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Diese IT-Fragen wolltet ihr schon immer stellen, aber habt euch nicht getraut

Manchmal traut man sich einfach nicht zu fragen. Insbesondere, wenn die Lücken in einem bestimmten Wissensgebiet ein bisschen größer sind. Wir helfen euch und stellen Wissenschaftler*innen eure Fragen in Sachen Informatik und IT. 

informatik it studieren FAQ
Welche Geheimnisse verbergen sich hinter dem Bildschirm? Wir haben eure Fragen Menschen vom Fach gestellt. Foto: Unsplash | Tianyi Ma CC0

Einige Sachen gehören ab einem bestimmten Alter einfach zum Allgemeinwissen. Man sollte unbedingt Nudeln kochen und sich die Schuhe binden können, zum Beispiel. Man sollte wissen, wie die Löcher in den Käse kommen und die blaue Farbe an den Himmel. Und man sollte sich vielleicht auch ein bisschen mit Steuer oder dem Wahlsystem auskennen. In unserer modernen, technisierten und digitalisierten Welt kommen aber noch einige neue Punkte dazu. Und die können wesentlich spezifischer sein. Wie funktioniert Online-Banking, zum Beispiel? Wofür steht eigentlich die Abkürzung IT? Ist das dasselbe wie Informatik? Und wieso wird mir, wenn ich mich im Internet bewege, immer diese Werbung für Kleidung ganz nach meinem Geschmack angezeigt?

Wenn man es in einem bestimmten Alter nicht geschafft hat, die Antworten auf diese Fragen zu finden oder diese Skills zu erlernen, wird’s tricky. Denn dann traut man sich meist nicht mehr, nachzufragen aus Angst, das könnte irgendwie peinlich enden. Um sich keine komischen Blicke einzuhandeln, belässt man es dabei und hofft, das spezifische Wissen einfach niemals zu brauchen.

Wir finden, das ist keine Lösung! Denn es gibt immer schlaue Menschen, die sich auskennen. Darum schaffen wir in diesem kleinen FAQ Abhilfe und beantworten mithilfe einiger renommierter Wissenschaftler*innen von verschiedenen Instituten eure Fragen aus den Bereichen ‚Informatics‘ und ‚Computer Science‘. Was da der Unterschied ist? Das erfahrt ihr weiter unten. Viel Spaß beim Lesen und Weiterbilden ganz ohne Peinlichkeiten!

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1. Im Netz wird mir immer personalisierte Werbung ausgespielt. Wie funktioniert das genau?

Prof. Dr. Tobias Friedrich, Studiendekan der Digital Engineering Fakultät und Inhaber des Lehrstuhls für Algorithm Engineering am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam hat die Antwort:  „Jede Aktion in einem sozialen Netzwerk (etwa Facebook, Instagram, Twitter etc) und auf anderen Webseiten (beispielsweise Google oder Netflix) wird gespeichert und bleibt mit deinem Account verbunden. Wenn du beispielsweise ein Zelda-Meme mit einem „Like“ versiehst oder es mit anderen teilst, ist diese Information sehr wertvoll. Denn sie zeigt, dass du vielleicht für Videospiel-Werbung empfänglich bist. Die Auswertung dieser Daten erfolgt auf verschiedene Arten, folgt aber immer der großen Frage: „Was könntest dir denn sonst noch so gefallen?“ Eine Möglichkeit, um das herauszufinden, ist sich ein soziales Netzwerk als sogenannten Graphen vorzustellen. Das sind Knoten (die Accounts), die durch Kanten (Freundschaften oder gemeinsame Gruppen) verbunden sind. Knoten, die in diesem Graphen eng beieinander sind, mögen oft auch die gleichen Dinge.

Seit einer Gesetzesänderung im Jahr 2018 müssen dich Webseiten um Erlaubnis fragen, wenn sie Daten über dich speichern wollen. Wenn du das erste mal auf eine Seite gehst, erscheint da oft ein Pop-Up-Fenster, das den ganzen Bildschirm bedeckt. Du kannst deine Daten schützen, indem du nicht sofort „ich stimme zu“ klickst, sondern dir kurz die Mühe machst, in die Optionen zu gehen. Dort – bewusst etwas versteckt – geben dir viele Seiten die Möglichkeit, genau einzustellen, welche Daten sie von dir speichern dürfen.“

2. Wo findet in unserem Leben Code statt, von dem wir nichts ahnen?

Prof. Dr.-Ing. Andreas Nürnberger, Dekan der Fakultät für Informatik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg sagt: „Code findet man mittlerweile in (fast) allen technischen Geräten. Und zwar nicht nur in Smartphones und Laptops, sondern mittlerweile auch in Waschmaschinen, Kühlschränken, Lichtschaltern oder Gartentechnik. Viele Geräte sind auch miteinander vernetzt und können über das Internet „ferngesteuert“ werden (Internet of Things).

