Sponsored Was ist das?

Warum man heute noch promovieren sollte – und warum nicht

Ja? Nein? Vielleicht? Die Entscheidung für oder gegen eine Promotion ist vor allem abhängig vom Kontext und ganz individuell. Denn was für Student*in A gilt, sieht bei Student*in B ganz anders aus. Wir sagen dir, was dafür und was dagegen spricht.

Karriere Promotion Studium Universität

Promotion, yay oder nay? Das ist abhängig von vielen Faktoren. Foto: Burst / Unsplash | CC0

Wer gerne studiert und im Studium so richtig aufgeht, stellt sich nach dem Bachelor oft gar nicht erst die Frage, wie es weitergehen soll, denn die Antwort ist bereits bekannt: Masterstudium, Promotion, the sky is the limit. Aber nicht jede*r, der*die gerne studiert, sollte auch promovieren. Warum? Na, weil es eine ganz individuelle Sache ist, ob sich dieser Schritt wirklich genauso gut anfühlen wird wie das Studium. Und ob er sich für dich (beruflich) überhaupt lohnt.

Wie so vieles im Leben ist die Promotion eben eine Kosten-Nutzen-Rechnung und auch eine Entscheidung für Geld oder Liebe: Bist du bereit, vorerst auf ein gutes Einstiegsgehalt in einem Unternehmen zu verzichten und dafür etwas zu machen, was fast schon Bauchkribbeln in dir auslöst? Setzt du dich gerne für ein bestimmtes Thema ein und möchtest du die Welt ein bisschen besser machen? Kannst du dich über Jahre hinweg selbst motivieren und strukturieren? All diese Fragen nach Geld, Liebe und Struktur solltest du dir vor Beginn der Promotion stellen, denn sie können dir bei deiner Entscheidung helfen.

Kontext first: Warum sollte man überhaupt promovieren?

Während der Promotion kannst du für die aktuellen Herausforderungen unserer Zeit Lösungen finden – Klimawandel, Rechtsruck, Diversität. Wie wollen wir Mobilität neu denken? Wie erklären wir uns politische Entwicklungen? Wie können wir eine Gesellschaft schaffen, in der sich jede*r mitgemeint und gesehen fühlt? In den einzelnen Fachbereichen jeder Universität wird daran geforscht, wie wir die Zukunft für alle besser machen können – und dafür brauchen die Universitäten kluge und mutige Köpfe, die daran mitarbeiten wollen. Wer promovieren will, will eine Frage beantworten. Wenn die Antwort auf diese Frage vielen anderen weiterhelfen kann, bist du nicht nur Promotionsstudent*in, sondern Vorbild, Zukunftsforscher*in und hinterlässt etwas für kommende Generationen.

In manchen Berufen ist die Promotion auch einfach der nächste logische Karriereschritt. Im Medizinstudium zum Beispiel, aber auch in anderen Fachbereichen wird eine Promotion fast schon vorausgesetzt: Etwa 90 Prozent der Chemiestudierenden promovieren, in der Biologie sind es 72 Prozent. Warum? Weil eine Promotion für eine wissenschaftliche Karriere unerlässlich ist. Wenn du also jetzt schon weißt, dass du am liebsten in der Wissenschaft bleiben möchtest, um zu forschen oder akademisch zu arbeiten, dann ist die Promotion eine richtig gute Entscheidung – sie schafft auch die Voraussetzungen für alle weiteren Schritte wie beispielsweise eine Habilitation.

Die Promotion ist nicht unbedingt was für jede*n

Wer sich eher in der freien Wirtschaft sieht, sollte sich allerdings genau überlegen, was er*sie sich von dem akademischen Titel überhaupt verspricht: mehr Gehalt? Mehr Prestige? In manchen Berufen zählt Erfahrung mehr als ein Titel, mitunter ist man nach der Promotion für den gewünschten Job sogar überqualifiziert. Doch auch in der freien Wirtschaft gibt es die Möglichkeit, zu forschen: Viele Unternehmen haben ihre eigenen Abteilungen dafür und suchen immer qualifizierte Mitarbeiter*innen, gerne auch mit Titel – der kann übrigens auch dabei helfen, wenn du gleich nach der Promotion eine Führungsposition anstrebst. Wenn bereits feststeht, dass man nicht an der Uni, sehr wohl aber in der Forschung bleiben will, dann kommt auch eine strukturierte Promotion an einem Unternehmen, eine Industrie-Promotion, infrage. Hier ist auch die Wahrscheinlichkeit größer, nach der Promotion von dem Unternehmen übernommen zu werden.

Die Frage nach dem Geld

Eine Promotion muss man sich leisten können und wollen. Klar, es gibt Stipendien. Klar, es gibt wissenschaftliche Mitarbeiten und Promotionsstellen an Universitäten. Aber wer promoviert, verzichtet im Schnitt gute vier bis fünf Jahre auf ein Einkommen, das den bisher erreichten Qualifikationen wirklich entspricht. So lange? Ja, je nach Fachbereich natürlich. Dazu kommt die Arbeitszeit: Promovierende teilen sich ihre Stunden selbst ein, manche von ihnen arbeiten zusätzlich zum eigentlichen Schreibprozess noch für die Uni oder Professor*innen und haben so schnell eine 60-Stunden-Woche. Und steht das noch in Relation zum monatlichen Kontoauszug? Auch Fördergelder zu beantragen oder Stipendiatsbewerbungen können aufreibend sein. Die dafür investierte Zeit fehlt anschließend im Schreibprozess.

