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Manche Menschen findest du wieder, wenn du mit ihnen verreist

Fern-Freundschaften wollen gehegt und gepflegt sein. Man muss sie streicheln und mit schönen neuen Momenten füttern, damit sie nicht vom Alltag verschluckt werden. Ein Plädoyer für Urlaub mit alten Freund*innen.

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Manche Freund*innen sieht man einfach viel zu selten. Nach Schule, Studium oder Ausbildung hat uns das Leben einfach auseinandergerissen und scheint sich nun heimlich ins Fäustchen zu lachen, dass wir uns nur noch an krachenden Telefonleitungen oder über wirre Whatsapp-Dialoge hören können. Postkarten geschrieben in sonntäglichen Betten erreichen uns erst in der Mitte der nächsten Woche. Wirkliche Momente zusammen sind rar.

So sieht zumindest mein Leben nun aus. Dreimal umgezogen und schon sind die Freund*innen verstreut über die ganze Republik. Eine ist in Nordfriesland, eine gar in Paraguay. Klar, die sozialen Medien machen es uns leicht, Kontakt zu halten und über einander informiert zu bleiben. Wenn ich will, kann ich wissen, was meine beste Freundin heute zu Mittag gegessen hat. Will ich aber nicht. Ich will viel lieber mit ihr mittagessen.

Manchmal will das Leben nach dem Studium alte Freundschaften ‚überschreiben‘

Die Zeit im Studium war eine der intensivsten, für uns alle. Jede*r war für sich allein in der unliebsamen deutschen Großstadt gestrandet, die wir von nun an unser Zuhause nennen sollten. Das Schicksal würfelte uns an Mensatischen, in Seminarräumen und freien Wohnheimbetten zusammen. Es würfelte gut: Bald kannten wir die gegenseitigen Macken, hatten einander unser Innerstes offenbart, uns mehrfach nachts um vier hysterisch angerufen – und hatten uns immer noch gern. Ich würde sagen, das ist das Rezept der Unzertrennlichkeit.

Nun ist die Nähe mit einem Mal weg, zumindest die physische, die emotionale bliebt. Sie schwebt wie ein dünnes, unsichtbares Band zwischen meinem heutigen Wohnort Berlin und dem Rest der Welt. Sie lebt von den Geschichten, die wir zusammen erlebten, und den neuen Momenten, die wir gemeinsam schaffen. Denn die Nähe will gepflegt sein, wiederaufgelegt und gestreichelt.

Freund*innen nah am Herzen zu halten heißt auch, Sachen gemeinsam zu erleben

Das Leben macht das Entgleiten einfach, wenn man keinen Alltag mehr teilt: Es überschreibt die gemeinsamen Momente mit neuen. Es lässt sie mit jedem Tag weiter in die Vergangenheit rutschen. Und es lässt Scherze und Running Gags gern verblassen, wie alte Polaroids. Meine Freund*innen und ich passen höllisch auf, dass uns das nicht passiert. Wir streicheln uns unsere Nähe immer wieder herbei. Wissenschaftler*innen nennen das dann gern Putzverhalten oder Grooming oder so. Aber wir, wir nennen das einfach Urlaub. Mehrmals im Jahr schaffen wir uns neue Momente und erkunden ein Stück der Welt gemeinsam. Wenn es soweit ist, ist es, als wären wir nie getrennt gewesen.

Maren und ich treffen uns in Istanbul. Unser Zimmer ist ein Schuhkarton. Wir bringen der Katze, die immer auf unserem Fensterbrett in der Sonne schläft, Milch mit. Auf der Fähre über den Bosporus lassen wir unsere Locken im Wind wehen und werden, da wir eine Kamera hinter uns übersehen, kurzerhand zu Statist*innen in einer türkischen Soap.

Max, Alice und ich auf einem Roadtrip von München ins Ruhrgebiet: Der alte VW-Bus fährt nur 90. Gut irgendwie, denn er hat keine Gurte. Zur Verlobungsfeier unserer Freundin Özge kommen wir viel zu spät. Özges Mutter lässt uns trotzdem nicht aus der Wohnung gehen, bevor wir den dritten Teller geleert haben. Max versagt beim Kreistanz. Auf dem Foto, das am nächsten morgen gemacht wird, strahlt Özge so sehr, dass der Blitz der Kamera von ihren Zähnen reflektiert.

Inga und ich in Norwegen: In einem Ferienhaus mit eigener Bucht kochen wir Apfelmus und spielen Rommee und verbringen auch sonst die schönste Septemberwoche aller Zeiten. Am Morgen stürzen wir uns in das kalte Nordseewasser. Am Abend bewundern wir das gelbe Licht der Sonnenuntergänge. Freundschaft. In analog. In unseren Ohren nur das Knacken des Holzes im Kamin.

Diese Momente kann uns keine*r nehmen. Endlich. Endlich wieder zusammen nach einer durchzechten Nacht aufwachen, am Frühstückstisch genüsslich katern, sich über die Leute beömmeln, die uns da am Abend begegnet sind. Endlich wieder kurzfristige Pläne für den neuen Tag machen. Gemeinsam eine fremde Stadt erkunden. Endlich wieder miteinander kochen und essen. Und vor allem: Endlich wieder miteinander sprechen – so richtig echt und: mit Mimik und Gestik und ohne Knacken in der Leitung und vor allem entspannt und mit viel Zeit.

Schnapp dir endlich deine Freund*innen und fahre mit ihnen weg! Es gibt genügend Orte, an denen ihr noch nicht wart und die ihr gemeinsam erkunden könnt. Günstige Reisen findet ihr zum Beispiel bei der Reiseauktion von Die Zeit. Hier könnt ihr zwischen dem 30.11. und 10.12. über 400 verschiedene Reisen ersteigern. Vom Ski-Urlaub bis zur Kreuzfahrt ist alles dabei. Wer am höchsten bietet, gewinnt.