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Neu in der Stadt: So macht Alexander aus Kolleg*innen Freund*innen

Für seinen ersten Job nach dem dualen Studium ist Alexander in eine neue Stadt gezogen. Er erklärt uns, wie wichtig ein tolles Team und eine erfüllende Aufgabe sind.

die ersten 100 Tage im Job

In seinem neuen Job in Hamburg angekommen, lernt Alexander, im Team anzukommen und neue Freund*innen zu finden. Foto: Alexander

Alexander ist ein umtriebiger Mensch. Er stammt aus der Nähe von Bielefeld, ist nach dem Abitur für ein duales Studium nach Köln gezogen, konnte sich in einem Praktikum in Düsseldorf beweisen und verließ das Rheinland schließlich für seine Freundin und seinen ersten Job in Richtung Hamburg. Alle diese Schritte haben ihm seinem Wunscharbeitsort nähergebracht: der Kommunikationsagentur.

Doch wie bewältigt man berufliche Herausforderungen, wenn man nebenbei in einer völlig neuen Stadt Fuß fassen muss? Und wie findet man Ausgleich, wenn man sich für einen Masterplatz bewerben, Leistungen erbringen und soziale Skills auspacken muss? Im Interview erzählt uns Alexander, was ihm bei all diesen Aufgaben am meisten hilft, wie er wichtige Entscheidungen trifft und wie aus Kolleg*innen Freund*innen werden.

ze.tt: Hallo Alexander. Wo arbeitest du gerade?

Alexander: Aktuell bin ich bei der Agentur pilot in Hamburg angestellt und arbeite hier als Junior-Berater im Bereich Media. Schwerpunktmäßig betreue ich dabei die Mediamaßnahmen von zwei Versicherungen. Wir machen ganz klassische Werbung: also von Außenwerbung, über Werbung in Print und Radio bis hin zur Kinowerbung.

Auf dem Nach-Hause-Weg sehe ich Plakate, die wir gemacht haben. Das ist ein cooles Gefühl.

Alexander

Warum hast du dich für den Bereich entschieden?

Mein Vater arbeitet auch in einer kleinen Agentur. Deswegen habe ich schon früh Agenturluft geschnuppert. In Köln habe ich dann mein Studium im BWL- und Management-Bereich absolviert, weil ich herausfinden wollte, ob der Bereich zu mir passt. Dadurch, dass ich dual studiert habe, konnte ich direkt in einer Agentur arbeiten und fand es dort extrem abwechslungsreich, weil man sich um die verschiedensten Kunden kümmert. Ich bin gerade sehr froh, mich für den Bereich der klassischen Werbung entschieden zu haben. Auf dem Nach-Hause-Weg sehe ich Plakate, die wir gemacht haben. Das ist ein cooles Gefühl.

Wie genau sieht deine Tätigkeit aus?

Ich beginne damit, für Kunden eine Marktanalyse zu erstellen, beispielsweise den TV-Markt betreffend und prüfe dort, was der Wettbewerb macht. Daraus lassen sich für den Kunden und seine Wünsche Schlüsse ziehen. Gemeinsam mit meinen Kollegen spreche ich viel über Planung. Wenn ein Kunde beispielsweise Werbung im Radio platzieren möchte, dann diskutieren wir, wann wir senden, auf welchen Sendern, und wen wir wie erreichen können. Wir erstellen die Planung mithilfe unserer technischen Tools und präsentieren sie dann dem Kunden. Je nach Absprache und Kundenziel setzen wir diese Planung schließlich um.

Hat sich das duale Studium für dich bewährt?

Ich wende die Modelle aus dem Studium zwar nicht an, aber sie helfen mir sehr dabei, jetzt Prozesse einordnen zu können. Im Studium habe ich einen großen Überblick über verschiedene Bereiche wie Finanzen und Marketing erhalten. Ich bin froh darüber, dual studiert zu haben, auch wenn ich kein ausschweifendes Studentenleben hatte. Doch nun habe ich mit 22 Jahren bereits drei Jahre Berufserfahrung und schon den Bachelor in der Tasche. Weil ich mir beweisen möchte, dass ich noch einen Schritt weitergehen kann, mache ich bald noch im Fernstudium meinen Master.

