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Ist das Netz ein rechtsfreier Raum? Vier Fragen zum Internet

Ein Leben ohne Internet? Unvorstellbar! Trotzdem hat unsere Autorin noch Wissenslücken im Umgang damit – und geht auf digitale Spurensuche. Es folgen: Vier Fragestellungen zum Internet. Und eine Eventempfehlung.

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Das Internet? Kenn ich. Oder gibt es doch noch Bildungsbedarf? Foto: Andrea Piacquadio / Pexels | CC0

Ein Text über den Umgang mit dem Internet? Easy. Denn natürlich weiß ich, wie das Internet funktioniert, ich bin schließlich damit aufgewachsen. Mit 16, das war 2006, war ich Early Adopter einer Welt, die komplett neu war: Ein Profil auf MySpace? Klar. Knuddels? Natürlich auch. Meine ICQ-Nummer kann ich heute noch auswendig. Und auch jetzt bin ich in der digitalen Welt überall dort, wo es mir gefällt. Und trotzdem weiß ich erstaunlich wenig darüber, wie das Internet funktioniert, wenn man es als einen Teil unserer Gesellschaft begreift – ganz abseits von persönlichen Profilen, Online-Shopping und der eigenen Filterblase.

Was sind also meine Rechte im Netz? Darf ich alles glauben, was ich sehe? Kann das Internet ein Ort sein, an dem Protest gelebt wird, der gesellschaftlich relevant ist? Und wie werde ich eigentlich zu einer richtig guten Hackerin? Ich begebe mich auf digitale Spurensuche und stelle dem Netz meine Fragen. Google, show me what you got.

Frage 1: Wem und was kann ich im Netz eigentlich glauben?

Als ich jung war, da war das Internet für viele der älteren Generationen ein gruseliger Ort. Für meine Eltern zum Beispiel: Was, du triffst jemanden, den du in einem Chat-Room kennengelernt hast? Das ist doch bestimmt gefährlich! Inzwischen gehört es zum Alltag dazu, Personen zu treffen, die man „aus dem Internet“ kennt. Danke, Dating-Apps! Es gibt Konferenzen und Meet-Ups, deren einziger Zweck es ist, digitale Communities ins sogenannte Real Life zu überführen. Für viele ist längst klar: Das Internet, das ist auch real. Es ist kein zweiter, kryptischer Ort, den wir manchmal besuchen. Es gehört zum Leben dazu.

Aber auch im Internet sollte man nicht alles glauben. Noch nie war es so leicht, im Internet Publiziertes als seriös darzustellen, noch nie war es so schwer, glaubhafte Quellen zu identifizieren. Aber es gibt Mittel und Wege, um herauszufinden, ob der Artikel, der dir geschickt wurde, gut recherchiert ist. Wir müssen uns bewusst machen, dass Verfasser*innen solcher Postings, Artikel und Videos das Ziel verfolgen, die eigene Meinung durch Argumente zu belegen. Diese sind dann aber verkürzt, oder aus dem Zusammenhang gerissen.

Das ist auch in bei sozialen Netzwerken der Fall. Menschen verbreiten News, die faktisch nicht korrekt sind. Wer einer Person auf den sozialen Netzwerken folgt, wird ihr mitunter auch vertrauen und nicht ständig hinterfragen, ob das, was die Person sagt, gründlich recherchiert ist. Das ist immer gefährlich, aber erst recht, wenn die Person eine große Reichweite hat. Klar, manche Influencer*innen sind inzwischen politisch geworden und nutzen ihre Reichweite auch sinnvoll. Aber eben nicht alle. Rechtsextremist*innen, Klima-Leugner*innen und Verschwörungs-Ideolog*innen nutzen zum Beispiel Instagram – und zwar ganz bewusst und mit bestimmten Zielen. Also: Überleg dir gut, wem und was du im Web glaubst. Und was du mit anderen teilst.

Ein digitales Bildungsangebot wird deswegen immer wichtiger. Die Initiative Magenta Moon der Deutschen Telekom ist für Menschen jeder Altersstufe gedacht: Auftakt bildet der Magenta Moon Campus, ein hybrides Event, vom 17. Oktober 2020 bis zum 1. November 2020. In Berlin vor Ort und im Netz als Lifestream gibt es 177 Workshops, mehr als 25 Talks und noch viele weitere Formate, die sich ganz um die Themen Digitale Teilhabe und Nachhaltigkeit drehen – und eben auch darum, woran man Fake News erkennt und welche Rechte jede*r von uns im Netz hat. Apropos, wie war das noch gleich?

Frage 2: Ist das Netz ein rechtsfreier Raum?

Wer glaubt, dass das World Wide Web eher Wild Wild West ist, liegt komplett daneben. Offline wie online gelten Persönlichkeitsrechte, das Urheberrecht, das Recht am eigenen Bild und natürlich auch das Strafrecht. Dabei gibt es viele Debatten, die gesellschaftliche Entwicklungen diskutieren und verhandeln, damit die Gesetzeslage aktuell bleibt.

Im Internet fällt es leichter, sich daneben zu benehmen, weil man glaubt, anonym zu sein. Das macht es aber längst nicht okay – und erst recht nicht legal. Beispielsweise können bei Cyber-Mobbing Gesetze des Strafgesetzbuches angewandt werden. Klaut jemand dein Bild, dann greift das Urheberrecht und du kannst klagen.

Wer Lust hat, sich dem Thema vertiefend zu widmen, der kann das auf magentamoon.de machen und an unzähligen Terminen am Angebot „Meine Rechte im Netz“ teilnehmen. Weitere Angebote diskutieren zum Beispiel eine digitale Demokratie.