Im täglichen Leben begegnet uns Code auch wenn wir uns Online Sachen bestellen. Die Bestellprozesse vom Online Kauf bis zum Versand laufen hochautomatisiert ab  und man kann die Bestellung über viele Schritte vom „elektronischen Warenhaus“ bis zur Haustür verfolgen. Auch im Bereich der Medizin und Biologie läuft vieles „über Code“: Von der Medikamentenentwicklung bis zur Unterstützung der Diagnostik- und Operationsplanung durch intelligente Methoden.

Auch alle möglichen Steuersysteme, etwa von Flugzeugen, Satelliten und Raumschiffen sind ohne Informatik nicht denkbar. Denn die brauchen ja alle sinnvolle Programmierung, sowohl am Boden als auch im Objekt selbst. Innovative Projekte, wie etwa der  Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen, der per genetischen Algorithmen designt wurde, wären ohne die Unterstützung von Code nicht denkbar.“

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3. Warum heißt es eigentlich Informatik?

„An sich ist ‚Informatik‘ ein Mischwort aus Information und Automatik bzw. aus Information und Mathematik. Es beschreibt also gewissermaßen die Wissenschaft der ‚Informationsautomatik‘ bzw. der ‚Informationsmathematik'“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Reinhard Gerndt. Er leitet das Institut für verteilte Systeme an der Fakultät Informatik der Ostfalia Hochschule in Wolfenbüttel und ist aktives Mitglied im DIGIT – Center for Digital Technologies. „Aus naturwissenschaftlicher Sicht ist die Informatik der Bereich der Mathematik, der sich mit Informationen befasst, also gewissermassen die Informations-Mathematik. Aus ingenieurwissenschaftlicher Sicht geht es um die automatisierte Nutzung von Informationen. Diese beiden Sichten spiegeln sich auch in den englischen Begriffen ‚Informatics‘ und ‚Computer Science‘ (also quasi „Berechnung-Wisssenschaften“) wider.

Letztendlich geht es bei der Informatik im mathematischen Sinne um die Systematik und im ingenieurmäßigen Sinn um die Technologien der Erhebung, Verarbeitung und Nutzung von Informationen, sei es für einen Erkenntnisgewinn oder um Geräte zu steuern. Digitale Ansätze zur Problemlösung bestechen dabei durch ihre Einfachheit und Robustheit. Mit geeigneten Technologien können diese Ansätze auf viele Anwendungsfälle übertragen werden.“

4. Was ist in Sachen Informatik gerade „neu“ – also welche Entwicklungen werden uns in den nächsten Jahren beschäftigen?

„Ein ganz großes Thema in den nächsten Jahren wird die Künstliche Intelligenz (KI) sein“, sagt Prof. Dr. Tobias Friedrich vom Lehrstuhl für Algorithm Engineering am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam. „Bereits jetzt unterstützen uns spezialisierte KI-Systeme bspw. in der Industrie, wo sie automatisiert die Robotersteuerung bei der Fertigung von Maschinenteilen übernehmen. In Zukunft soll sich die KI weiterentwickeln, um zunehmend eigene, autonome Entscheidungen im Alltag zu treffen, bspw. das Fahren eines Autos im Straßenverkehr. Durch die Zunehmende Interaktion der KI mit dem Menschen ergeben sich aber nicht nur neue technische Herausforderungen, sondern die KI muss auch unter ethischen Gesichtspunkten völlig neu gedacht werden. Unterstützt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung richten wir am HPI in Potsdam für diese Forschungsfragen derzeit ein neues KI-Labor für IT-Systemtechnik ein.“

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5. Brauche ich zum Programmieren eher Mathe- oder eher Sprachkenntnisse?