TK TIPP: Wie erklimmt man stressfrei die Karriereleiter?

Alexander sammelt Abschlüsse und Erfahrungen, die ihm im Leben noch viel bringen sollen. Aber kann das ohne Stress gehen? „Nein“, sagt Diplom-Psychologe Hans-Georg Willmann, „denn immer wenn wir einer Herausforderung gegenüberstehen, zeigt der menschliche Körper eine Reihe physiologischer Reaktionen. Durch Ausschüttung von Stresshormonen erhöht der Organismus unsere Handlungsbereitschaft. Biologisch gesehen ist Stress also nützlich, um zu überleben. Stehen wir allerdings langanhaltend unter Stress, beispielsweise weil wir über eine längere Zeit merken, dass wir nicht über ausreichende Ressourcen zur Bewältigung einer Aufgabe verfügen, kann das zu körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen führen. Chronischer Stress macht krank.

Um chronischen Stress zu vermeiden, sollte man einen Karriereweg wählen, der zu den eigenen Bedürfnissen, Fähigkeiten und Möglichkeiten passt. Insbesondere Führungskarrieren gehen nach wie vor mit langen Arbeitstagen und fordernden Aufgaben einher: Wer ständig Positionen beziehen, Entscheidungen treffen, Mitarbeiter betreuen, Verantwortung und Risiken tragen muss, ist hohem Stress ausgesetzt und braucht eine hohe Leistungsbereitschaft und Belastbarkeit.“

Bist du also sorgenfrei in den Job gestartet?

Ich habe mich auf jeden Fall gut vorbereitet gefühlt. Vor meinem jetzigen Job habe ich glücklicherweise ein Praktikum in Düsseldorf bei einer anderen Agentur gemacht. Dort konnte ich sehr viel lernen.

Natürlich hatte ich Respekt vor dem neuen Job, doch die Vorfreude hat überwogen, weil ich extrem neugierig war und was lernen wollte. Für den Job bin ich nach Hamburg gekommen, was auch noch mal eine Veränderung für mich war. Doch letztendlich war ich gespannt auf die Stadt, die Menschen und bin schließlich in einem super Team gelandet. Das hat mir bei dem Standortwechsel extrem geholfen.

TK TIPP: Wie bereitet man sich auf den ersten Job vor?

Alexander hat sich mithilfe eines Praktikums schon auf seinen ersten Job vorbereitet und hat dadurch eindeutig Vorteile auf dem Arbeitsmarkt. Auch Diplom-Psychologe Hans-Georg Willmann bestätigt, dass Vorkenntnisse unerlässlich sind: „Je früher man sich über die Branche oder bestimmte Unternehmen informiert, desto besser. Auch praktische Erfahrungen sind wichtig, um den Bereich richtig kennenzulernen und herauszufinden, ob er zu einem passt.

Im Vorfeld eines konkreten Jobs kann ein Gespräch mit dem Arbeitgeber helfen: Wie kann ich mich am besten vorbereiten? Wie wird die Einarbeitung vonstattengehen? Manche Firmen bieten solche Onboarding-Aktivitäten aktiv an, um einem neuen Mitarbeiter den Einstieg zu erleichtern. Auch die mentale Vorbereitung auf den Jobeinstieg ist sehr wichtig, das heißt, sich klar zu machen, was man schon alles geschafft hat und dass überall nur mit Wasser gekocht wird.“

Wie hast du den Einstieg empfunden?

Ich kam ja von Köln nach Hamburg, da war es wichtig, mich einzufinden und Kontakte zu den Kollegen zu knüpfen. Ich wurde super aufgenommen. Gerade in der ersten Woche ging es allen ganz stark darum, mich zu integrieren. Ich wurde zu Mittagspausen mitgenommen und war direkt bei einem gemeinsamen Team-Kochabend dabei.

