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Warum Urban Gardening uns alle näher zusammenbringen kann

Vor einigen Jahren noch war Urban Gardening etwas für Einzelkämpfer*innen. Heute ist es eine Bewegung geworden, die in fast allen deutschen Städten angekommen ist. Wir zeigen, wie sich verschiedene Städte grüner machen und was das für uns bedeutet.

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Na? Lust zu gärtnern? Urban Gardening ist der Trend in Großstädten weltweit. Foto: Sparkasse

Gärtnern. Was früher ein spießiges Hobby für Einsiedler*innen und Laubenpieper war, ist heute zu einer richtigen Bewegung geworden. Junge Städter*innen lassen sich auf lange Wartelisten für Kleingartenparzellen setzen, WGs nutzen ihre Südbalkons nicht mehr, um ihr Altglas, sondern um ihre Pflanzentöpfe abzustellen und die Brachfläche um die Ecke wird zur Urban-GardeningFläche, auf der man sich abends zu einem Feierabendbier und einer Runde Unkrautjäten treffen kann.

Von Nord nach Süd, von Ost nach West – in allen möglichen deutschen Städten wird gegraben, gepflanzt, gegossen und geerntet. Die Menschen haben einfach Lust auf Selbermachen, auf regional, auf grün. Und das aus gutem Grund.

Grüne Städte sind einfach gut für uns

Die Vorteile von grünen Städten sind klar: Je mehr Pflanzen es in einer Stadt gibt, desto höher ist die Lebensqualität. Pflanzen filtern Verunreinigungen aus der Luft, nehmen Kohlenstoffdioxid auf und geben Sauerstoff ab. Sie sind außerdem gut fürs Mikroklima, denn sie erhöhen die Luftfeuchtigkeit und begrenzen Temperaturextreme. Bäume sind natürliche Schutzwälle vor Wind und Lärm, Parks beliebte Treffpunkte. Und zu guter Letzt machen Pflanzen eine Stadt, die ansonsten aus Ziegeln, Beton und Asphalt besteht, auch einfach viel, viel schöner! Das liegt daran, dass Pflanzen auch einen psychologischen Effekt auf uns Menschen haben. Wo es grünt und blüht, da fühlen wir uns einfach wohl.

So werden Brachflächen zu individuellen Spielplätzen

Mittlerweile haben viele Städte entdeckt, dass ihnen etwas mehr Grün gut zu Gesicht steht. Sie lassen daher ihre Bewohner*innen gern ein bisschen gärtnern und stellen Flächen dafür zur Verfügung. Bekanntestes Beispiel ist wohl Detroit, wo heute vielerorts auf ehemaligen Industrieflächen Urban Farming betrieben wird. Im Stadtgebiet gibt es mittlerweile über 1.200 private und gemeinnützige Gärten.

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Eingang zu den Prinzessinnen-Gärten in Berlin-Kreuzberg. Das Urban-Gardening-Projekt ist eines der bekanntesten in Deutschland. Foto: Sparkasse

Aber auch in Deutschland gibt es viele Beispiele. Die Stadt Dessau etwa hat ihren Bürger*innen im Ortsteil Roßlau kostenlos einige ehemals bebaute Flächen zur Verfügung gestellt. Diese sind zwar für Bauinvestoren uninteressant und für die Landwirtschaft zu klein, aber für urbane Gärtner*innen genau richtig.

Interessierte können sich kleine Gärten abstecken und diese ganz individuell nutzen. So hat sich ein Dessauer Imkereiverein dafür entschieden, seine Fläche als Bienenwiese zu bepflanzen, während der Hobbygärtner nebenan Pionierpflanzen wuchern lässt. Eine Apothekerin nutzt ihre Parzelle als Heilkräutergarten, ihr Nachbar als Weide für seine Ziegen.

Gärtnern schafft soziales Miteinander in der Stadt

Klar, dass solche Stadtäcker auch schnell zu sozialen Treffpunkten werden. Kurz mal gefachsimpelt, Karotten gegen Tomaten getauscht oder das Rezept für die Gemüse-Lasagne erklärt und schon hat man eine ganze Reihe neuer Bekannter.

Gerade in größeren Städten, in denen es eher anonym zugeht, können Urban-Gardening-Projekte Orte der Begegnung sein. Die Prinzessinnen-Gärten in Berlin-Kreuzberg sind da ein gutes Beispiel. Sie verstehen sich als Nachbarschaftsinitiative. Hier können Menschen zusammenkommen und lernen, wie sie eigene Lebensmittel anbauen und verarbeiten, wie sie Saatgut gewinnen, Müll kompostieren oder Bienen halten können.

