Sponsored Was ist das?

So räumt Elisabeth im ersten Job mit ihren Vorurteilen auf

Vor ihrem ersten Job dachte Elisabeth, dass Versicherungen ziemlich konservativ sind. Doch seit sie für eine arbeitet, räumt sie mit ihren Vorurteilen auf und findet ihre eigene Rolle in einer ungewohnten Umgebung.

erster Job 100 Tage TK

Elisabeth hatte sich ihren ersten Job nach der Uni bei einer Versicherung konservativer vorgestellt. Bild: Sebastian Jung

Elisabeth ist 25 Jahre alt und hat Psychologie in München studiert. Doch während des Studiums wurde ihr klar, dass sie sich nicht als Therapeutin, sondern eher in der Wirtschaft sieht. Nach ihrem Bachelorabschluss startete sie noch einmal als duale Studentin durch – bei der Ecclesia Gruppe.

Heute meistert sie den Spagat zwischen Vorlesungssaal und Büro und lernt Stück für Stück die Feinheiten des Versicherungswesens kennen. Dabei begegnet sie auch ihren eigenen Vorannahmen über das Business und testet die kreativen Grenzen aus. Was zieht man an, wenn man in einer Versicherung arbeitet? Was mache ich mit meinem Nasenstecker? Ist es bei einer Versicherung nicht konservativ?

Elisabeth bekam die Chance, völlig neue Umgangsformen zu lernen und ihre Fähigkeiten aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Im Interview erklärt sie uns, wie man sich an ein neues Umfeld anpasst, ohne sich selbst zu verlieren, wie man stressige Phasen überwindet und wie man wirklich Ausgleich zum Job findet.

Hallo Elisabeth. Kannst du mir erklären, wie ein duales Studium abläuft?

Es setzt sich bei mir aus dem Studium der Wirtschafts- und Organisationswissenschaften und der Ausbildung bei der Ecclesia Versicherungsgruppe zusammen. Ich studiere in Trimestern und je nach Trimester ändert sich unser Stundenplan und somit die Zeiten, zu denen wir im Unternehmen eingesetzt werden können. Zurzeit bin hauptsächlich an der Uni, aber ab Juli arbeite ich dann 40 Stunden in der Woche im Büro. Dort setzt sich unser Team aus Studenten, Auszubildenden und Festangestellten zusammen.

Wie sieht denn ein Tag bei der Ecclesia aus?

Das ist ganz unterschiedlich, weil man als duale Studentin einmal in alle Abteilungen kommt. Es gibt die klassischen Sachbearbeitertätigkeiten, also Schadensbearbeitungen, das Aufsetzen von Verträgen und die klassische Maklertätigkeit. Ich muss auch mit Excel arbeiten, was für mich zunächst sehr schwierig war, weil ich das Programm kaum kannte. Außerdem bin ich auch schon zu Kundengesprächen mitgekommen. Darüber hinaus habe ich eigene Projekte betreut und unter anderem eine Ausschreibung für einen Kunden komplett selbstständig durchgeführt.

Hattest du vor deinem Jobstart Bedenken oder Sorgen?

Ich war zunächst besorgt wegen meines Stils, und wusste nicht, was ich anziehen sollte. Schließlich gilt die Versicherungsbranche ja als sehr konservativ. Am ersten Tag war ich dann viel zu steif und konservativ angezogen. Mit meinem Outfit bin ich in unserem Büro aufgefallen, weil wir für eine Versicherungsgesellschaft doch recht locker sind. Das hat mich sehr erstaunt!

Was mir auch Sorgen bereitet hat, waren mein Nasenpiercing und meine Ohrlöcher. Anfangs habe ich den Nasenstecker draußen gelassen. Nach einiger Zeit habe ich mich dann doch getraut und ihn einfach reingemacht. Erstaunlicherweise ist es niemandem aufgefallen – zumindest hat mich niemand darauf angesprochen. Jetzt trage ich den Nasenstecker ganz selbstverständlich. Meine Hippie-Kleidung trage ich trotzdem nicht im Job.

Du hast dich also doch etwas ans Büro angepasst?

Ja, im Berufsleben schon. In der Freizeit und in der Uni trage ich aber, was ich will. Im Büro geht das natürlich nicht und vor allem, wenn ich mit in Kundentermine gehe, gelten die ganz klassischen Regeln. Das finde ich aber auch gut, weil man durch die Kleidung professioneller wirkt.