Frage 3: Funktioniert Zivilcourage auch digital?

Die Idee einer digitalen Zivilcourage kann viele Formen annehmen: Das Videospiel Animal Crossing, bei dem sich Menschen weltweit auf digitalen Inseln treffen können, wurde von den User*innen als eine Plattform für Protest genutzt. In den Sozialen Netzwerken verbünden sich Fremde, die ein gemeinsames Ziel teilen, und organisieren Demonstrationen. Und wenn Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrer Religion, ihrer Herkunft oder ihrer sexuellen Orientierung in den Kommentarspalten diskriminiert werden, dann ist das keine Meinungsfreiheit. Dann gibt es Initiativen, die sich engagieren.

Die größte deutsche Counter-Speech-Initiative „Ichbinhier“ hat 45.000 Mitglieder. Sie alle versuchen, auf Hass-Kommentare bei Facebook sachliche und menschenfreundliche Antworten zu finden. Und wollen so einen Diskurs ermöglichen, der konstruktiv ist. Solche Initiativen – im Kleinen und im Großen – sorgen dafür, dass menschenfeindliche Aussagen in Form von Hate Speech oder gar Hate Crime nicht einfach unkommentiert sichtbar bleiben. Sie wollen verhindern, dass das Unsagbare immer sagbarer wird.

Denn auch digital dürfen wir nicht abstumpfen, auch digital sollten wir unsere persönlichen Werte leben. Was ich an einer Bushaltestelle nicht ignorieren würde, sollte ich auch online nicht tolerieren. Wenn ich betroffen bin, wenn ich Angst habe, wenn ich mich schäme, dann darf ich damit nicht allein gelassen werden. Hass im Netz ist etwas, das uns alle betrifft. Und es ist etwas, gegen das jede*r von uns aufstehen kann. Und zwar so, wie man sich damit am wohlsten fühlt. Nicht jede*r muss laut sein. Digitale Zivilcourage kann ganz unterschiedlich aussehen. Aber es wäre doch schön, wenn man als betroffene Person nicht alleine bliebe – auch nicht im Internet.

Wie digitale Zivilcourage noch aussehen kann, damit beschäftigen sich viele Talks und Workshops im Rahmen des Magenta Moon Campus unter dem Motto „Initiative zeigen“. Die Geschäftsführerin der Initiative „Ichbinhier“, Inga Droeger, wird in einem Talk darüber sprechen, warum gelebte Demokratie konstruktiven Diskurs braucht. Weitere Workshops gibt es zu den Themen „Was tun gegen Hass im Netz?“, „Zivilcourage im Netz“ und „Grenzen der Meinungsfreiheit“.

Frage 4: Können digitale Welten nicht nur genutzt, sondern auch gestaltet werden?

Das Internet ist auch ein bisschen wie eine weiße Leinwand. Leider habe ich es nicht so genutzt, wie ich es hätte nutzen können. Ja, ich habe natürlich mal eine eigene Website gebaut. Aber richtig programmiert? Gecodet? Gar etwas gehackt? Sorry, da bin ich raus.

Dabei sollte das doch eigentlich dazu gehören. Das Mächtige am Web ist nämlich, dass wir alle es nicht nur nutzen, sondern auch gestalten können. Deshalb ist es wichtig, auch die Technologie und das Handwerk hinter den ganzen Oberflächen und Apps zu verstehen – egal wie alt man ist. Es spricht schließlich überhaupt nichts dagegen, die Grundlagen auch noch mit 30, 50 oder 70 Jahren zu lernen. Zum Beispiel spielerisch: Eine Mini-App entwickeln, HTML lernen wie früher Vokabeln, oder Workshops besuchen, die Spaß machen.

Programmiere dir im „Kos-Mo-Play Mapping“-Workshop einen eigenen Face-Filter oder lerne in der Podcast-Sessions, wie du schnell einen eigenen Podcast auf den Markt bringst. Es muss nicht gleich das neue Facebook sein. Hauptsache, es macht Spaß, Hauptsache, du wirst kreativ. Und gestaltest das Netz mit, statt es nur zu nutzen.

Das Internet darf Spaß machen, das Internet ist politisch, das Internet ist Kunst

Mir hat das WWW immer dabei geholfen, mich mit anderen zu verbünden, die meine Interessen teilen. Neben politischem Engagement kann das Internet nämlich auch als ein Raum für Kunst verstanden werden, inspirieren und Spaß machen. Das Internet von heute ist ein anderes, als noch vor 15 Jahren, als ich zum ersten Mal für eine halbe Stunde das Modem anschmeißen durfte. Was früher allein auf einem großen Bildschirm stattfinden konnte, ist heute viel alltäglicher und auch auf dem Smartphone in meiner Hosentasche, in meinem Fernseher, in meinem Kühlschrank präsent.

Die Grenzen verschwimmen. Und das bringt viel Positives mit sich, macht Spaß und kann optimistisch stimmen. Und trotzdem gibt es immer noch so viel zu lernen. Auch Menschen wie ich, die mit und in digitalen Spielplätzen aufgewachsen sind, können sich weiterbilden. Ich werde also auch gleich mal nachschauen, welche der vielen Workshops ich auf magentamoon.de am spannendsten finde – und mich dann direkt anmelden.

Um zu zeigen, wie groß der Spielraum ist, können Gäste beim Magenta Moon Campus der Telekom nicht nur an Bildungsangeboten für jede Altersklasse und auch in einfacher Sprache teilnehmen, sondern auch Yoga-Sessions mitmachen oder eine immersive Kunstinstallation erkunden und dabei einiges zu den Themen Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Medienkompetenz mitnehmen. Alle Infos? Gibt es auf magentamoon.de.