachend, „Plötzlich hieß es: Du fährst nach Abu Dhabi. Das ist doch verrückt!“ Man merkt ihm den Stolz an, seinen Beruf vertreten zu dürfen: „Ich merke oft, dass den Leuten das Verständnis für Digitalisierung und somit für meinen Job fehlt“, sagt er,  „Coden ist eigentlich wie eine Sprache zu lernen. Vielleicht kann ich das durch meine Teilnahme ein paar mehr Menschen vermitteln.“

Die Digitalisierung des Arbeitsmarktes ist auch bei den anderen Teilnehmer*innen ein Thema. „Wir haben Programme für nahezu alles, was die Patienten betrifft. Krankenakte, Medikation, Messwerte“, sagt Laura auf die Digitalisierung ihres Berufes angesprochen. Samsung weiß das und hat die digitalen Fähigkeiten der Auszubildenden fest im Blick, denn auch die Generation, die mit dem Smartphone so selbstverständlich aufgewachsen ist, braucht manchmal etwas Unterstützung.

Vorbereitung ist alles

Welcher Druck auf den Teilnehmer*innen lastet, wird am Tagesprogramm deutlich: stundenlanges Medientraining, um adäquat auf Journalist*innenfragen antworten zu können. Mehrere Mentalcoaches sind angereist, um sie auf die Herausforderung vorzubereiten. „Wir hatten schon mehrfach den Fall, dass Teilnehmer*innen fünf Minuten vor der Prüfung alles hinschmeißen wollten. Als Außenstehende*r kann man sich schwer vorstellen, was es bedeutet tagelang auf Herz und Nieren geprüft zu werden“, sagt Marie-Luise, Teamleaderin der deutschen Nationalmannschaft. Auch sie war einmal Teilnehmerin und ist jetzt zur Mannschaftsmama geworden. Was sie an den WorldSkills begeistert? „Bei vielen kann man die Entwicklung wirklich sehen: An Tag Eins gehen sie als Jugendliche in ihre erste Prüfung, wenn alles vorbei ist, stehen mir plötzlich Erwachsene gegenüber.“

© WorldSkills Germany Jörg Wehrmann | Laura beim Medientraining

Doch neben dem Gewinnen, haben alle ein weiteres Ziel. „Ausbildungsberufe verdienen die gleiche Anerkennung wie Bachelor- oder Master-Abschlüsse“, fordert Laura und als ihr alle im Kreis beipflichten, versteht man, warum es um mehr geht als Medaillen. Die Teilnehmer*innen kennen die Sorgen der anderen, kennen die Vorurteile, denen man sich immer wieder stellen muss. Am Ende des Wochenendes hat jeder 40 neue Freunde – von denen keiner die Berufswahl des anderen infrage stellt.

Nicht nur die fachliche Kompetenz stellt in jedem Beruf eine Herausforderung dar, sondern auch die Veränderung der Arbeit durch die Digitalisierung. Samsung unterstützt die Teilnehmer*innen als Partner der deutschen Nationalmannschaft. Das Unternehmen treibt den digitalen Fortschritt voran und hilft jungen Menschen dabei, langfristig in ihren Berufen erfolgreich sein zu können.