Aber nach der Promotion wird alles besser! Naja, auch das kommt drauf an. Obwohl man mit einer Promotion mehr verdient als ohne, variiert das Plus auf dem Konto mit Titel sehr: Laut dem Stellen- und Karriereportal academics bekommen beispielsweise Geisteswissenschaftler*innen nach einer erfolgreichen Promotion nur durchschnittlich 450 Euro brutto monatlich mehr Gehalt als ohne. Deswegen ist auch eine andere Rechnung möglich. Wenn du statt einer Promotion direkt anfängst zu arbeiten, sammelst du wertvolle Berufserfahrung und die kann sich wiederum bei künftigen Gehaltsverhandlungen bemerkbar machen. Vielleicht bekommst du so am Ende sogar mehr als mit Promotion.

Bei Ingenieur*innen sieht das schon wieder ganz anders aus: Sie verdienen im Schnitt mit Promotion ein Einstiegsgehalt von 62.760 Euro, ohne 47.222 Euro. Jurist*innen, Mediziner*innen und Wirtschaftswissenschaftler*innen verdienen ebenfalls deutlich besser. Ob du durch deine Promotion ein hohes Gehalt bekommst, ist also eine Frage des Fachbereichs.

Die Frage nach der Liebe

Wichtiger als die Frage, wie viel du verdienst, ist vielleicht diese: Wann hast du jemals in deinem Leben wieder Zeit, dich so richtig in ein Thema einzuarbeiten? In ein Thema, das du auch noch richtig gut findest, auf das du wirklich stehst?

Promovierende haben zwar mitunter Verpflichtungen, die meisten Tage können sie sich jedoch so strukturieren, wie sie es mögen, und dabei ganz selbstbestimmt ihre Aufgaben angehen. Heute will so gar nichts klappen? Nicht schlimm, dafür hast du ja vorgestern noch bis in die frühen Morgenstunden den siebten wissenschaftlichen Aufsatz gelesen, weil dich das Thema so fasziniert hat.

Die Fragen nach Struktur und Disziplin

Das ist ein großes Argument für die Promotion – vorausgesetzt du bist von der eigenen Forschungsfrage wirklich so begeistert und kannst dich gut organisieren. Denn das ist keineswegs selbstverständlich. Wer das Gefühl hat, sich nicht motivieren zu können und die Promotion nur anzustreben, weil er*sie nicht weiß, was sonst der nächste Schritt wäre, der*die wird es schwer haben, wirklich durchzuhalten. Auch wer besser mit Deadlines oder vorgegebenen Strukturen arbeitet, sollte entweder eine Promotion hinterfragen – oder mit dem*der Betreuer*in genau darüber sprechen und diese Strukturen einfordern.

Aber mach dich nicht verrückt. Denn nur, weil du dich vielleicht gerade noch nicht so gut organisieren oder motivieren kannst, heißt das ja noch lange nicht, dass du den Traum von der Promotion aufgeben musst. Schließlich kann man alles lernen. Genau deswegen bist du ja auch so in das Studium verknallt: Du lernst jeden Tag Neues dazu und dabei auch noch eine ganze Menge über dich selbst.

Soll ich es wirklich machen, oder lass ich‘s lieber sein?

Und wie soll man jetzt bitteschön all diese Punkte berücksichtigen und eine Antwort finden? Das wissen wir auch nicht. Bevor du dich aber für oder gegen eine Promotion entscheidest, solltest du diese Fragen für dich ganz klar beantwortet haben: Wie wichtig ist dir langfristige finanzielle Sicherheit? Wie wichtig Struktur und Vorgaben? Hast du ein großes Durchhaltevermögen? Und was ist eigentlich dein Ziel? All diese Fragen musst du für dich selbst beantworten – aber allein bist du mit ihnen nicht, denn das Problem betrifft viele. Deswegen hat academics gemeinsam mit der Uni Heidelberg einen Promotionstest entwickelt, der dir hilft, die Fragen zu beantworten.

Und wenn du nach einiger Zeit merkst, dass es irgendwie nicht weiter geht und es dich zu sehr belastet, dann ist es übrigens auch vollkommen okay, eine Promotion abzubrechen. Nichts ist so wichtig, dass es dir dabei schlecht gehen sollte, und Scheitern sieht wirklich anders aus. Und: Die Erinnerung an deine unvergessliche Studienzeit kann dir niemand nehmen. Sie hat dich zu der Person gemacht, die du heute bist. Und wenn dich all die Punkte nicht abschrecken, sondern nur noch neugieriger auf eine Promotion machen, dann leg los! Schlauer sind wir schließlich alle erst hinterher.

 

 

Bei einer Promotion muss man vieles beachten. Genau deswegen gibt es die Promotionsratgeber von academics. Auf dem Onlineportal kannst du neben ganz vielen Karrieretipps und Ratgebern rund um Wissenschaft und Forschung auch deinen neuen Job finden: von Studentischer Aushilfe bis Professor*in.