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Gerade keine Töpfe zur Hand? Urban Garding macht kreativ. Foto: Sparkasse

Die Gärten gibt es schon seit zehn Jahren. 2009 begann eine Gruppe von Anwohner*innen und Hobby-Gärtner*innen die seit Jahrzehnten brach liegende Fläche am Moritzplatz vom Müll zu befreien und nach und nach eine grüne Oase zu erschaffen. Heute wachsen hier mehr als 400 verschiedene Gemüse- und Kräutersorten: von Kartoffeln über Grünkohl und Fenchel bis hin zur Malve.

In Hamburg gärtnert man über den Dächern der Stadt

Auch in Hamburg ist man aufs Gärtnern gekommen, allerdings etwas anders, nämlich hoch oben in der Luft. Die Hansestadt hat ihre eigene Gründach-Strategie und bepflanzt fleißig Flachdächer, um so das Raum- und Stadtklima zu verbessern. Wahrscheinlich ist das das Geheimnis, warum sich jede*r – aber auch wirklich jede*r – in Hamburg so wohl fühlt. Der Großteil dieser Stadtgärten kann natürlich nicht betreten werden, sondern ist den Bienen vorbehalten.

Die sind übrigens ein weiterer guter Grund für mehr Stadtgrün. Und fürs Gärtnern. Denn Bienen und andere Insekten sind für unsere Ökosysteme extrem wichtig und sie fühlen sich nun einmal – genau wie wir – an Orten, wo alles grünt und blüht, besonders wohl. In Städten können sie sogar ein reichhaltigeres Nahrungsangebot finden als auf dem Land. Denn in der Stadt gibt es dank bepflanzter Balkonkästen, Flachdächer und Grünflächen eine größere Auswahl an Pflanzen, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen. Zudem werden in Städten kaum Pestizide eingesetzt.

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Auf Dachgärten in der Stadt gibt es immer was zu tun. Teilweise auch für Imker. Foto: Berliner Sparkasse

Wer gärtnert, rettet auch die Bienen – und alle anderen

Alles, was den Stadtbienen also zum vollkommenen Glück fehlt, ist ein Unterschlupf, von dem aus sie täglich ausschwärmen können. Wie gut das gehen kann, sieht man etwa am Alexanderplatz in Berlin. Hier, am wohl betoniertesten Ort der Hauptstadt, leben nämlich 250.000 Bienen! Und zwar auf dem Dach der Berliner Sparkasse. Seit das 2015 mit Bienenhotels sozusagen aufgestockt wurde, summt und brummt es in Mitte und beschert den Imker*innen jährlich bis zu 200 Kilo Honig.

Was bedeutet das für mich? Muss ich jetzt umgraben gehen?

Beispiele wie diese gibt es mittlerweile zuhauf. Wer auf der Suche nach urbanen Gärten ist, könnte sich auch im Münchner Westend, im Frankfurter Ostend, in Mailand, Miami oder Madrid umgucken. Mal wachsen die Pflanzen horizontal, mal vertikal, aber eins ist klar: Gärtnern ist ein Trend, der weltweit urbane Räume erfasst hat. Und es ist auch ein Symptom für einen übergreifenden Mentalitätswandel, einer neuen Sehnsucht nach Ursprünglichkeit, sozialem Miteinander und Umweltschutz. Und noch eins ist klar: Wir stecken mittendrin.

Was das nun für uns bedeutet? Natürlich, dass wir jetzt sofort alle umgraben gehen müssen! Nein, Quatsch. Kleiner Scherz. Aber es bedeutet, dass unsere Städte ein bisschen lebenswerter werden und wir dank derer, die schon jetzt neue Formen des Miteinanders erproben, schon bald alle ein bisschen enger zusammenleben könnten. Das wäre doch schön, oder nicht? Und dann sollten wir definitiv alle mitmachen.

Willst du die Gemeinschaft in deinem Stadtteil fördern und gemeinsam mit anderen über neue Wohnkonzepte und neue Formen des Zusammenlebens diskutieren? Dann komm am 31.8. und 1.9. zum Z2X-Festival in Berlin und unterhalte dich mit Gleichgesinnten und Expert*innen von der Sparkasse über das Leben in unseren Städten. Mehr Informationen gibt es hier.