Und wie hast du dich fachlich zurechtgefunden?

Es war schon sehr tough, reinzukommen. Du hast in einer Agentur sehr viele Begriffe, mit denen um sich geworfen wird. Das ist eine Welt, die man erstmal verstehen muss. Hinzu kommen die technischen Tools, um den Kunden eine richtige Beratungsleistung bieten zu können. Das war am Anfang und ist nach wie vor eine sehr herausfordernde Geschichte, weil ich alles draufhaben muss. Doch schließlich musste ich mich der Aufgabe stellen und auch dabei hat mir mein Team unglaublich geholfen. Ich kann immer Fragen stellen und Fehler kommunizieren, ohne dass jemand böse ist. Im Gegenteil, wir suchen zusammen nach Lösungen und bei keinem einzigen Kollegen hatte ich bisher das Gefühl, vorsichtig sein zu müssen. Bei uns herrscht eine entspannte Du-Kultur, durch die ich immer mehr dazulernen und meinen Wissensstand erweitern kann.

Wie lange hat es gedauert, bis du dich so sicher im Team gefühlt hast?

Natürlich habe ich mich gefragt: Wie ist das Team? Wie kann ich mich einfinden? Wie sind die Leute drauf? Ich war schon in Düsseldorf und Köln in super Teams und auch hier in Hamburg hat es wieder gut geklappt. Die Sorge, nicht anzukommen, wurde mir sehr schnell genommen und bis heute ist alles sehr familiär. Das hilft enorm, weil eine Barriere zwischen Kollegen dafür sorgt, dass man sich nicht traut, Fragen zu stellen. Der Lernprozess wird langsamer und man kann seine Kreativität nicht richtig entfalten, weil man gehemmt ist und eher nach Schema F agiert. Deswegen ist es unheimlich wichtig, eine emotional funktionierende Bürokultur aufzubauen.

TK TIPP: Entwickle ein Gespür für dein Arbeitsumfeld!

Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. „Alexander hat mit seinem Team Glück, aber das Verhältnis in der Gruppe hängt auch immer von einem selbst und dem eigenen Verhalten ab“, erklärt Coach Hans-Georg Willmann. „So wie sich Alexander gefragt hat, was für ein Team er wohl vorfinden wird, fragen sich auch die Teammitglieder, bevor der Neue kommt, wie der wohl drauf sein wird, wie er sich ins Team integrieren wird, wie er so arbeiten wird. Das Gespür für das Arbeitsumfeld entwickelt man am besten, wenn man sich authentisch, offen, interessiert und zugänglich zeigt.“

Dein Team scheint dir sehr viel zu geben. Was ist dir wichtiger: Team oder Tätigkeit?

Das ist eine sehr schwierige Frage. Es wäre schlimm, den ganzen Tag akut unterfordert zu sein. Auf der anderen Seite ist es auch nicht gut, mit der Arbeit sehr zufrieden zu sein, aber ein schlechtes Verhältnis zum Vorgesetzten oder Team zu haben. Ich würde mich für das Fachliche entscheiden, aber beide Faktoren sind extrem wichtig.

Der Übergang von Arbeit zu Privatleben ist bei mir nahtlos.

Alexander

War es eine schwere Entscheidung für dich, von Köln nach Hamburg zu ziehen?

Es war eine ziemlich schwere Entscheidung, denn ich habe in Köln unheimlich tiefe Freundschaften, die es mir erschwerten, die Stadt zu verlassen. Doch wenn ich jetzt nicht den Ort gewechselt hätte, wäre ich aus dem Rheinland gar nicht mehr weggegangen. Ich wusste, dass ich die Freundschaften würde halten können und von daher war mir die berufliche Aussicht bei Pilot extrem wichtig. Außerdem wohnt meine Freundin hier in Hamburg, was natürlich ein sehr wichtiger Faktor ist.