TK TIPP: So passt du dich im Job an, ohne dich selbst zu verlieren

Elisabeth hat festgestellt, dass die Versicherungswelt nicht so konservativ ist, wie sie dachte. Gedanken um ihr Outfit hat sie sich nicht grundlos gemacht. Coachin Doris Brenner misst der Kleidung eine große Bedeutung bei: „Das Erscheinungsbild ist zum Einen Ausdruck der eigenen Persönlichkeit und zum Anderen repräsentiert ein Mitarbeiter auch seine Organisation nach außen. Hier muss jeder für sich entscheiden, was für ihn akzeptabel ist, ohne das Gefühl zu haben, sich verkleiden zu müssen. Letztendlich sollte das Outfit zu einem selbst, der Organisation und dem Job passen. Elisabeths entspannte Haltung, während der Arbeit bei ihrer Kleidung kompromissbereit zu sein und in der Freizeit ihren ganz eigenen Stil zu tragen, macht die Sache sicherlich leichter.“

Wie bist du ins Team gekommen?

Dadurch, dass wir von Anfang an mehrere duale Studierende und Azubis waren, habe ich schnell ins Team gefunden. Wir vier sind immer gemeinsam Mittagessen gegangen. Das ist ganz automatisch passiert und wir waren sofort beim Du.

Bei den anderen älteren Kollegen hat das etwas länger gedauert. Dazu habe ich eine kleine Anekdote: Das ganze Team geht einmal im Jahr aufs Oktoberfest. Ein dualer Student, der schon länger im Unternehmen ist, hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich da unbedingt mitgehen soll. Erst wollte ich nicht, denn ich bin überhaupt nicht der Typ für die Wies’n! Aber ich habe ihm vertraut und bin mitgekommen. Dort haben mir dann ganz viele meiner Kollegen das Du angeboten und es hat bei mir Klick gemacht: In der Freizeit als Team unterwegs zu sein und bei einem Bier miteinander zu plaudern, bewirkt unheimlich viel. Man lernt sich einfach ganz anders kennen. Seither gehen wir offener miteinander um und ich traue mich auch viel eher, Fragen zu stellen.

TK TIPP: Wie viel Team ist zu viel Team?

Seitdem Elisabeth mit ihrem Team auf dem Oktoberfest war, geht sie viel entspannter mit ihren Kolleg*innen um. Doch wie viel muss man wirklich mit dem Team unternehmen? Das kommt ganz darauf an, meint Diplom-Psychologe Hans-Georg-Willmann: „Da liegen die persönlichen Grenzen bei jedem natürlich anders und das kommt auch auf den Job und die Branche an. Einmal im Jahr auf die Wies’n zu gehen, selbst wenn man kein Wiesn-Typ ist, bringt auf jeden Fall eine andere Note in die Zusammenarbeit, als wenn man sich dem entziehen würde. Vorsichtig sollte man werden, wenn aus Unternehmungen im Team sozialverpflichtende Events werden. Wird erwartet, dass man immer dabei ist und werden die, die nicht mitmachen, im Job mehr oder weniger sozial ausgegrenzt, ist das ein deutliches Zeichen für „zu viel Team“. Das würde die Grenze zum Privatleben überschreiten.“

Gab es etwas während deiner ersten Wochen, das dich überfordert hat?

Als ich meine ersten E-Mails an Kunden geschrieben habe, war mir nicht bewusst, dass es bestimmte Formulierungen gibt, die benutzt werden müssen. Dabei handelt es sich um rechtliche Sätze. Ich wollte in meinem üblichen Stil schreiben, aber die Kollegen haben mich darauf hingewiesen, dass es korrekte Formulierungen gibt, mit denen man immer auf der sicheren Seite ist. Das hat mich zunächst überrumpelt, weil ich das als Kritik an meinem Stil aufgefasst habe. Doch dann fiel der Groschen und mir wurde klar, dass es nicht daran lag, dass die anderen meinten, ich könne nicht schreiben, sondern daran, dass es eben bestimmte Regeln gibt. Diese habe ich mir dann ausgedruckt und wie Vokabeln gelernt. Heute gehen mir die Mails ganz leicht von der Hand.

TK TIPP: So betrachtest du Kritik als Chance

Auf den ersten Blick ist Kritik niemals schön. Doch auf den zweiten Blick kann man hier viel Potential zur Kompetenzentfaltung entdecken. Hans-Georg Willmann ermutigt zu viel Lernbereitschaft: „Feedback von Kollegen, auch und gerade die kritischen Rückmeldungen, sind Lernchancen. Dafür offen zu sein, die Kritik anzunehmen und sie nicht persönlich zu nehmen, ist beim Berufsstart gar nicht so einfach. Doch dieser konstruktive Umgang mit Kritik ist die Voraussetzung, um neue Fähigkeiten zu erlernen und neue Fähigkeiten sind die Grundlage für den beruflichen Einstieg und die erfolgreiche berufliche Karriere.“

Bei vorgefertigten Formulierungen kommt die eigene Kreativität aber etwas zu kurz. Fehlt dir Kreativität in deinem Job?