Prof. Dr.-Ing. Andreas Nürnberger, Dekan der Fakultät für Informatik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg sagt: „Die Assoziation zur Sprache ist klar: Eine Programmiersprache hat Wörter, die als Befehle dienen und eine Grammatik, welche diese Befehle sinnvoll miteinander verbindet. Jedoch ist das Lernen einer natürlichen Sprache stärker durch das Lernen vieler Wörter und vieler sinngebener Einheiten geprägt. Programmiersprachen kommen hingegen meist mit wenigen Wörtern aus. Und genau das ist auch die größte Herausforderung. Man muss mit einer geringen Anzahl an Wörtern bzw. Befehlen und einer meist simplen Grammatik natürlichsprachliche Anforderungen auf diese simple Sprache übertragen. Dieses „Abstraktionsdenken“ könnte durch Mathekenntnisse gestärkt werden, ist jedoch oftmals nicht notwendig.

Meiner Meinung nach lässt sich das Programmieren gut mit dem Kochen vergleichen. Soll das Endergebnis ein leckerer Schokoladenkuchen sein, brauche ich ein Rezept mit expliziten Anweisungen. Um so ein Rezept zu schreiben, muss ich jedoch verstehen, wie die einzelnen Schritte und Zutaten das Gesamtergebnis beeinflussen und was sie genau im Kuchen bewirken können. Entsprechend muss der Schokoladenkuchen vorher auf seine einzelnen Bestandteile heruntergebrochen werden, Mengen der Zutaten und Verhältnisse zueinander müssen klar sein. Das ist ein wenig mathematisch, hat aber auch recht wenig mit Sprache zu tun, solange die wenigen Einzelanweisungen klar sind.

Was man zum Programmieren braucht, ist vor allem Liebe zum Detail, weil man oftmals so viele kleine Details erst sieht, wenn man etwas programmieren muss. Die Aufgabe „Programmiere einen Fahrstuhlschacht mit zwei Fahrstühlen“ klingt erst mal einfach, weil Fahrstühle aus unserer Sicht nicht viel können, aber da gibt es viele kleine Probleme: Wie synchronisiert man die Fahrstühle? Wie verteilt man die Last? Wie gibt man an, welcher Fahrstuhl nun zu einer bestimmten Ebene kommen soll? Insofern ist Programmieren immer wieder herausfordernd und spannend.“

6. Gibt es auch IT-Studiengänge, wo ich nicht nur programmieren muss? Das stelle ich mir eintönig vor.

„Natürlich“, sagt Diana Hoffmeister, Geschäftsführerin des DIGIT – Center for Digital Technologies, einem gemeinsamen Forschungsverbund der TU Clausthal und Ostfalia Hochschule. „In unserem neuen Studienprogramm „Digital Technologies“ geht es natürlich um die Informatik, viel mehr aber noch um ihre praktische Umsetzung in den sechs verschiedenen Anwendungsgebieten wie Robotik, Künstliche Intelligenz, Mobilität oder Kreislaufwirtschaft und Produktion. Als Studierende*r kann man hier nicht mehr nur die  reine Informatik-Sicht kennen lernen, sondern auch die Sprache der Ingenieurs- und Wirtschaftwissenschaften. Wir glauben, dass sie damit bestens für die Anforderungen der künftigen Arbeitswelt gewappnet sein werden, um an der Schnittstelle zwischen Informatik und verschiedenen Anwendungsfeldern arbeiten oder forschen zu können. Bereits heute leben wir in einer Welt voller Maschinen und Computer und in der Zukunft wird sich dieser Trend noch verstärken und die Technologien werden auch immer intelligenter werden. Wer also programmieren lernt, kann diese Fertigkeit in vielfältigen und interessanten Gebieten anwenden und mitbestimmenwie die Zukunft gestaltet wird.“

Na? Konnten wir euer Wissen ein wenig aufpolieren? Wenn ihr noch mehr Fragen rund um das Thema Informatik oder digitale Technologien habt, dann schaut doch einmal auf den Seiten der Hochschulen vorbei und informiert euch über die Bachelor- und Master-Studienangebote in diesem spannenden Bereich. Die Studienberatungen des des Lehrstuhls für Algorithm Engineering am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam, der Fakultät für Informatik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und des des Forschungsverbunds DIGIT – Center for Digital Technologies der TU Clausthal und der Ostfalia Hochschule helfen euch gerne weiter.