TK TIPP: Wie trifft man die richtigen Entscheidungen?

Gibt es überhaupt „die richtige Entscheidung“? Alexander hat sich für Hamburg und gegen Köln entschieden und dabei einiges verloren, aber auch viel gewonnen. Diplom-Psychologe Hans-Georg Willmann rät zur Gelassenheit: „Wer sich unter Druck setzt, die einzig richtige Entscheidung treffen zu müssen, setzt sich oft selbst schachmatt. Denn das Grübeln kann so hemmend sein, dass man im Endeffekt gar nichts macht. Hilfreich ist die Erkenntnis, dass keine Entscheidung einen Zustand für die Ewigkeit nach sich zieht. Das heißt, wenn man feststellt, dass eine Entscheidung nicht die gewünschten Auswirkungen bringt, dann kann man sich neu entscheiden. Es ist schlimmer, sich nicht zu entscheiden, als sich einmal falsch zu entscheiden. Frei nach dem Philosophen Kierkegaard kann man das Leben nur rückwärts verstehen, aber leben muss man es vorwärts.“

Wie hast du neue Freund*innen in der Stadt gefunden?

Über meine Freundin konnte ich neue Leute kennenlernen und Freundschaften schließen. Ansonsten war es wirklich einfach für mich, über die Arbeit Freunde zu finden. Wir haben verschiedene Betriebssportgemeinschaften, sodass ich da mit Kollegen Fuß- und Beachvolleyball spiele und laufen gehe. In dem Moment sind sie für mich aber nicht nur Kollegen, weil ich das als meine Freizeit betrachte. Der Übergang von Arbeit zu Privatleben ist bei mir nahtlos. Die Struktur des Unternehmens hat mir dabei geholfen, hier Leute kennenzulernen. Es wird wirklich viel dafür getan, dass sich Neuankömmlinge gut zurechtfinden.

TK TIPP: Sollte man Arbeit und Privatleben trennen?

„Ob man Arbeit und Privatleben trennen sollte, ist Geschmackssache“, sagt Diplom-Psychologe Willmann. „Gradmesser sollte immer das eigene Wohlbefinden sein. Wer sich mit den Kollegen und Kolleginnen auch in der Freizeit trifft, dabei Spaß hat und sich wohl fühlt, sollte das ruhig machen. Anders sieht es aus, wenn das Unternehmen erwartet, dass man auch in der Freizeit an unliebsamen Unternehmensevents teilnimmt. Hier sollte man prüfen, wie der Arbeitgeber darauf reagiert, wenn man ein- oder mehrmals nicht teilnimmt. Entsteht Sozialdruck, kann das ein Zeichen dafür sein, dass die unternehmenskulturelle Passung nicht gegeben ist.“

Wie findest du dennoch Ausgleich zum Job?

Ausgleich finde ich tatsächlich vor allem bei unseren Sportgemeinschaften oder bei entspannten Kneipen-Abenden mit meinen „neuen“ Freunden. So viel mehr Zeit bleibt mir allerdings nicht mehr, weil ich mich noch auf den Start meines Masterstudiums vorbereite und für die Zulassung noch zwei Hausarbeiten schreiben muss. Da ist Freizeit etwas kleiner geschrieben. Ich versuche aber, mir immer den Freitag- und Samstagabend freizuhalten.

Die Techniker Krankenkasse und ze.tt stellen euch an dieser Stelle in den nächsten Wochen zehn Protagonist*innen vor, die ihren ersten Job nach der Uni angefangen und ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben. Wir begleiten sie bei ihren ersten 100 Tagen im Job und finden heraus, wie das so für sie war, plötzlich im Arbeitsleben zu stecken. Auf der deutschlandweiten Veranstaltungsreihe Die ersten 100 Tage im Job könnt ihr unsere Protagonist*innen auch persönlich treffen. Termine und Anmeldung unter www.zeit.de/100tage. Wollt ihr mehr zur Aktion erfahren? Dann schaut hier rein!