Ich muss zugeben, ja. Ich denke, dass ich nach Abschluss meines Studiums und der Ausbildung auch etwas Kreatives machen darf. Am Anfang muss man eben die Grundlagen lernen, doch mich erwarten noch kreativere Aufgaben.

Kannst du Kreativität in der Freizeit ausleben?

Ich spiele gerne Saxophon, lese und schreibe für mich. Dadurch, dass ich auch noch studiere, kann ich dort in Hausarbeiten und Präsentationen viel Kreativität einbringen.

Fühlst du dich durch die Doppelbelastung deines Studiums gestresst?

Manchmal schon, vor allem in den Klausurenphasen. Wenn man nach einem Arbeitstag nach Hause kommt und dann noch lernen muss, ist das sehr anstrengend. Aber ich denke, dass das jedem so geht, egal ob man Werkstudent ist und nach der Uni noch arbeiten muss oder halt dual studiert. Wenn ich noch für Prüfungen lernen muss, kann ich nicht weniger arbeiten. Aber meine Firma ist total klasse und ich bekomme in dieser Zeit Aufgaben, die nicht ganz so anstrengend sind.

Wie äußert sich Stress bei dir?

Wenn ich Stress habe, kann ich oft nicht gut schlafen und wache in der Nacht immer wieder auf. Gerade wenn ich Klausuren in VWL vor mir habe, denke ich über mathematische Aufgaben nach, die ich noch nicht gelöst habe. Außerdem wird mir morgens manchmal schlecht, bevor ich in die Uni radle, oder ich bekomme Nasenbluten. Zudem habe ich immer unglaubliche Lust auf Schokolade. Meine Kollegen wissen schon, wenn ich mit einer großen Tafel Schokolade in die Arbeit komme, dann ist wieder Prüfungszeit.

Was unternimmst du gegen den Stress?

Wenn ich nicht schlafen kann, versuche ich, mich mithilfe einer kleinen meditativen Zählübung zu beruhigen. Man atmet auf eins ein und auf zwei aus. Irgendwann ist das so langweilig, dass man einschläft. Mir hilft das unglaublich gut, weil man von der Aufgabe, über die man nachdachte, wegkommt und sich auf seine Atmung konzentriert. Was mir außerdem viel gibt, ist, dass ich jeden Tag Fahrrad fahre. Ich komme täglich auf ungefähr 25 Kilometer, ob im Sommer oder im Winter. Gerade wenn ich schlecht geschlafen habe, bekomme ich morgens viel mehr Energie, weil ich so viel Sauerstoff getankt habe.

TK TIPP: So kannst du Stress besiegen

Elisabeth bewegt sich viel, um im Alltag runterzukommen. Meditationsübungen helfen ihr dabei, gedankliche Dauerschleifen in den Griff zu bekommen. Hans-Georg Willmann hält noch mehr Tipps parat: „Bewegung ist eine sehr wirksame Methode, um schnell Stress – oder besser gesagt die Stresshormone im Körper – abzubauen. Elisabeth kann auch darüber nachdenken, sich vor dem Schlafen gehen noch einige Minuten sportlich auszupowern, um so den Stresshormonspiegel im Blut zu senken. Die meditative Zählübung ist sehr gut dazu geeignet, um bei nächtlichem Erwachen wieder zur Ruhe zu kommen. Wem das nicht hilft, der kann sich einen Block und Stift neben das Bett legen und bei gedimmtem Licht die Gedanken notieren, die ihm nächtens durch den Kopf gehen. Damit kann man die Gedanken quasi ablegen und sich erlauben, wieder einzuschlafen. Da sich Stressempfinden oft dann einstellt, wenn wir glauben oder wissen, dass wir nicht über die notwendigen Ressourcen für die Lösung eines Problems verfügen, hilft es langfristig am allerbesten, sich die erforderlichen Ressourcen zu besorgen und Fähigkeiten anzueignen.“

Was hast du in deinem Job bisher gelernt?

Ich schreibe viel professioneller E-Mails und traue mich, öfter Fragen zu stellen. Ich habe gelernt, dass man nicht Experte in allem sein muss und dass es wichtig ist, andere zu fragen. Es kommt nicht darauf an, dass man alles alleine kann.

 

 

Die Techniker Krankenkasse und ze.tt stellen euch an dieser Stelle in den nächsten Wochen zehn Protagonist*innen vor, die ihren ersten Job nach der Uni angefangen und ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben. Wir begleiten sie bei ihren ersten 100 Tagen im Job und finden heraus, wie das so für sie war, plötzlich im Arbeitsleben zu stecken. Auf der deutschlandweiten Veranstaltungsreihe Die ersten 100 Tage im Job könnt ihr unsere Protagonist*innen auch persönlich treffen. Termine und Anmeldung unter www.zeit.de/100tage. Wollt ihr mehr zur Aktion erfahren? Dann schaut hier rein!